Ernährung  

Erdmandel – ein vielseitiges Talent

Die Erdmandel – was sie ist und was sie kann

In unserem Urlaub in Spanien haben wir ein Getränk namens Horchata getrunken, welches aus Erdmandeln gemacht wird. Ich kannte schon den Erdmandelaufstrich aus dem Bioladen, aber was genau eigentlich eine Erdmandel ist, und welcher Unterschied zur „normalen“ Mandel besteht, wusste ich nicht. Daher hab ich heute mal recherchiert und erzähl euch ein bisschen etwas über diese kleinen Knöllchen!

 

Multitalent Erdmandel

Erdmandeln (auch Tigernuss oder Chufas genannt) sind eigentlich keine Mandeln und auch keine Nüsse, sondern erbsengroße Wurzelverdickungen eines tropischen Grases. Kleine, verschrumpelte Bröckchen, die bis zur Ernte in der Erde stecken. Ursprünglich kommt die Pflanze aus Afrika und wurde im 8. Jahrhundert durch die Araber nach Spanien gebracht. Heute wird sie dort auch angebaut und gerade in der Region um Valencia ist sie sehr beliebt. Die bei uns erhältlichen Erdmandeln kommen zum Großteil aus Westafrika. Dort existiert praktisch keine Umweltverschmutzung und die Anpflanzung lässt sich umweltfreundlich in die Sub-Sahara-Savanne eingliedern. Nach dem Einsammeln werden die Erdmandeln verlesen, gewaschen und bei etwa 28 Grad in der Sonne getrocknet. Damit die Knöllchen gleichmässig trocknen werden sie jeden Tag gewendet. Trocken sind sie dann bis zu zwei Jahren haltbar. 

Getrocknete Erdmandeln kann man einweichen und zum Beispiel als Schmorgemüse zubereiten. Oder eben wie in Spanien als Erdmandelmilch. Dazu etwa vier Stunden im Wasser ziehen lassen, dann pürieren, sieben und mit Zitrone oder Zimt aromatisieren. Auch frisch vom Feld lassen sich Erdmandeln als schmackhaftes Gemüse zubereiten. Die Vorbereitung ist dazu allerdings etwas aufwändig, da sie nicht geschält, dafür sehr gut gewaschen werden müssen. Am besten knabbert man frische Erdmandeln einfach roh oder geröstet. Gehackt kann man sie ins Müsli geben oder auch gerieben als Zutat in Cremes, Kuchen oder Strudel. Es sind außerdem auch Erdmandelflocken, -mehl und -aufstrich erhältlich. Als Delikatesse unter den Feinschmeckern gilt das nussige Erdmandelöl. Der Geschmack der Erdmandel ist nussartig, mit einer leicht erdigen Note, und erinnert an Mandeln und Haselnüsse.

Warum man Erdmandeln essen sollte

Bei Laktoseintoleranz ist die Erdmandelmilch eine Milchalternative, wobei den im Handel erhältlichen Produkten meist viel Zucker zugesetzt ist. Hier also immer das Etikett genau lesen oder die Milch einfach (wie oben beschrieben) selber machen. Erdmandelmehl ist glutenfrei, also auch bei Zöliakie eine gute Alternative zu Getreide, und auch bei einer Nussallergie verträglich. 

Die kulinarischen Verwendungsmöglichkeiten rund um die gesunde Knolle werden immer weiter ausgetestet und wegen der starken Nachfrage werden Köche immer kreativer – nicht zuletzt auch deshalb, weil die Erdmandel nicht nur köstlich schmeckt und für viele Allergiker eine willkommene Alternative darstellt, sondern auch aufgrund ihres speziellen Nährstoffprofils, das viele gesundheitliche Vorteile bietet. Das Sauergrasgewächs speichert in ihren unterirdischen Knollen nämlich ihren gesamten Nährstoffvorrat. Es wird zwischen schwarzen, braunen und gelben Erdmandeln unterschieden, die in Bezug auf den Nährstoffgehalt einige Unterschiede aufweisen. Dabei werden die gelben Erdmandeln den anderen vorgezogen, da sie grösser und farblich attraktiver sind. Zudem enthalten sie mehr Ballaststoffe sowie antioxidativ wirksame sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Flavonoide) und weniger Fett.

Die Erdmandel hat generell einen ausgesprochen hohen Ballaststoffanteil, der die Verdauung ankurbelt und Entgiftungsprozesse im Körper fördert. So wird zum Beispiel auch der Cholesterinspiegel gesenkt. Der hohe Fettanteil der Erdmandel (sehr untypisch für Wurzeln!) besteht zu einem großen Teil aus ungesättigten Fettsäuren. Zu diesen zählen auch Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und das Risiko für Bluthochdruck und koronare Herzerkrankungen senken. 

Sie ist außerdem reich an Vitaminen und Mineralstoffen, besonders Vitamin E, C sowie Kalium, Magnesium, Calcium und Phosphor. Glaubt man den Naturvölkern so erwärmt sie den Körper, trocknet Wunden, vertreibt Blähungen, kräftigt die Eingeweide, heilt Koliken, wirkt harntreibend, erleichtert die Menstruation, ist gut gegen Schwindel und Kopfschmerz und empfehlenswert bei Geschwüren im Mund und Zahnfleisch.

Wieder ein Lebensmittel das sich lohnt in den Speiseplan aufzunehmen! Ich werd mich auch einmal nach Knollen zum Einpflanzen umsehen, anscheinend kann man sie auch in unseren Breiten super in Töpfen ziehen. (Falls ich das ausprobiere und es klappt werde ich berichten!)

 

Quellen:
Oliv-Zeitschrift.at / Printausgabe März/April 2014
https://gesund.co.at/erdmandel-suess-gesund-31034/
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/erdmandel.html

Fotos:
Shutterstock / Picturepartners
Shutterstock / Mariontxa

Ulrike Göbl, MA

Die nebenberufliche Fitness- und Ernährungstrainerin beschäftigt sich schon seit ihrer Jugend mit gesunder Ernährung und alternativen Lebensweisen. 2010 begann die begeisterte Hobbyköchin ihren Foodblog „Fit & Glücklich“. Dort vereint sie ihre Liebe zu gutem Essen und Sport mit dem Versuch, die Balance im Leben zu finden. Seit 2012 vernetzt sie mit einer Kollegin auch noch die Österreichischen Foodblogger auf einer eigenen Plattform und hat 2015 auch ein Kochbuch  zum Thema „Clean Eating“ geschrieben.

Ulli, 18.08.2017
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