Nachhaltigkeit wird für viele immer wichtiger. Aber kann der Einzelne mit Änderungen im Alltag überhaupt etwas bewirken?

Wie bedeutsam ist eigentlich unser Alltagshandeln in puncto Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit und Green Lifestyle sind Schlagwörter, die mir immer häufiger unterkommen. Das mag einerseits daran liegen, dass Facebook und Google meine Interessen mittlerweile kennen, also herausgefunden haben, dass diese beiden Schlagwörter für mich große Relevanz haben, und mir deshalb vorwiegend Artikel vorschlagen, die rund um dieses Thema kreisen. Andererseits könnte es – und ich traue mich fast sogar zu sagen: tut es – daran liegen, dass das Bewusstsein für einen nachhaltigen Lebensstil generell am Wachsen ist, in welchem Tempo sei hier einmal außer Acht gelassen. Dass es wächst, reicht mir an dieser Stelle vollkommen.

Irrige Glaubenssätze über einen nachhaltigen Alltag

Will man den eigenen Alltag adaptieren, um ihn nachhaltiger nennen zu können, schleicht sich aber fast unweigerlich der eine oder andere Irrglaube ein, wie das halt so ist, wenn man am Anfang von etwas steht. Davor war und bin ich auch nicht gefeit. Darum habe ich mal ein bisschen recherchiert – online, in How-to-Weltretten-Büchern und meinen eigenen Erfahrungen – und fünf Alltagsmythen herausgefunden, die ich in einer Artikelserie von fünf Beiträgen aufdecken möchte. Um diese Serie zu starten, fange ich am besten ganz am Anfang an: beim Einzelnen. Bei dir und bei mir. Ich bin Lisa, studiere und wohne in Wien und habe seit 2014 meinen eigenen Blog mit dem Namen The Green Bowl. So viel zunächst zu mir. Und nun zu uns allen.

Mythos #1: Einer alleine erreicht sowieso nichts

Auf den ersten Blick mag das plausibel klingen. Aber auch wenn es um Nachhaltigkeit geht, ändert sich die Rechnung 1+1=2 nicht. Bezogen auf die Nachhaltigkeitsthematik kann man das so verstehen: Einer alleine mit seinen Änderungen im Alltag in Richtung nachhaltigeren Lebensstil kann vielleicht im ersten Moment keine großen, weitreichenden Veränderungen erzielen. Deshalb aber zu sagen, eine Umstellung im eigenen Alltag würde nichts bringen, halte ich für zu kurzsichtig, denn: mehrere Einzelne ergeben eine Gruppe, mehrere Gruppen ergeben eine Subgesellschaft, mehrere Subgesellschaften eine Gesellschaft und so weiter. Wir alle leben ja schließlich nicht unabhängig voneinander, unsere Entscheidungen betreffen in vielen Fällen auch andere. Ziehen viele Einzelne an einem Strang, lässt sich auch etwas bewirken. Die Konsument/innen sind oftmals mächtiger, als man vielleicht annehmen möchte.

Aktiv werden

Freilich gibt es auch Bereiche, wo behördliche Setzungen notwendig sind, um gesamtgesellschaftlich etwas bewirken zu können. Das möchte ich hier nicht in Abrede stellen, sondern auch dafür plädieren, sich auf höherer, sei es auf politischer oder anderer, Ebene zu engagieren, um in puncto Nachhaltigkeit einen Schritt vorwärts zu tun.

Fazit

Aber trotzdem ist der politische nicht der einzig mögliche Weg, Nachhaltigkeit zu gestalten. Auch Kleinvieh macht Mist. Oder in etwas schöneren, weniger metaphorisch gemeinten Worten: Auch einzelne Handlungen sind Handlungen, die getan und wahrgenommen werden. Sie mögen zwar auf den ersten Blick nicht machtvoll erscheinen, in Summe aber, wenn all die verschiedenen einzelnen Handlungen aller Einzelnen addiert werden, sieht das Ganze dann schon bedeutsamer aus. Die Rechnung, dass ein Einzelner sowieso nichts erreicht, geht also so gesehen einfach nicht auf.

Bildquelle Aufmacherbild: Cuba Gallery/www.flickr.com

Über Lisa

The Green Bowl ist ein Food- und Lifestyle-Blog aus Wien. Seit 2014 schreibt Lisa dort über gesunde vegetarische und pflanzenbasierte Ernährung, natürliche Körperpflege, Nachhaltigkeit und Zero Waste. Sie nutzt den Blog als Plattform dafür, Kreativität in Küche und Alltag, fotografischen Versuchen und Gedanken rund um eine bewusste Lebensführung freien Lauf zu lassen und mit anderen Menschen zu teilen. Das Anliegen hinter The Green Bowl lässt sich also grob und teils im übertragenen Sinn so zusammenfassen: echt, ehrlich, grün.

Bildrechte: Lisa Kirchgatterer/The Green Bowl

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