Leben  

Gemeinschaft leben auch ohne gemeinsames Wohnen

Gemeinschaft

Letzte Woche habe ich über diverse Arten von Gemeinschaften geschrieben, die zum Großteil damit zusammenhängen, dass man in irgendeiner Form zusammen wohnt. Diese Option ist jedoch für einige Menschen entweder nicht möglich, oder aber auch nicht erstrebenswert.

Das bedeutet nicht, dass man deshalb generell darauf verzichten muss, sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen. Es gibt auch viele andere Möglichkeiten, dieses Gemeinschaftsgefühl zu erleben.

Was ist Gemeinschaft eigentlich?

Als Gemeinschaften, wie ich sie in diesem Artikel verwende, bezeichne ich jegliche Zusammenschlüsse an Menschen, die sich zumindest mehr als einmal treffen, zumindest 3 Menschen sind, und wo eine Form des Zusammengehörigkeitsgefühls entstanden ist. Je öfter man sich sieht und je tiefer man sich auf die Verbindung einlässt, umso intensiver wird natürlich das Gefühl. Freundschaften zu einzelnen Personen sind im Leben, von so gut wie jedem von uns, sehr wertvoll, besitzen jedoch eine andere Qualität als sich als Teil einer Gruppe zu begreifen. Freundschaft und Gemeinschaft schließt sich nicht aus, ich möchte mich aber hier auf die spezielle Qualität von Gemeinschaften konzentrieren.

Was ist nun dieses Gemeinschaftsgefühl?

Dieses Gefühl kann sich sehr unterschiedlich ausdrücken und muss auch nicht immer nur positiv sein. Für mich ist es das Gefühl, Teil von etwas zu sein, etwas beitragen zu können, wahrgenommen zu werden. Es ist das Gefühl, mit meinen Ansichten, Wünschen oder Interessen nicht alleine zu sein. Es ist auch das Erlebnis, dass jeder und jede, die Teil der Gruppe ist, etwas einzigartiges beitragen kann und eine Bereicherung für alle ist. In einer Gruppe wo ich mich wirklich zugehörig fühle – was gar nicht so leicht passiert – weiß ich, dass ich so sein darf wie ich bin.

Aber es gibt natürlich auch immer wieder Probleme und Unstimmigkeiten sobald mehrere Personen zusammenkommen. Menschen haben unterschiedliche Herangehensweisen an Dinge, die oft schwer miteinander vereinbar wirken. Hier kommt es sehr stark auf die eigene Einstellung an, ob man bereit ist, eine gemeinsame Lösung zu finden oder nicht. Und manchmal ist es auch notwendig zu erkennen, dass es keine gemeinsame Lösung gibt.

Wie finde ich so eine Gemeinschaft / Gruppe?

Es gibt viele Möglichkeiten, Gemeinschaft leben zu können. Das kann über die Mitgliedschaft in einem Verein sein, die Teilnahme an einem Kurs, der über mehrere Termine hinweg läuft, aber auch in der Arbeit, der Schule, dem Studium, etc. Oft ist es auch so, dass die Gemeinschaften, die sich zum Beispiel im Studium gebildet haben auch danach noch weiter bestehen.

Andere Möglichkeiten Anschluss zu finden sind auch regelmäßig an einem Ort zu sein, wo auch andere Menschen sich regelmäßig treffen, egal ob es im Park, in einem Lokal oder sonst wo ist. Hat man Kinder, ergeben sich auch durch deren Freundschaften oft Verbindungen zwischen den Eltern.

Wesentlich ist, dass man offen ist dafür die Menschen um sich herum wirklich kennenzulernen, und sich darauf einlassen möchte.

Warum sich auf eine Gemeinschaft einlassen?

Gemeinschaft ist im Grunde ähnlich wie eine Beziehung. Es ist sicher nicht immer leicht, und es kann schon mal zu Unstimmigkeiten kommen, aber für die meisten Menschen überwiegen die Vorteile, die positiven Gefühle, und der Aspekt dass sich die Aufgaben und Verantwortung auf mehrere Menschen aufteilt.

Mir war es lange Zeit gar nicht bewusst, wie glücklich ich mich schätzen konnte, eine Gruppe an Menschen zu haben, die mich und sich untereinander alle gut und lange kennen. Erst als der Kontakt weniger wurde, habe ich erkannt, wie heilsam und wichtig die Gruppe für mich war und auch immer noch ist.

 

Bildquellen:

Beitragsbild: pixabay.com / AdinaVoicu

 

Elisabeth Demeter, MSc.

Elisabeth 180x180Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit im Bereich der IT-Sicherheit beschäftigt sich die Wildnislehrerin mit alternativen Lebensweisen und -philosophien. Als Weiterentwicklung ihres ersten Blogs („Wandering Treechild„) enstand im Sommer 2016 ein neuer persönlicher Blog mit dem Namen „follow the wild roots„. Dort behandelt sie Berichte über ihre Projekte, persönliche Herausforderungen ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen und Ideen zu diversen alternativen oder kontroversen Themen.

Elisabeth, 17.04.2017
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