Alternative Energien
Glossar zur Energieausweis, Wärmepumpe und Photovoltaik
Wollen Sie mehr über die wichtigsten Begriffe zu Photovoltaik- Anlagen, über den Energieausweis übers Bauen und Sanieren oder über Wärmepumpen wissen? Wir haben im Folgenden eine Auswahl von Fachausdrücken zum Thema gesammelt und kurz erklärt:
Glossar zur Photovoltaik
Photovoltaik
Unter Photovoltaik oder kurz “PV” versteht man die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen. Die Photovoltaik ist einer von mehreren Teilbereichen der Solartechnik, zu der neben der Photovoltaik auch weitere technische Nutzungen der Sonnenenergie gehören.
Dünnschichtmodul
Auf Glas oder Substratmaterial aufgedampftes Halbleitermaterial. Die Schichten sind bis zu zehnmal dünner als bei mono- oder polykristallinem Material. Die Wirkungsgrade betragen derzeit ca. 8 % (im Labor bereits bis 13 %). Sie können auch auf unebenen Flächen eingesetzt oder als Folien verwendet werden. Sie bringen weniger Leistung, sind jedoch auch entsprechend günstiger in der Anschaffung.
HIT (Heterojunction with Intrinsic Thin layer)
„Hybridzelle“: amorphe Zelle und monokristalline Zellen werden übereinander angeordnet. Damit wird ein größerer Spektralbereich des Lichts ausgenutzt und Leistung und Ertrag steigen. Der Wirkungsgrad beträgt ca. 17%.
kWp – KILOWATT PEAK
Einheit der maximalen („peak”) Leistung eines Solarmoduls unter Standard-Testbedingungen (STC, bei 1000 W/m2 Einstrahlung und 25 °C Modultemperatur).
Monokristalline Zellen
Sind erkennbar an der einheitlich schwarzen bis dunkelblauen Oberfläche und besitzen einen hohen Zellwirkungsgrad von 14 bis max. 17 %. Teurer in der Anschaffung und sehr empfindlich gegenüber Witterungseinflüssen und mechanische Belastung, daher müssen sie starr zwischen zwei Glasscheiben eingebettet sein.
Polykristalline Zellen
Werden aus dem Rohmaterial Silizium hergestellt. Flüssiges Silizium wird in Blöcke gegossen, in Scheiben geschnitten und verarbeitet. Verunreinigungen an den Rändern der Blöcke senken den Zellwirkungsgrad gegenüber monokristallinen Zellen auf 13 bis 15 %. Polykristalline Module lassen sich an der marmorierten, blauen Oberfläche erkennen und stellen aktuell den am häufigsten verwendeten Modultyp dar.
Solarmodul
Mehrere elektrisch miteinander verbundene Zellen unter einer transparenten Abdeckung (gehärtete Glasscheibe) und mit einer geschützten Rückseite (Folienverbund oder ebenfalls Glasscheibe). Solarmodule sind in gerahmter oder ungerahmter Ausführung erhältlich.
Solarzelle
Solarzellen nutzen mittels Halbleitermaterialien den photoelektrischen Effekt, um Solarstrahlung in elektrische Energie umzuwandeln. Eine einzelne Solarzelle z.B. auf Basis von kristallinem Silizium hat eine Arbeitsspannung von ca. 0,5 V.
Wechselrichter
Der Netzwechselrichter wandelt den vom Solargenerator produzierten Gleichstrom (DC) in Wechselstrom (AC) um, damit er in ein vorhandenes Netz eingespeist werden kann. Wichtige Größen sind Wirkungsgrad und Zuverlässigkeit.
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad gibt die Effektivität der Energieumwandlung wieder, also das Verhältnis der Strahlungsenergie der Sonne zur erzeugten Energie (Strom). Wirkungsgrade von kristallinen Solarmodulen liegen typischerweise bei 13 bis 18 %, d. h. 13 bis 18 % der eingestrahlten Sonnenenergie werden in elektrische Energie umgewandelt. Bei Wechselrichtern liegen die Wirkungsgrade bei Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom bei 90 bis 97%.
