Architektur  

HouseZero

Kann ein mehr als achtzig Jahre altes Gebäude so adaptiert werden, dass es mit energieeffizienten Neubauten mithalten kann?

Das Harvard Center for Green Buildings (CGBC) an der Harvard University Graduate School of Design steht vor einer herausfordernden Aufgabe. Das eigene Hauptgebäude, ein mehr als 80 Jahre altes Holzrahmenhaus, soll im Zuge einer Renovierung zu einem der nachhaltigsten Gebäude der Welt werden. Im sogenannten HouseZero soll eine komfortable Atmosphäre geschaffen werden, gleichzeitig soll die Abhängigkeit von energieintensiven Technologien so weit wie möglich reduziert werden. Dafür setzt man auf hundert Prozent natürliche Ventilation und vollkommene Tageslichtautonomie, außerdem soll so gut wie keine Energie für Wärme und Kühlung nötig sein.

Planung und Ausführung von HouseZero erfolgen in einer Zusammenarbeit zwischen CGBC, Snøhetta und Skanska Technology. Man will beweisen, dass man der Klimaveränderung und der Erderwärmung nicht nur mit effizienten Neubauten entgegenwirken kann, sondern dass auch ältere Gebäude so adaptiert werden können, dass sie den hohen Standards für nachhaltige, grüne Gebäude entsprechen. Für die Verwirklichung dieser Vision wird die Isolierung des Gebäudes erneuert und verbessert, die Fenster werden vergrößert und Dachflächenfenster eingesetzt, währen das Fundament und die Grundstruktur erhalten bleiben. Die Außenhülle des Gebäudes soll auf saisonale Unterschiede und unterschiedliche Luftqualität reagieren. Sensoren sorgen dafür, dass Fenster automatisch geöffnet oder geschlossen werden, um gleichbleibend gute Luftqualität im Inneren zu garantieren.

Mittels Erdwärmepumpe wird, je nach Jahreszeit, kaltes beziehungsweise warmes Wasser durch die Bodenplatten gepumpt, um für natürliche Kühlung oder Erwärmung des Gebäudes zu sorgen. Auf dem Dach des Gebäudes sollen Photovoltaikpaneele montiert werden, um Energie für das Gebäude zu produzieren. Eine Batterie soll dafür sorgen, dass diese Energie auch für bewölkte und dunkle Stunde gespeichert werden kann. Ist die Batterie vollgeladen, wird die Überschussproduktion in das lokale Netz eingespeist. Mittels Solarthermieanlage will man auch das Wasser mit der Kraft der Sonne erwärmen. Im Erdgeschoss des HouseZero entsteht ein großer offener Raum, der für Veranstaltungen genutzt werden kann. Für gemütliche Atmosphäre und ein gesundes Raumklima sorgen natürliche Materialien. Zum Einsatz kommt unter anderem Birkenholz, Nanokeramik und natürlicher Lehmputz. Alle Materialien werden regional eingekauft und sind schadstofffrei.

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Bild: Pexels

Energieleben Redaktion, 13.11.2017
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