Leben  

One Plastic Beach – angespülte Kunst

Aus Strandgut wird Kunst, die gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit der Plastikproblematik ist.

Seit beinahe 20 Jahre durchkämmt das Künstlerpaar Judith und Richard Lang immer wieder den gleichen Strandabschnitt nach angespültem Plastik. Nur etwa einen Kilometer ist dieser Abschnitt des Kehoe Beach an der Point Reyes Küste in Kalifornien lang, dennoch finden die beiden bei jedem Ausflug mehr als sie tragen können. Die verschiedenen Plastikteile die die Langs einsammeln, verwenden sie, um daraus Kunst zu machen, diese Kunst soll auch gleichzeitig darauf aufmerksam machen, welche unglaublichen Mengen an Plastik sich in den Meeren befinden und wie langlebig dieses Material ist.

Judith und Richard selbst vergleichen ihre Arbeit mit der von Archäologen. Archäologen graben nach dem was frühere Generationen an Spuren zurückgelassen haben und das tun auch die Langs. Der einzige Unterschied ist, dass die Artefakte, welche die letzten Generationen zurück gelassen haben, aus Plastik sind und nicht aus natürlichen Materialien.

Für ihr erstes Projekt haben die beiden nur die bunten Verschlusskappen von Getränkekartons gesammelt. Aus diesen Fundstücken wollten sie dann eine Trophäe machen, so entstand ihr erstes Strandplastikkunstwerk, ein großer, farbenfroher Fisch. Etwa zur Zeit der Fertigstellung dieses ersten Werkes, kamen auch die ersten Meldungen und Bilder vom großen Plastikteppich der sich im Nordpazifik angesammelt hat. Die Langs sind dann immer wieder zum selben Strandabschnitt zurückgekehrt, um Plastikmüll einzusammeln und Kunst daraus zu machen. Ihr Einsammeln von Plastik bezeichnen sie aber nicht als Säubern des Standabschnitts, da die angeschwemmte Menge, an Plastik jeder Form und Größe, viel zu groß ist, um von den Beiden aufgeräumt zu werden.

Judith und Richard nehmen auch nicht alles mit was sie finden, sondern suchen bewusst nach bestimmten Farben und Formen, die sie für ihre Kunstwerke verwenden möchten. Natürlich haben die Langs oft die Frage gehört und sich auch selbst gestellt, ob es legitim ist, Plastikabfall, etwas das die Umwelt stark belastet, als etwas ästhetisch Ansprechendes zu präsentieren. Die Antwort auf dieser Frage ist, dass es zulässig ist, da ihre Projekte gleichzeitig ein Bewusstsein für die Problematik generieren. In folgendem Video erfährt man mehr über die Arbeit von Judith und Richard Lang. Besonders interessant ist ein Projekt für das Museum of Modern Art in San Francisco, welches die beiden im Video beschreiben. In diesem Projekt versuchen sie zu visualisieren, welche unglaublichen Mengen an Plastik sich im Meer befinden. Durchschnittlich 46.000 Teile pro Quadratmeile (rund 2,5 Quadratkilometer) treiben in unseren Meeren.

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Bild: Pexels

Energieleben Redaktion, 19.04.2017
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