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Kongress: Gutes Leben für alle

Was bedeutet für dich ein gutes Leben? Was bedeutet ein gutes Leben für alle? Und welche ersten Schritte können wir schon gehen?

Copyright: Shutterstock/Radu Bercan

Diese Fragen begleiteten den Kongress „Gutes Leben für alle“, der vom 9. bis 11. Februar zum zweiten Mal stattgefunden hat. Veranstaltungsort waren diverse Räumlichkeiten der Wirtschaftsuniversität Wien.

Der Kongress mit dem Subtitel „Gutes Leben für alle braucht eine andere Globalisierung“ fokussiert sich hierbei darauf, Denkanstöße bereitzustellen um Hoffnung zu machen und neue Möglichkeiten aufzuzeigen. Hierbei wird auch schon beim Kongressformat ein Denkanstoß gegeben, da es in einem partizipativen Format nach „Art of Hosting“ aufgebaut ist. Das bedeutet konkret, dass der Kongress nicht rein aus Vorträgen besteht. Es gab auch Diskussionsrunden mit Fachleuten aus unterschiedlichsten Bereichen, Kleingruppen die in Workshops Themen bearbeiteten, sowie Exkursionen zu diversen interessanten und inspirierenden Orten in Wien.

Von der Energiewende zur Stadt der Zukunft

Die behandelten Themen am Kongress reichen von Energie- und Ressourcenwende über eine neue Verteilungsfrage der Zeit, globale Kooperation bis zur Stadt der Zukunft für alle, wo öffentliche Räume besser gemeinsam genutzt werden sollen. Und natürlich allem, was dazwischen noch Platz hat. Es wurden die unterschiedlichsten Aspekte eines guten Lebens betrachtet und gemeinsam nächste Schritte angedacht.

Gutes Leben für alle Kongress

Themen und Ernte

Um so viele Bereiche wie möglich abdecken zu können, waren sehr viele Angebote parallel. Wesentlich hierbei war, dass man sich dem Thema widmen konnte, das persönlich gerade am wichtigsten ist. Diesem Thema gibt man dann mehr Raum, mehr Tiefe, und mehr Möglichkeit, auch schon aktiv Ideen für nächste Schritte zu entwickeln. Zum Abschluss der Veranstaltung am Samstag wurden dann die in den jeweiligen Angeboten gesammelten Essenzen und Erkenntnisse gesammelt allen als sogenannte Ernte präsentiert. Man musste also auf keinen der Inhalte wirklich verzichten.

Gutes Leben für alle

Wer war dort?

Das Publikum und auch die geladenen Diskussionsteilnehmer, LeiterInnen der Workshops und Vortragenden kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Dementsprechend wurden durchwegs unterschiedliche Ansätze vertreten, was einen breiten, offenen und bereichernden Austausch ermöglicht hat. Vertreten waren Menschen aus Bereichen der Politik, Wirtschaft und Forschung, aber auch Studierende, Pioniere, Mitglieder von diversen grassroots-Bewegungen und -Initiativen, sowie diverse interessierte Menschen. Was sie vereinte war, dass sie sich großteils bereits mit dem Thema eines guten Lebens auseinander gesetzt haben.

Gutes Leben für alle Kongress

Fragen, die behandelt wurden

Der Kongress mit seinen fast 1000 Besuchern dieses Jahr zeigt, dass sich derzeit sehr viele Menschen aktiv um ein gutes Leben bemühen. Die Fragen „Was ist für mich ein gutes Leben?“ und „Was bedeutet ein gutes Leben für alle?“, die während dem Kongress auch in Kleingruppen diskutiert wurden, haben hierbei auch wieder gezeigt wie vielschichtig die Antworten sind. Für die einen ging es um das Abdecken der Grundbedürfnisse. Andere betrachteten es als weiterer Auswuchs des imperialistischen Gedanken, dass wir als Privilegierte uns einbilden zu wissen, was alle brauchen. Wieder andere stellten die nicht unwesentliche Frage: „Wer sind ‚alle‘?“, wodurch nicht nur Menschen sondern auch Tiere, Pflanzen, oder auch der Planet mit eingeschlossen werden sollen.

Ernte: Gutes Leben für alle Kongress

Was hängen blieb

Der Kongress hat mir gezeigt, dass es eine sehr zentrale Frage für das gute Leben ist, wie wir unsere Zeit verbringen, und damit Verbunden ein neu Denken von Arbeit und Arbeitszeit sowie Selbstbestimmung und -wirksamkeit notwendig sind. Es wurde von Hartmut Rosa aufgezeigt, dass ein wesentlicher Teil des Lebens aus Resonanz bzw. dem oft Fehlen von Resonanz besteht. Wenn wir Beziehungen aufbauen, wenn uns etwas bewegt, können wir auch andere bewegen. Ohne Beziehungen – sowohl zu anderen Menschen als auch zu sich selbst, zur Umwelt und zum größeren ganzen – stumpft man ab.

Und speziell das Aufbauen von Beziehungen zu gleichgesinnten Menschen kann helfen, neue Motivation und Energie zu finden, neue Projekte ins Leben zu rufen, oder an bestehenden mitzuhelfen. Aktiv werden macht einen Unterschied!

Fazit

Die Problematik, dass die Diversität der Besucher bei diesen Kongressen tendenziell auf gewisse Bildungs- und Gesellschaftsschichten beschränkt ist wurde erkannt, und es wurde mehrmals zum Dialog zu anderen Interessensgruppen aufmerksam gemacht. Ob und wie sich dies in Zukunft auswirkt wird sich zeigen.

Es wurden aber auf jeden Fall viele wichtige Themen für ein gutes Leben diskutiert und behandelt. Vor allem wurde auch sehr bewusst darauf geachtet, dass jede/r Einzelne die für sich nächsten Schritte überlegen, und an Bestehendem anknüpfen, weiterentwickeln, oder Neues schaffen kann.

Quellen:

http://www.guteslebenfueralle.org/de/
http://www.artofhosting.org/de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Graswurzelbewegung
https://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Rosa

Bildquellen:

Beitragsbild: Copyright: Shutterstock/Radu Bercan

 

Elisabeth Demeter, MSc.

Elisabeth 180x180Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit im Bereich der IT-Sicherheit beschäftigt sich die Wildnislehrerin mit alternativen Lebensweisen und -philosophien. Als Weiterentwicklung ihres ersten Blogs („Wandering Treechild„) enstand im Sommer 2016 ein neuer persönlicher Blog mit dem Namen „follow the wild roots„. Dort behandelt sie Berichte über ihre Projekte, persönliche Herausforderungen ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen und Ideen zu diversen alternativen oder kontroversen Themen.

Elisabeth, 13.02.2017
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