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Wie schneidet Ihr Auto ab?

Das MIT hat eine Web-App entwickelt, die klarstellt, wie sich Ihr Auto auf die Umwelt und das Börserl auswirken.

© David Megginson: The electric car / Flickr

Autos werden nach vielen Gesichtspunkte gekauft: Leistung, Aussehen, Prestige, Praktikabilität, Sicherheit, Ruf, Ansehen, Preis oder Verbrauch sind Kriterien, die von verantwortungsbewussten Käuferinnen und Käufern in Betracht gezogen werden.

Geht es darum, das umweltfreundlichste und börserlschonendste Auto zu finden, hat das Trancik Lab des MIT (Massachusetts Institute of Technology) die Web-Applikation CarbonCounter entwickelt, die die Entscheidungsfindung erheblich erleichtert. Einziges Problem damit: die enthaltenen Autos sind US-spezifisch ausgewählt. Dauerbrenner wie der BMW 3er, Teslas Model S oder der Smart finden sich aber auch hier.

Screenshot - CarbonCounter

Was wird gegenübergestellt?

Verglichen werden die folgenden Kategorien:

  • Autos mit Benzinmotor (schwarz)
  • Autos mit Dieselmotor (grau)
  • Autos mit Hybrid-Antrieb (hellrot)
  • Autos mit Plugin-Hybrid (dunkelrot)
  • Autos mit Batterie (gelb)
  • Autos mit Brennstoffzelle (aka. der Toyota Mirai, blau)

Was wird gemessen?

Auf der X-Achse finden sich die Kosten für ein Fahrzeug: berechnet wurden die tatsächlichen Nutzungskosten über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs pro gefahrener Meile. Das beinhaltet den Anschaffungspreis, die Treibstoff-, sowie alle normalerweise anfallenden Servicekosten. US-amerikanische Steuererleichterungen und -vorteile wurden ebenfalls berücksichtigt, so dass die genannten Kosten nicht zu 100% umgelegt werden können auf den europäischen Markt.

Auf der Y-Achse sind die Treibhausgasemissionen pro Meile aufgetragen für jedes Auto. Der Wert subsummiert alle anfallenden Emissionen von der Produktion und Distribution bis zum Treibstoff. Das bedeutet, dass alle Abgase für die Produktion von Batterien sowie Strom ebenso inkludiert sind, wie jene für die Förderung von Rohöl und den Betrieb einer Raffinerie.

Die beiden grau gestrichelten Linien markieren die US-Emissionsziele für den Gesamt-Flottenverbrauch für das Jahr 2030 (obere Linie) und 2040 (untere Linie), die im Einklang mit dem 2°C-Ziel definiert wurden.

Was zeigt sich?

Der beste Emissionswert eines Verbrenners, der Smart ForTwo, ist gerade mal etwas schlechter wie der schlechteste Wert eines Elektrofahrzeugs, der Toyota Rav4 EV Base. Die absoluten niedrigsten Emissionswerte liefern durchgängig batteriebetriebene Elektrofahrzeuge, der Toyota Mirai als einziger Vertreter der Brennstoffzellen-Technologie liegt gleichauf mit dem Elektro-Rav4.

Alle Verbrenner liefern die höchsten Emissionen, wobei die mit Diesel betriebenen Autos erheblich besser abschneiden als die Benziner. Der Hybridantrieb, egal ob Plug-In oder nicht, liegt überwiegend unter den Verbrennern, mit Ausnahme in der Luxus-Klasse, die auf Augenhöhe mit den besseren Verbrennern ist.

King of the Road bei allen Treibhausgas-Emissionen ist und bleibt das Elektroauto, selbst bei US-amerikanischem Strommix.

Und wer ist am Billigsten?

Der Smart ForTwo electric drive passion. Das Auto vereint den günstigsten Systempreis mit einem extrem guten Wert bei den Emissionen.

Generell gilt: Kleinwagen haben auch im Bereich der Elektromobilität die Nase vorn.

Foto: David Megginson: The electric car / Flickr

Martin Skopal, 11.10.2016
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