Können Menschen in einem bestimmten mentalen Zustand ganz ohne Essen und Trinken auskommen? Nur von Licht leben? Dieser Frage ist der Journalist und Filmemacher P. A. Straubinger in einer Dokumentation…

Können Menschen in einem bestimmten mentalen Zustand ganz ohne Essen und Trinken auskommen? Nur von Licht leben? Dieser Frage ist der Journalist und Filmemacher P. A. Straubinger in einer Dokumentation nachgegangen.

Normalerweise kann ein Mensch nicht länger als ein paar Tage ohne Flüssigkeit überleben. Dennoch gibt und gab es immer wieder Menschen, die behaupten, seit Jahren weder gegessen noch getrunken zu haben. Genau mit diesem Phänomen beschäftigt sich P.A. Straubinger in seinem – pseudowissenschaftlich aufgezogenen – Film „Am Anfang war das Licht“.

Eins wird sehr schnell deutlich: Straubinger glaubt selber fest an die Lichtnahrungs-These. Zum Beweis führt er (vermeintliche) Asketen an, die Jahre oder gar Jahrzehnte lang schon keine Nahrung mehr zu sich genommen haben wollen. Da ist der über 80-jährige indische Wunder-Yogi Prahlat Jani, der vorgibt, seit über 70 Jahren weder gegessen noch getrunken zu haben und sich über eine „feuchte Stelle am Gaumen“ und von Prana, also reiner Energie, zu ernähren. Oder die übergewichtige Russin, die seit zehn Jahren fastet.

Allen „Lichtessern“ ist gemeinsam, dass sie vorgeben, sich ausschliefllich von einer nicht näher definierten Energiequelle zu ernähren, und dass sie keine Nahrung und im Extremfall auch keine Flüssigkeit zu sich nehmen. Die Esoterik erklärt dieses Phänomen durch das Erreichen eines Bewusstseinszustands, in dem man alles erreichen kann – zumindest jahrelanges Fasten.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Prahlat Jani erklärte sich immerhin bereit, sich einer zehntägigen ärztlichen Beobachtung und Untersuchung zu unterziehen , die zeigen soll, wie das Ganze funktioniert. Wie wenig verbunden sich die durchführenden Ärzte der Schulmedizin fühlen, darüber schweigt sich der Film jedoch aus. Als Beweis dafür, dass die Russin rundum gesund ist, genügt Straubinger eine so genannte Kirlian-Fotografie der Frau, eine Abbildung ihrer farbenfrohen Aura.

Glaubwürdig?

Und da ist dann noch Jasmuheen, eine Australierin mit dem bürgerlichen Namen Ellen Greve, die mit ihrem Buch berühmt wurde, in dem sie den so genannten Lichtnahrungsprozess beschreibt. Dabei handelt es sich um einen Prozess, in dem der Körper in 21 Tagen von fester auf geistige Nahrung umgestellt werden soll. Sie behauptet von sich, sich seit 1993 ausschließlich von Prana zu ernähren. Sie hat auch in unseren Breiten eine Reihe Anhänger.

Insgesamt sind drei Fälle bekannt, in denen sich Fastenwillige nach ihrer Methode zu Tode gehungert haben.
Ein Selbstversuch, zu dem sie sich im Jahr 1999 bereit erklärte, musste nach nur vier Tagen abgebrochen werden, weil Ellen Grave an Dehydrierung und rasantem Gewichtsverlust litt. Doch das bleibt im Film unerwähnt.

Manipulativ

Kritiker bemängeln besonders, dass Straubinger einerseits ausschliefllich Wissenschafter zu Wort kommen lässt, die innerhalb ihrer Fachgebiete umstritten sind. Andererseits, dass er deren Meinungen so darstellt, als handle es sich um die gängigen und von der wissenschaftlichen Commnunity allgemein anerkannten Thesen. Gerade diese Tatsachen wirken höchst manipulativ und einseitig.

Wie dem auch sei, potenziellen Nachahmern sei zu höchster Vorsicht geraten. Bei Nebenwirkungen fragen Sie – rechtzeitig! – Ihren Arzt oder Apotheker.


Zum Film „Am Anfang war das Licht“ gibt es weitere Informationen: Neben der Film-Homepage etwa eine umfassende, skeptisch-kritische Auseinandersetzung mit dem Inhalt. Auf der offiziellen deutschen Film-Homepage hat P.A. Straubinger auf 10 häufige Vorwürfe gegen seinen Film geantwortet.

Der Trailer:

2 Kommentare

  1. PhorkyasDer Einwand ist berechtigt. Natfcrlich weiss man nicht, was in der ominf6sen Mdiencharta genau gsetanden he4tte. Da ist aber beispielsweise von kultursensibler Sprache die Rede. Desweiteren war vorgesehen, dass Journalismus in eine bestimmte Richtung zu berichten hatte. Beides geht als Verordnung aus einem Ministerium in einem demokratischen Staat gar nicht. Insofern hatte die neue Ministerin einen Fehler begangen: sie wollte die eigentlich informellen Regeln offiziell formulieren. Ein Fauxpas einer Anfe4ngerin.Ehrlich gesagt interessiert es mich auch nicht, was ein brauner (oder roter) Mob aus einer wie auch immer gearteten Formulierung machen kf6nnte. Ich kann und will meinen Duktus nicht davon abhe4ngig machen (mfcssen), wie es von irgendwelchen Dumpfbacken aufgenommen und interpretiert werden kf6nnte. Dann wfcrde ich mich in der Konsequenz nach diesen Leuten richten. Wohin das ffchrt, hat man in der Bundesrepublik in punkto Identite4t gesehen. Durch die Indoktrination der Nazis wurden Begriffe wie Nation oder Gemeinschaft schlichtweg in den Giftschrank gesperrt. Das Ergebnis war, dass, als die Fudfball-Nationalmannschaft plf6tzlich die Nationalhymne sang, eine Empf6rung um sich griff, die rational nicht zu erkle4ren war. Mit der gleichen Verve he4tte man Franzosen, Engle4nder (!), Amerikaner oder Japaner auch als Nationalisten beschimpfen mfcssen. Statt Begriffe zu tabuisieren, he4tte man diese diskursiv selber besetzen und bestimmen kf6nnen. Im (vermeintlich) linken Lager hatte man erstaunlicherweise damit immer weniger Probleme. So ist der Begriff Sozialismus keineswegs diskreditiert. Wer sich heute als Sozialist (in Abgrenzung zum Kommunisten) bezeichnet, erntet immer eine gewisse Achtung. Wer sich dagegen als Nationalist bezeichnen wfcrde, gilt schon als 80%iger Nazi.Das merkwfcrdige an diesem Vorgehen dieser Sprachregler ist: 1. fe4llt ihnen scheinbar gar nicht auf, wie manipulativ die Sprache bspw. in Nachrichten verwendet wird, weil sie sich nur auf Formalien konzentrieren. 2. verhunzen sie die Sprache mit Wortgetfcmen. Und 3. beanspruchen sie Autorite4t, statt zu fcberzeugen. Letzteres ist so ziemlich das Gegenteil von Aufkle4rung. Wohin das ffchrt ist schf6n am Fall Sarrazin zu sehen: Indem dort auf jegliches sprachlich korrektes Verhalten gepfiffen wurde (eher im Gegenteil; einige Formulierungen sind fast schon beleidigend), wird er schon aus diesem Grund zum Helden.

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