Energiepolitik  

Good News: Indiens schwimmende Solarfarmen

Ein staatliches Förderprogramm soll schwimmenden Solarfarmen in Indien Auftrieb geben.

Die Solar Energy Corporation India (SECI), die Teil des Ministeriums für Neue und Erneuerbare Energien ist, hat einen Ausschreibungsprozess für ein staatlich finanziertes Investitionsprogramm für schwimmende Solarfarmen eingeleitet. In den nächsten drei Jahren sollen 10.000 MW Solarenergie-Kapazität installiert werden und das, ausschließlich in Form schwimmender Kraftwerke. SECI hat Unternehmen eingeladen, Projektpläne einzureichen, so will man untersuchen, ob genügend Marktkapazität vorhanden ist, um die angestrebten 10.000 MW innerhalb von 3 Jahren installieren zu können.

Der Grund dafür, dass man auf schwimmende Produktionsstätten fokussiert, liegt darin, dass es in manchen indischen Bundestaaten sowohl physische als auch legale Hürden bei der Erschließung von Land für solche Projekte gibt. Es gibt in Indien aber genügend Wasserflächen und Reservoirs, wo man problemlos solche Anlagen errichten kann. SECI würde alle Energie die in solchen Anlagen produziert wird später aufkaufen. Das neue Programm ist ein Schritt auf dem Weg zum ambitionierten Ziel, das man sich für 2022 gesteckt hat, bis dahin will man in Indien nämlich eine installierte Solarkapazität von insgesamt 100 GW erreichen.

Indien ist das erste Land weltweit, das schwimmende Solaranlagen in einem staatlich finanzierten Programm fördern will. Dies wird der noch jungen Technologie vermutlich auch zu rascher Weiterentwicklung verhelfen. Die erste schwimmende Anlage wurde erst im Jahr 2014 in Korea eröffnet und hat eine Kapazität von 465 KW. Die bisher größte Anlage wird zur Zeit in China gebaut, wenn sie fertig ist, soll sie eine Kapazität von 150 MW erreichen. Indiens bisher größte schwimmende Solarfarm hat eine Kapazität von 500 KW. Und auch wenn Indiens Pläne damit ambitioniert erscheinen, überrascht es kaum, dass es ausgerechnet dieses Land ist, das ein solches Programm finanziert. Das Land hat in den letzten Jahren sehr viel in Solarenergie investiert, mehrere Bundesstaaten haben von Kohlekraftwerken zu Solarenergieproduktion gewechselt, da diese Form von Energie immer günstiger wird.

Die indische Regierung plant außerdem PV-Dachanlagen stärker zu fördern, um auch für den Konsumenten Anreize zu schaffen, auf saubere Energie umzusteigen. Es gab bereits ein Programm zur Förderung von Dachanlagen, doch das ursprüngliche Budget von 770 Millionen US-Dollar soll nun auf 3,7 Milliarden aufgestockt werden.

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Bild: Humayunn Peerzaada

Energieleben Redaktion, 12.03.2018
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