Leben  

Die Mutmacherei

Interview mit Ira Mollay.

Die Mutmacherei ist eine Initiative, die den Fokus hat, positive Gedanken zu fördern, und – wie der Name schon sagt – Mut zu machen. Auf der Webseite, auf Facebook und über regelmäßige Newsletter werden mutmachende Projekte und Initiativen verbreitet. Im Grunde sind es Beispiele von Menschen, die aufgestanden sind, um etwas zum Wandel in der Welt beizutragen.

Ich habe Ira Mollay, die Initiatorin der Mutmacherei, über das Projekt befragt.

Wie ist die Idee dazu entstanden?

Das war eine Entwicklung über viele Jahre. Nach meiner Rolle als Geschäftsführerin bei Greenpeace habe ich im Coaching-Bereich gearbeitet und tue das teilweise noch immer. Dabei habe ich mich damit beschäftigt, was eine positive Auswirkung auf die eigene Befindlichkeit hat. Daraufhin habe ich vor vielen Jahren – als es noch fast keine positiven Nachrichten gab – mit ein paar Kolleginnen eine Good News-Initiative gestartet um Positives zu verbreiten.

Die Zeit der Wirtschaftskrise war dann ca. auch die Zeit, in der ich bei Facebook eingestiegen bin, und gelesen habe, was die Leute in meinem Umkreis für coole Dinge tun, und das hat Mut gemacht. Ich habe dann immer mehr Bookmarks gesammelt, und auch schon mutmachende Vorträge gehalten. Nach einiger Zeit erst kam dann der Name: Mutmacherei. Ich habe die Bookmarks sortiert, und in einer Mindmap dargestellt, was später dann das Mut-Map wurde.

Mut Map

Was macht die Mutmacherei zusätzlich zum Mut-Map?

Es gibt tägliche Posts auf Facebook, Vorträge, „Mut in the City“ Walks, wo Projekte in der Stadt Wien besucht werden, die Mut machen, jetzt ganz neu auch den Brain Walk, wo auch Inputs aus Gehirnforschung, Neuropsychologie und positiver Psychologie gepaart mit Übungen in einen Workshop verpackt wurden.

Welche Projekte werden konkret gesammelt?

Bei der Mutmacherei liegt der Fokus auf Projekten, die neue Wege gehen für einen ökologischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen positiven Wandel. Es geht um bereits umgesetzte Alternativen mit kreativen innovativen Zugängen.

Es gibt viele Menschen und Gruppen, die Gutes tun, und ohne die es in der Welt etwas bitterer aussehen würde, die aber nichts am Status Quo des Systems ändern, und daher nicht von uns gesammelt werden. Bei der Mutmacherei geht es nicht einfach nur darum, gute Nachrichten zu verbreiten, sondern speziell Menschen Mut und Inspiration zu liefern, etwas zum Positiven zu Verändern.

Dabei werden sowohl regionale als auch internationale Projekte gesammelt. Leider gibt es jedoch derzeit noch ein paar weiße Flecken auf der Landkarte. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir nur dann von Projekten in anderen Ländern erfahren, wenn die Information in Englisch oder Deutsch verfügbar ist.

Was waren berührende Reaktionen auf die Mutmacherei?

Es gibt leider meist recht wenige Rückmeldungen, aber wenn sich Menschen melden, dann zeigt es, dass das was wir tun auch die Reaktion hervorruft, die wir uns wünschen. Dass die Angebote Menschen Mut geben und Inspirieren, sowie die Kraft wirklich etwas zu verändern. Egal wie groß oder klein es sein mag.

Wie hat das Projekt dich persönlich verändert?

Ich bin ein Mensch mit ganz vielen Interessen, daher habe ich den Schwerpunkt meiner Arbeit immer wieder verändert. Mit der Mutmacherei habe ich das erste mal für lange Zeit – inzwischen jetzt schon fast 6 Jahre – den Fokus auf einem Projekt gehalten. Es fühlt sich an wie ein angekommen sein.

Die Freude, Zuversicht und Energie, die das Arbeiten an dem Projekt bringen, haben mir selbst mehr Positivität und vor allem sehr viel Dankbarkeit gegeben. Es ist schön, sich mit all diesen Projekten verbunden zu fühlen, sowohl mit den Menschen, die gerade erst anfangen, als auch denen, die schon seit Jahren und Jahrzehnten dabei sind, und ganz an der Front als Pioniere aktiv sind.

Was braucht es aus deiner Sicht, um selbst ein Projekt zu starten?

Von außen betrachtet würde ich sagen, es braucht Mut, aber die Menschen, die etwas starten brauchen diesen Mut nicht. Sie spüren eine innere Notwendigkeit, wodurch Mut kein Thema mehr ist. Es braucht Klarheit, was man genau machen möchte. Ohne diese Klarheit ist es meist sinnvoller, bei bereits bestehenden Projekten mitzumachen.

Ein gutes Netzwerk und Menschen die mitmachen sind ebenfalls sehr wichtig. Weil alleine ist es ungleich schwerer. Hilfreich ist außerdem eine gute Mischung aus Herz und Verstand, Plan und Vertrauen, Liebe zu dem Thema gepaart mit der Energie, sich allen Herausforderungen zu stellen.

Das Anfangen ist zwar eine erste Hürde, und kann sehr schwierig sein. Aber es braucht auch viel Durchhaltevermögen, das Projekt am Leben zu halten. Viele Projekte gibt es nur ein paar Jahre. Das kann auch gut sein, weil es die Menschen verändert hat und andere inspiriert hat. Oft entwickeln sie sich dann auch weiter und es entstehen neue Projekte daraus.

Meist hören die Leute aus wirtschaftlichen Gründen auf. Es ist daher sehr essentiell, auch auf die dauerhafte Wirtschaftlichkeit zu achten.

Wie kann man mitmachen oder unterstützen?

Derzeit trägt sich das Projekt durch die ehrenamtliche Arbeit des Teams, Honorare bei Vorträgen und kleine Spenden. Unterstützung in Form von Geld oder Zeit – zum Beispiel als Projekt-Scout auf der Suche nach neuen mutmachenden Projekten – ist daher jederzeit willkommen.

 

Quellen:
http://mutmacherei.net/

Bildquellen:

Beitragsbild: Mutmacherei

 

Elisabeth Demeter, MSc.

Elisabeth 180x180Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit im Bereich der IT-Sicherheit beschäftigt sich die Wildnislehrerin mit alternativen Lebensweisen und -philosophien. Als Weiterentwicklung ihres ersten Blogs („Wandering Treechild„) enstand im Sommer 2016 ein neuer persönlicher Blog mit dem Namen „follow the wild roots„. Dort behandelt sie Berichte über ihre Projekte, persönliche Herausforderungen ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen und Ideen zu diversen alternativen oder kontroversen Themen.

Elisabeth, 20.03.2017
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