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Künstliche Inseln als Windkraft-Batterien

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50 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus Windkraft decken? Forscher aus Dänemark wollen das bis 2025 schaffen. Der Schlüssel dazu sind künstliche Inseln in Küstennähe.

Windräder im Meer bringen einen hohen Energieoutput, ganz einfach, weil es am Meer und auf offener See so gut wie immer windig ist. Gelegentlich allerdings haben auch die Hochseewindräder mit Flauten zu kämpfen, so wie die Solarfarmen bei Nacht keine Energie ins Netz einspeisen. Das ist ein Problem, weil eine Stadt, die niemals schläft, bei Tag wie bei Nacht Energie benötigt, und bei Sonne, Regen und Windstille ebenso.

Konzept: Green Power Island

Die “Green Power Islands” setzen an dieser Stelle an. Es handelt sich dabei um künstliche Inseln vor der Küste, die Energie nicht nur generieren können – eben mit Windrädern – sondern auch speichern. Und zwar mit Wasser.
Wenn die Insel einen Energieüberschuss produziert, wird dieser Energieüberschuss in den Betrieb von Pumpen gesteckt. Wasser – direkt aus dem Meer – wird in ein riesiges Reservoir gepumpt und dort gespeichert. Wenn der Energiebedarf die Energieproduktion übersteigt, ist die Zeit dieses gespeicherten Wassers gekommen.
Es wird abgelassen und erzeugt ganz traditionelle Wasserkraft, wie wir sie von den Donaukraftwerken her bestens kennen.

Sonne und Biomasse

Eine zweite, vielleicht etwas esoterischere Variante dieser Green Power Islands verfügt neben den Windrädern über ein großes Solarmodul in der Mitte der Insel. In den äußeren Bereichen soll dann Biomasse hergestellt werden. Bei dieser Idee bleibt leider offen, wie die Biomasse einen Energieabfall bei nächtlicher Windstille abfedern soll.

Eine Test-Insel im Kattegat-Meeresgebiet soll einen Wasserspeicher für 31.350.000 Kubikmeter Meerwasser in einem Berg enthalten. Die mit so viel Wasser erzeugte Energie würde die Stadt Kopenhagen für 24 Stunden vollständig mit Energie versorgen.
A propos Kopenhagen: Eine Art Allround-Green-Power-Island soll tatsächlich in näherer bis mittlerer Zukunft direkt vor Kopenhagen errichtet werden. Windräder, Solarpannele im Zentrum, Biomasse am Rand und dazu noch ein Wasserspeicher, so lautet der Plan.

Dänemark und Florida

Das Konzept ist neben Dänemark auch für andere Küstengebiete interessent, beispielsweise für Tampa in Florida. Die dafür entworfene Insel soll die Stadt sogar zwei volle Tage mit Energie versorgen.

Mehr Infos: Greenpowerisland.dk

Energieleben Redaktion, 04.07.2011
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