Wie abhängig sind wir von Strom und Energieversorgung? Der aktuelle Bestseller „Blackout“ von Marc Elsberg spielt ein Albtraum-Szenario durch: Großflächige und dauerhafte Stromausfälle in Europa. Wie gehen die Menschen damit um? Wie überleben sie? energieleben.at verlost jetzt drei Exemplare des Buches „Blackout“

Marc Elsberg wurde 1967 in Wien geboren und war Kolumnist der Tageszeitung Der Standard. Mit seinem Buch „Blackout“ wirft er eine sehr spannende Frage auf: Begeben wir uns in eine zu große Abhängigkeit von Technologie und Energieversorgung? Ist unser Fortschritt in Wahrheit ein Rückschritt?

Zum Buch:
An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout.
Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, zu den Behörden durchzudringen – erfolglos. Als der Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, werden dubiose E-Mails auf seinem Computer gefunden. Selbst unter Verdacht wird Manzano eins klar: Ihr Gegner ist ebenso raffiniert wie gnadenlos.
Unterdessen liegt Europa im Dunkeln, und die Menschen stehen vor ihrer größten Herausforderung: Überleben.

Das fiktive Katastrophenszenario darf ruhig als Mahnruf verstanden werden.
Es lohnt sich, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, in welchen Abhängigkeiten wir uns befinden, und wie es weitergehen kann, wenn ganz selbstverständlich scheinende Dienstleistungen einmal nicht zur Verfügung stehen.

Wir haben mit dem Autor über das Buch und seine Gedanken zur Energieversorgung und zum Energie sparen gesprochen.

energieleben.at: Herr Elsberg,
bitte erzählen Sie uns kurz etwas über sich selbst.

Marc Elsberg: Ich bin neugierig. Das musste ich schon als Kreativer in der Werbung sein. Neues, Unbekanntes fasziniert mich. Ich will wissen, wie die Welt funktioniert. Ich lese sehr viel, gehe gern in Austellungen, Konzerte, ins Theater und Kino, treffe gern Menschen, bin gern unterwegs. Ich wurde in Wien geboren, habe aber auch acht Jahre in Hamburg gelebt und gearbeitet.

energieleben.at: In Ihrem Buch wird die Abhängigkeit unserer westlichen Zivilisation von Strom thematisiert.
Was war der Schlüsselmoment, in dem die Idee zu „Blackout“ geboren wurde?

Marc Elsberg: Ich las einen Artikel über die Produktion elektrischer Zahnbürsten. Die Einzelteile werden auf der ganzen Welt hergestellt, zusammen gebracht, montiert und dann wird die fertige Bürste wieder in der ganzen Welt verteilt. Ich fragte mich: Was geschieht wenn nur ein Glied dieser Kette reißt?

All unsere Lebensbereich sind längt völlig miteinander vernetzt. Davon handelt „Blackout“: dass in unserer modernen Welt alle voneinander abhängig sind – und ganz besonders vom Strom.

Den meisten Menschen ist das immer noch zuwenig bewusst. Durch diese Vernetzung hat sich unsere Gesellschaft radikal gewandelt. Vor dreißig, vierzig Jahren hatte deshalb auch ein Stromausfall für Menschen und Unternehmen weit weniger dramatische Folgen als heute.

energieleben.at: Was macht Strom für unsere Gesellschaft so besonders wichtig?

Marc Elsberg: Das beschreibe ich in „Blackout“. In einer Szene verwende ich eine Analogie: Strom ist für unsere Gesellschaft, was Blut für den Menschen ist. Wenn er nicht fließt, geht nichts mehr. Die Energieversorgung ist die Basis aller anderer Infrastrukturen. Alles hängt davon ab – von der Wasserver- und entsorgung, über die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion und –versorgung, das Gesundheitssystem, die Industrie, das Finanzwesen, einfach alles.

energieleben.at: Man spricht von Smart Homes, in denen jedes Gerät mit dem Internet verbunden ist. Befürworter sprechen von Kühlschränken, die selbständig Milch nachbestellen; die meisten Menschen denken trotzdem noch zweifelnd: Brauchen wir das?

Marc Elsberg: Ich bin grundsätzlich ein Freund technischer Weiterentwicklung und Neuerungen. Ob man die angesprochenen Möglichkeiten braucht, sollte jeder für sich entscheiden. Sicher erleichtern sie einiges. Aber wir kommen heute auch ohne sehr gut damit aus.

energieleben.at: Glauben Sie, dass sich diese Ideen durchsetzen werden?

