40 Tage habe ich nun versucht ohne Plastikverpackungen auszukommen. 40 Tage, in denen ich jeden Einkauf genau geplant habe, meine eigenen Behältnisse überall mit mir herum getragen habe und „Bitte…

40 Tage habe ich nun versucht ohne Plastikverpackungen auszukommen. 40 Tage, in denen ich jeden Einkauf genau geplant habe, meine eigenen Behältnisse überall mit mir herum getragen habe und „Bitte ohne Plastikverpackung“ zum Leitspruch wurde.  Und jetzt? Bin ich erleichtert das es vorbei ist und habe ich überhaupt etwas dabei gelernt?

Tatsächlich war ich am Anfang der Challenge ziemlich optimistisch und habe geglaubt, ich würde es dieses Jahr komplett ohne ein kleines Stückchen Plastik schaffen. Zu Beginn war auch alles sehr einfach, aber mit der Zeit wurden Einkäufe richtig frustrierend und ich musste mich immer öfters ärgern. Aber ich habe mich nicht über die #PlastikFasten Challenge geärgert, sondern viel mehr über die vielen Supermärkte, die es einfach nicht schaffen Produkte, die eigentlich keine Verpackung brauchen in Plastik zu verkaufen. Ich wurde immer sensibler auf Verpackungsmaterial und bei jedem Besuch im Lebensmittelgeschäft oder in der Drogerie scannten meine Augen nur noch Verpackungen ab und schlussendlich war nicht mehr viel übrig, was ich kaufen konnte.

Es muss natürlich auch das Positive gesehen werden. Zum Beispiel, dass es in Wien immer mehr Möglichkeiten gibt gewisse Produkte in Glas oder Papierverpackung zu bekommen, die man sonst gewohnt war in Plastik zu kaufen. In der plastikfreien Drogerie Sonnengrün im dritten Bezirk konnte ich verpackungsfreies Klopapier kaufen, daran bin ich letztes Jahr noch gescheitert. Es gibt mittlerweile Zahnbürsten und Wattestäbchen die komplett biologisch abbaubar sind. Und als meine Zahnpasta leer war, bin ich einfach auf Zahnkreide im Glasgefäß umgestiegen. Damit wir weiterhin immer mehr plastikfreie Produkte kaufen können, müssen wir jene Läden und Ideen unterstützen, die bereits auf verpackungsfreie Produkte konzentrieren. Mit unserem Geld können wir bei jedem Einkauf immer wieder aufs Neue wählen, ob wir mit oder ohne Plastik bevorzugen. 

Klopapier ohne Verpackungsmaterial, Zahnkreide statt Zahnpasta, Öl statt Bodylotion und Wattestäbchen aus biologisch Abbaubaren Materialien.

Mein Leben komplett ohne Plastik zu gestalten kann ich mir momentan leider nicht vorstellen. Oft habe ich über die Anschaffung von Produkten nachgedacht und mir dann vorgenommen, sie einfach nach der Fastenzeit zu kaufen, weil sie jetzt nicht in die Challenge hinein passen würden. Zum Beispiel der Einkauf im Möbelhaus um den Balkon auf Vordermann zu bringen, oder einen neuen Fahrradhelm. Außerdem habe ich das ein oder andere Lebensmittel vermisst, wie etwa Tofu, Blätterteig und Germ.

Wir haben uns gewöhnt an einen Lebensstil in dem alles zu jeder Zeit verfügbar sein muss. Der nächste Supermarkt nur ein paar Meter entfernt und da bekommt man jedes Produkt und sogar fertige Mahlzeiten. Für jedes Budget gibt es etwas zu kaufen. Wenn wir keine Zeit haben raus zu gehen, können wir auch super bequem alles im Internet bestellen. Den Kaffee trinken wir lieber am Weg in die Arbeit und in der Pause gibt’s einen Salat to-go. Zeit ist kostbar und deshalb möchten wir nur wenig davon für unseren alltäglichen Lebensmittelkonsum verlieren. Wir wollen nicht drüber nachdenken, wie wir den Planeten schaden, wenn wir dieses oder jenes Produkt kaufen. Wer blickt schon durch was eigentlich besser ist? Fair Trade, Bio, vegan, regional, saisonal oder doch plastikfrei?

#PlastikFasten in den Alltag einbauen

Natürlich wäre es am aller besten wir würden kein einziges Stück Plastik mehr konsumieren. Ich für mich habe gelernt, dass es in meinem momentanen Lebensstil nur bedingt möglich ist. Der Einkauf im verpackungsfreien Laden in Lunzers Maß-Greißlerei und in der Warenhandlung werde ich weiterhin in meinen Alltag einbauen. Immerhin ist es nicht nur wichtig auf Plastik zu verzichten, sondern auch kleine, lokale Unternehmen mit regionalen Lebensmittel zu unterstützen. Im Badezimmer habe ich ohnehin schon einige Umstellungen gemacht und auch das BioGemüse-Kistl bleibt uns erhalten. Ich möchte in Zukunft noch bewusster Einkaufen und auf unnötige Produkte in Plastikverpackung verzichten.

Hier findest du bereits veröffentlichte Beiträge zu meiner #PlastikFasten Challenge:

#PlastikFasten – Ohne Plastik(müll) durch die Fastenzeit

#PlastikFasten – Woche 1: Staus Quo

#PlastikFasten – Woche 2&3: Von Fehler, Hausmittel und Tofu-Entzug

#Plastikfasten – Woche 4&5: „Zeit ist Plastik“

Mira Nograsek, BA

Auf dem Blog ROEDLUVAN berichtet Mira über ihre Versuche ein nachhaltiges Leben zu führen. Ihr Weg führt sie in fremde Länder, in die Welt der fair produzierten Mode, in die vegane Küche und in eine plastikfreie Zone. Nebenher studiert die grüne Lifestylebloggerin Geschichte und arbeitet als Kulturvermittlerin in Wien.

Bildrechte: Mira Nograsek

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*