So schaffst du es, ökologisch zu reisen.

Wer reisen möchte, sollte nicht nur das Reisebudget, sondern auch den Ressourcenverbrauch kalkulieren. Wie das geht, lest ihr hier.

Für mich geht es heuer im Sommer nach Indien und Sri Lanka. Sieben Wochen werde ich insgesamt unterwegs sein: vier Wochen Yoga im Himalayavorland, drei Wochen Land erkunden auf Sri Lanka. Von Wien dort hin ist es ein ganz schön weites Stück. Freilich nehme ich den Flieger, wie denn auch sonst, wenn man nicht tagelang für eine Wegstrecke brauchen will. Dass ich damit die Umwelt stark belaste, ist mir bewusst. Das Reisen ist es, das meinen jährlichen Ressourcenverbrauch ein bisschen in die Höhe treibt (das ist es jedenfalls, was mir der Ressourcenrechner des Wuppertal Instituts mitgeteilt hat). Ich liege zwar immer noch unter dem mitteleuropäischen Durchschnitt im Verbrauch der Ressourcen, ein gutes Gewissen habe ich aber trotzdem nicht. In Zahlen ausgedrückt belastet mein Hin- und Rückflüg zwischen Wien, Indien und Sri Lanka die Umwelt nämlich mit 4.682 kg CO₂. Bumm, ganz schön viel. Trotz dieser Zahl möchte ich in diesem Beitrag einen Irrglauben ansprechen, den man vielleicht im ersten Moment nicht unbedingt als solchen entlarven würde.

Mythos #5: Nachhaltigkeit und Reisen schließen sich aus

Den CO2-Ausstoß meines Fluges habe ich auf der Webseite von Atmosfair berechnen lassen. Dort hat man nämlich die Möglichkeit, die negativen Folgen seines Fluges zu kompensieren, indem man eine berechnete Summe – Grundlage dafür bietet der jeweilige Flug und dessen Umweltbelastung – in ein Umweltprojekt investiert. In meinem Fall wären das 118 €. Atmosfair macht der Berechnung nachfolgend Vorschläge für Projekte, die man als Kompensation unterstützen kann. Bei mir wurden folgende angeführt: 1. Erneuerbare Energie aus Ernteresten (Indien), 2. Biogas aus Kuhdung nach dem Erdbeben (Nepal), 3. Effiziente Öfen für Familien und Flüchtlinge (Ruanda). Man hat aber auch die Möglichkeit, den Geldbetrag auf alle drei Projekte aufzuteilen, was ich dann auch machen werde. Zugegeben, ich finde es etwas schade, dass keine Projekte angeführt wurden, die sich auf unseren Breitengrad beziehen, da die Industrieländer ja einen sehr hohen Ressourcenverbrauch aufweisen.

An diesem Beispiel sieht man dennoch ganz deutlich, dass Reisen nicht in jedem Fall Nachhaltigkeit entgegensteht. Wie nachhaltige Reiseblogs, Buchungsseiten, Reiseanbieter oder Hotels zeigen, gibt es auch im Tourismus Wege, das Reisen mit ökologisch vertretbarem Handeln zu verbinden.

Tipps für nachhaltigeres Reisen

Bei meinen Recherchen online und in dem Buch „Welt retten für Anfänger“, in das ich kürzlich hineingelesen habe, habe ich folgende Tipps zusammengetragen, die man beherzigen kann oder sollte, um die eigenen Reisen nachhaltiger zu gestalten:

  • weniger fliegen bzw. erst ab 700km-Strecken
  • Zug- und Busreisen auf Strecken bis zu 700km
  • weniger oft, dafür länger verreisen
  • Ressourcenverbrauch kompensieren
  • nachhaltige Reiseanbieter und Unterkünfte wählen

Fazit

Zu reisen muss nicht unbedingt bedeuten, die Umwelt gehörig zu schädigen. Es gibt Wege, die Belastung, die man dabei verursacht, entweder zu kompensieren oder grundsätzlich zu minimieren. Alles, was es dafür braucht, ist etwas Recherche, rationale Reflexion und ein Abwägen, welche Reisen und deren Begleiterscheinungen wirklich notwendig sind. Wie so oft, geht es auch hier ums Überlegen, ums Verstehen, ums Wollen und ums Tun. Überlegt, versteht, wollt und tut!

Über Lisa

The Green Bowl ist ein Food- und Lifestyle-Blog aus Wien. Seit 2014 schreibt Lisa dort über gesunde vegetarische und pflanzenbasierte Ernährung, natürliche Körperpflege, Nachhaltigkeit und Zero Waste. Sie nutzt den Blog als Plattform dafür, Kreativität in Küche und Alltag, fotografischen Versuchen und Gedanken rund um eine bewusste Lebensführung freien Lauf zu lassen und mit anderen Menschen zu teilen. Das Anliegen hinter The Green Bowl lässt sich also grob und teils im übertragenen Sinn so zusammenfassen: echt, ehrlich, grün.

Bildrechte: Lisa Kirchgatterer/The Green Bowl

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