Marc Elsberg: Das wird vom Nutzen abhängen, den sie stiften. Wenn sie unser Leben einfacher und angenehmer machen, werden sie sich wahrscheinlich durchsetzen. Wenn nicht, werden sie eher scheitern.

energieleben.at: Man spricht auch viel von Smart Metering in den letzten Jahren. Viele Menschen machen sich Sorgen deshalb, vor allem aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen. Was sind aus Ihrer Sicht die positiven Aspekte der Technologie?

Marc Elsberg: Ich teile die Bedenken gegen die Smart Meter Technologie in jedem Haushalt beim gegenwärtigen Stand der eingesetzten Technik. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf, sowohl was Sicherheit als auch Datenschutz angeht!

Für ein stabiles Smart Grid sind auch keine Smart Meter in jedem Haushalt nötig. Vor diesem Hintergrund muss man sich auch fragen, wie es trotzdem dazu kam, dass sie in jeden Haushalt eingebaut werden sollen.

Langfristig werden sie uns vor allem flexibleres Energiemanagement ermöglichen, über das sich die oder der Einzelne nicht den Kopf zerbrechen muss. Das übernimmt ja dann das Smart Meter. Ob es die versprochene Energiekostensenkung für den einzelnen Haushalt bringt – da bin ich mal gespannt.

Aber ein sinnvolleres Gesamtenergiemanagement bei vielen Einzelnen hilft vielleicht der Gemeinschaft bei den kommenden Herausforderungen. Wird davon abhängen, wer und wie man dieses Management gestaltet.

energieleben.at: Wer heute ein Haus baut, denkt über Solarpaneele und manchmal auch eigene Windkraft nach, man baut Niedrigenergiehäuser oder Plusenergiehäuser. Ist geschützt, wer sich selbst mit Strom versorgen kann?

Marc Elsberg: Dazu müssten sie den selbst erzeugten Strom auch verwenden können, wenn die Netze ausfallen. Aber das ist meist nicht der Fall. Wer doch eine entsprechende Anlage hat, kann nur hoffen, dass möglichst viele andere auch eine besitzen. Sonst bekommt man im Fall eines großen Blackouts bald sehr, sehr viel Besuch.

energieleben.at: Was kann jeder von uns tun, um die eigene Abhängigkeit von der Stromversorgung in gesunden Grenzen zu halten?

Marc Elsberg: Die Abhängigkeit ist längst total, wie man in „Blackout“ nachlesen und erleben kann. Ich glaube auch nicht, dass man diesen Zustand ändern kann oder sollte. Er hat unser Leben im Allgemeinen laufend verbessert. Das Rad zurück zu drehen ist für mich keine Lösung.

Wir können uns aber auf kürzere Ausfälle vorbereiten. Die sind dann auch gut bewältigbar.
In erster Linie aber sollte man wohl aktiv die (Energie-)Zukunft mitgestalten und dafür sorgen, dass sie sicher bleibt.

Die große Herausforderung dabei wird der Umbau zu Energie aus nachhaltigen, regenerativen Quellen sein. Daran führt kein Weg vorbei, denn irgendwann sind Öl, Gas und Kohle verbraucht oder nicht mehr auf vertretbare Weise abbaubar. Deshalb sollten wir diesen Umbau so schnell wie möglich umsetzen.

energieleben.at: Achten Sie auf Ihren eigenen Energieverbrauch? Was tun Sie, um Energie zu sparen?
Was sollte jeder von uns tun?

Marc Elsberg: Ich achte darauf. Ich tue das Übliche: Kein Stand-by-Modus bei TV etc, keine Lichter in leeren Räumen angeschaltet lassen und so weiter, all diese Kleinigkeiten. Ich erledige fast alle Wege in Wien zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln – da geht es zwar nicht um Strom- aber doch um Energiesparen.

Zuallererst aber müssen wir uns wieder bewusst werden, dass Strom nicht selbstverständlich aus der Steckdose kommt. Auch deshalb habe ich „Blackout“ geschrieben.

Vielen Dank für das Gespräch!

Gewinnen!

Wollen Sie wissen, ob und wie die Protagonisten des Buches mit dem größten Stromausfall der Menschheitsgeschichte fertig werden? Beantworten Sie einfach unsere Gewinnfrage, und mit etwas Glück halten Sie schon bald ein Exemplar von Marc Elsbergs „Blackout“ in Händen!

Die Laufzeit ist zu Ende – in den nächsten Tagen verschicken wir die Bücher an die glücklichen Gewinner!

Wenn es diesmal nicht klappen sollte mit dem Gewinn: Hier gibt es Blackout von Marc Elsberg auch zu bestellen!

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