Ernährung  

Vegetarier oder Nicht-Vegetarier – Wer lebt länger und gesünder?

Gibt es eigentlich eine eindeutige Antwort auf diese Frage?

Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch, immer mehr Restaurants mit ausschließlich vegetarischem Angebot haben in den letzten Jahren eröffnet. Kann man aus diesem Trend schließen, dass der Verzicht auf Fleisch gesünder ist und zu einem längeren Leben führt? Wir werden die Frage hier wohl kaum endgültig beantworten können, das haben zahlreiche Spezialisten bereits versucht, doch zu einem eindeutigen Ergebnis kommen sie nicht. Wir möchten hier aber ein paar aktuelle Forschungsergebnisse zusammenfassen.

Eine Studie der Universität Graz hat herausgefunden, dass Vegetarier öfter an Krebs und Allergien leiden oder psychische Probleme haben als Menschen, die Fleisch essen. Allerdings hat man in dieser Studie nicht untersucht, was hier Ursache und was Wirkung ist. Man weiß zwar, dass Vegetarier öfter an gewissen Krankheiten leiden, aber man hat nicht untersucht ob sie krank sind, weil sie sich vegetarisch ernähren oder ob sie sich fleischlos ernähren, weil sie an einer Krankheit leiden.

Die Oxford University konnte in zwei Langzeitstudien keinen nennenswerten Unterschied in der Sterblichkeitsrate von Vegetariern und Fleischessern feststellen. Eine Studie des Nobelpreisträgers Harald zur Hausen deutet allerdings darauf hin, dass der Konsum von rotem Fleisch das Krebsrisiko erhöht. Wer viel rotes Fleisch, vor allem Rindfleisch, isst, hat ein höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken. In Indien, wo deutlich weniger Rindfleisch gegessen wird als bei uns, gibt es viel weniger Fälle von Darmkrebs.

Eine Studie der Loma Linda University in Kalifornien hat die Sterblichkeitsraten von insgesamt 100.000 Vegetariern und Nicht-Vegetariern in einen Zeitraum von fünf Jahren untersucht und festgestellt, dass Vegetarier eine niedrigere Sterblichkeitsrate haben. Sowohl diese Studie, als auch die Grazer Studie konnten feststellen, dass Vegetarier oft einen gesünderen Lebensstil verfolgen, sie trinken weniger Alkohol, rauchen weniger, betreiben mehr Sport und neigen seltener zu Übergewicht. Dass genau diese Faktoren, unabhängig davon ob man sich nun vegetarisch oder nicht-vegetarisch ernährt, zu besserer Gesundheit und zu einer niedrigeren Sterblichkeit führen ist klar. Die Autoren der österreichischen Studie empfehlen eine fleischreduzierte, obst- und gemüsereiche Ernährung, auch die kalifornische Studie sieht deutliche Vorteile in der sogenannten flexitarischen Ernährungsweise, doch auch Vegetarier, Pescetarier und Ovo-Lacto-Vegetarier leben länger als Personen, die viel Fleisch essen.

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Bild: Pexels

Energieleben Redaktion, 15.12.2016
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