Wenn die Ankunft von Präsident Obama zum Medienhype gerät und die deutsche Kanzlerin wiedermal Vermittlungsfeuerwehr spielt, dann ist wohl Zeit für den nächsten Weltklimagipfel. Hand aufs Herz, bei allen kolportierten…

Wenn die Ankunft von Präsident Obama zum Medienhype gerät und die deutsche Kanzlerin wiedermal Vermittlungsfeuerwehr spielt, dann ist wohl Zeit für den nächsten Weltklimagipfel. Hand aufs Herz, bei allen kolportierten Vorschlägen und Kompromissen, die in den Tagen der Ausrichtung von Kopenhagen kursierten und einen Erfolg herbeireden wollten, eingefleischte Analysten der Szene hatten das Scheitern bereits etliche Zeit davor in ihren Blogs oder Kolumnen vorweggenommen.

Grundsätzlich bleibt die nüchterne Feststellung, dass in Sachen Klimaschutz an den besagten Tagen also nichts weiterging. Worans gelegen hat? Man könnte meinen, der Worte und Analysen seien genug gefallen. Der Meinung möchte ich mich anschließen, wäre es doch müßig aus dem Sammelsurium an Konspirationen und Geschichten seine eigenen Schlüsse zu ziehen, angesichts der Tatsache, dass derzeit Millionen Tonnen Öl in den Golf von Mexico fließen. Ist es verwegen zu meinen, dass uns das mit erneuerbaren Energieträgern nicht passiert wäre?

Vielmehr im Vordergrund muß die Frage stehen, was wir persönlich zum Gelingen respektive Nichtgelingen von klimapolitischen Zielen beitragen. Eine Volksweisheit bringt es auf den Punkt: Man kehrt vor seiner eigenen Türe. In der Tat können kleine Schritte auch Großes bewirken. Nehmen wir ein Beispiel: Abwassermanagement. Klingt kompliziert, ist aber sehr einfach im eigenen Haushalt durchzuführen. Das beginnt bei der Installation eines zweistufigen Spülsystems beim Toilettengang, damit, dass man beim Zähneputzen das Wasser nicht unnütz laufen lässt oder die Spülung erst gar nicht betätigt, wenn einem die lästigen Haare aus der Haarbürste, die man in die Toilette verfrachtet hat, den sterilen Eindruck des Badezimmers zu verwehren scheinen.

Nun gut, ich teile die Ansicht, dass sich nun mancher Leser fragen wird, was denn nun mit Kyoto, Kopenhagen, Mexico City oder Durban die Gemeinsamkeit wäre. Die Antwort ist nicht besonders weit hergeholt: In Österreich ist ja der Mangel an Wasser derzeit noch kein Thema. Die klimatischen Veränderungen der letzen Jahre allerdings, intensivste Landwirtschaft in den südeuropäischen Ländern, Wasserverluste beim Transport in Ost- und Südosteuropa haben sich zu einer systemischen Krise im Bereich des Wassermanagements und damit im Umweltbereich ausgeweitet.

Auch diese Feststellung ist nicht neu. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass der gesamthafte Ansatz der klimapolitischen Diskussion mancherorts nur unzureichend vorhanden und die Problematik in ihrem Facettenreichtum nicht vollends wahrgenommen wird.

Ein Beispiel hierfür: In einem meiner Artikel habe ich auf die Rodung von Wäldern zugunsten der Produktion von Biotreibstoffen hingewiesen. Ein weiteres Beispiel: Der Strom zum Antrieb von Elektromobilen. Angesichts einer Renaissance der Nuklearenergiedebatte in Teilen Europas, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, weniger eine Beantwortung der Frage nach einer neuen Form der Mobilität zu erreichen, als vielmehr ein weiteres Problem zu schaffen. Eine Betrachtung des Phänomens aus einer systemischen, weil nachhaltigen, Sichtweise fehlt.

Zurück zum Ausgangspunkt meiner Betrachtungen: Vor der eigenen Türe kehren. Die Tatsache, dass wir uns regelmäßig darüber freuen für 29 EUR nach London, Brüssel, Paris oder Madrid zu fliegen, kann wohl kaum über die Tatsache hinwegtäuschen, dass unser globales Dorf nicht näher zusammengerückt, sondern der CO2 Ausstoß durch unsere Reisegewohnheiten wohl eher zugenommen hat.

To make a long story short: Beginnen wir für uns selbst ein Bewußtsein zu bilden und handeln wir verantwortlich. Ich bin überzeugt davon, dass die Summe der Teile, in diesem Fall mehr als das Ganze ausmacht.

Text:
Florian Beer, 2010

Bild:
Quelle: © Torben Wengert / PIXELIO, www.pixelio.de

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