Glossar zur Wärmepumpe
Leistungszahl (COP)
Maß für den Wirkungsgrad, wird unter Prüfbedingungen gemessen. Verhältnis zwischen abgegebener Heizleistung (kW) zur aufgewendeten elektrischen Antriebsleistung (kW) für den Verdichter. Die Leistungszahl ist abhängig von der Situation. Angabe des COP im Firmenprospekt:
z.B. * L2 W35 bei Lufttemperatur 2° C und Vorlauftemperatur 35° C
* B0 W50 bei Bodentemperatur 0° C und Vorlauftemperatur 50° C
Jahresarbeitszahl (JAZ)
Verhältnis der abgegebenen Heizwärme zur aufgenommenen elektrischen Energie innerhalb eines definierten Zeitraumes (z.B. ein Jahr).
Heizlast (kW)
Wärmeleistung, die einem Gebäude bei der örtlichen Normaußentemperatur zugeführt werden muss, um eine Raumlufttemperatur von 20°C zu halten. Die erforderliche Wärmeleistung der Wärmepumpe beträgt die Heizlast plus eventuell einen Zuschlag für das Warmwasser.
Direktverdampfer
Erdwärmepumpe, bei der das Kältemittel ohne zusätzlichen Wärmetauscher in den Flächenkollektor geleitet wird. Vorteil: höhere Jahresarbeitszahl, da kein zusätzlicher Wärmetauscher erforderlich ist. Nachteil: Kunststoffummantelte Kupferrohre als Flächenkollektor erforderlich, nur ebene Verlegung und keine sommerliche Kühlung möglich.
Glossar zum Energieausweis
Bruttogeschossfläche BGF
Fläche der beheizten Wohnräume inklusive Wände. Je nach Wandstärke ist die BGF um 20 bis 30 % größer als die Wohnnutzfläche.
Spezifischer Heizwärmebedarf HWB-ref
Ist die „eigentliche“ Energiekennzahl und gibt die Energiemenge in kWh/m2a an, die für die Raumwärme des Gebäudes benötigt würde, wenn es am Referenzstandort stehen würde (also auf Basis eines Referenzklimas).
Spezifischer Heizwärmebedarf HWB (standortbezogen)
Zu erwartender Heizwärmebedarf am tatsächlichen Standort. Der tatsächliche Verbrauch kann benutzerabhängig abweichen und bei Neubauten im ersten Jahr wegen Bauteiltrocknung erhöht sein.
Warmwasserwärmebedarf WWWB
Jährlicher Energiebedarf für die Warmwasserbereitstellung.
Heiztechnikenergiebedarf HTEB
Energiebedarf für die Verluste der Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlage (bei der Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Abgabe).
Heizenergiebedarf HEB
Der Teil des Endenergiebedarfs, der für Heizungs- und Warmwasserversorgung aufzubringen ist.
Endenergiebedarf EEB
Energiemenge, die für den Heiz- und Warmwasserwärmebedarf zugeführt werden muss, inklusive der Verluste.
Normaußentemperatur
Ist der niedrigste Zweitagesmittelwert der Außentemperatur, der in 20 Jahren 10-mal erreicht wurde (Definition lt. Ö-Norm B 8135).
Bauen und Sanieren
Bruttogeschossfläche BGF
Fläche der beheizten Wohnräume inklusive Wände. Je nach Wandstärke ist die BGF um 20 bis 30 % größer als die Wohnnutzfläche.
Wohnnutzfläche WNF
Die Nutzfläche ist die gesamte Bodenfläche einer Wohnung, abzüglich der Wandstärken und Wandausnehmungen. Keller- und Dachbodenräume, sofern sie nicht für Wohnzwecke geeignet sind, Treppen, offene Balkone und Terrassen zählen nicht dazu.
U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient (frühere Bezeichnung: k-Wert). Ist ein Maß für den Wärmeschutz eines Bauteils und besagt, wie viel Wärmeleistung pro m2 Bauteilfläche bei einem Temperaturunterschied von 1° C (1 Kelvin) durch den Bauteil fließt. Je kleiner der U-Wert, umso besser der Wärmeschutz.
Einheit: W/m2K (Watt pro Quadratmeter und Kelvin)
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