Leben  

Die vielen Dimensionen der Nachhaltigkeit

Was muss man tun, um einen nachhaltigen Lebensstil zu entwickeln?

Was heißt es eigentlich, nachhaltig zu leben? Was muss man tun, um sich als Mensch bezeichnen zu können, der auf Nachhaltigkeit achtet?

Nachhaltigkeit ist ein großes Wort. Ein Wort mit vielen Dimensionen, die manchmal schwer fassbar erscheinen. Zumindest ist das mein Eindruck, den ich immer wieder bekomme, wenn ich mich mit Nachhaltigkeit befasse. Diese Mehrdimensionalität und manchmal auch Unklarheit ist eine Quelle für den einen oder anderen Irrglauben rund um das Thema Nachhaltigkeit. So auch zum Beispiel für den Mythos, um den es in diesem Beitrag gehen soll.

Mythos #2: Nachhaltigkeit bezieht sich vor allem auf Energieverbrauch

Nachhaltig zu leben heißt nicht nur, darauf zu achten, wie viel Wasser man verbraucht, woher der Strom kommt und womit die Heizung betrieben wird. Ein nachhaltiger Lebensstil macht sich auf viel mehr Ebenen des Alltags bemerkbar als auf dieser.

Versuchen wir einmal ein kleines Gedankenexperiment: Man stellt sich vor den Spiegel und betrachtet sich darin. Was bekommt man zu sehen? Einen Menschen, wahrscheinlich bekleidet, in den meisten Fällen frisiert und gewaschen. Man hört vielleicht das Gluckern des Magens, der gerade dabei ist, das Frühstück zu verdauen. Im Hintergrund sieht man einen senfgelben Armsessel stehen, daneben einen Beistelltisch mit einer kleinen Lampe, einer angebrochenen Tafel Schokolade und einem Reiseführer.

Mehr als nur die Energie

In diesem mentalen Bild hat vorrangig die Lampe mit Nachhaltigkeit zu tun? Was ist mit der Kleidung, den Hygieneartikeln, die den imaginierten Menschen sauber machen, den Lebensmitteln, die zum Frühstück verbraucht werden, den Möbeln, Verpackungsmaterialien wie die Hülle der Schokoladetafel und dem Reiseführer, den man gekauft hat, um die nächste Flugreise zu planen? Woher kommen diese Dinge? Wie wurden sie produziert? Woraus bestehen sie?

Ich nehme an, jetzt hören die meisten ein kleines Klicken. Ah ja: Bei einem nachhaltigen Lebensstil gibt es tatsächlich mehr zu bedenken, als Licht, Wasser und Wärme.

Fazit

Das soll jetzt aber keinesfalls abschrecken. Viel eher möchte ich damit darauf hinweisen, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, Nachhaltigkeit im Alltag umzusetzen. Es muss ja nicht gleich alles auf einmal sein, das ist nämlich in manchen Fällen gar nicht so einfach. Die Mehrdimensionalität von Nachhaltigkeit macht es aber möglich, dass jede/r seinen oder ihren Zugang zu diesem Lebensstil finden und sich vom gewählten Ausgangspunkt weiter vorarbeiten kann. Dass es viel zu bedenken gibt, ist also nicht unbedingt ein Fluch. Viel eher ist es ein breiter Möglichkeitsspielraum, in dem man dort mit einem nachhaltigerem Alltag anfangen kann, wo man selbst am leichtesten starten kann. Schritt für Schritt und im Idealfall mit Freude daran, die Welt guten Gewissens ein Stückchen besser zu machen.

Lisa Kirchgatterer, BA BA

The Green Bowl ist ein Food- und Lifestyle-Blog aus Wien. Seit 2014 schreibt Lisa dort über gesunde vegetarische und pflanzenbasierte Ernährung, natürliche Körperpflege, Nachhaltigkeit und Zero Waste. Sie nutzt den Blog als Plattform dafür, Kreativität in Küche und Alltag, fotografischen Versuchen und Gedanken rund um eine bewusste Lebensführung freien Lauf zu lassen und mit anderen Menschen zu teilen. Das Anliegen hinter The Green Bowl lässt sich also grob und teils im übertragenen Sinn so zusammenfassen: echt, ehrlich, grün.

Bildquelle: Lisa Kirchgatterer/The Green Bowl

Mehr Artikel von Lisa

Lisa Kirchgatterer, 14.03.2017
* Pflichtfelder

Neuer Kommentar

*

Ähnliche Artikel

Tools