Das kleine gallische Energie-Dorf ist britisch und weit im Norden: Die Orkney-Inseln erzeugen mehr Strom aus erneuerbaren Energien, als sie brauchen.

Ein Problem, das alle gerne hätten: Was macht man mit den 4% Strom, die zu viel produziert werden? Auf den Orkney-Inseln werden nicht 100% des Stroms aus erneuerbaren Quellen produziert, es sind 104%. Seit der alte, riesige Diesel-Generator ausgemustert wurde, der die Insel davor (ziemlich schmutzig) mit Strom versorgt hat, wurde er mit über 700 vernetzten Generatoren ersetzt: eine Kombination aus großen Windturbinen, Kleinwindkraft, Photovoltaik und experimentellen Wellenkraftwerken hält das Stromnetz am brummen. Gespeichert wird in großen Megawatt-Batterien. Auf Offshore-Windkraft musste man nicht zurückgreifen. Bei einer Einwohnerzahl von ca. 22.000 für die Inselgruppe entspricht das einer Strom-Produktionsanlage pro 31 Menschen. 

Orkney hat geografische Vorteile: Die nördlich von Schottland liegenden Inseln sind sehr windig. Spitzen-Windgeschwindigkeiten von über 120 Meilen/h wurden schon gemessen. Was in Österreich als angenehmes Lüftchen durchgeht, wird dort wahrscheinlich als windstill bezeichnet. Bei solchen Windstärken laufen die Anlagen annähernd am Produktions-Maximum. Und nicht irgendwo dazwischen. Die Photovoltaik dient als Unterstützung, aber selbst das rechnet sich noch.

Die Anbindung des lokalen Stromnetzes an das britische ist schwach. Daher fördert man den lokalen Verbrauch, und versucht, so wenig wie möglich zu exportieren. Strom produziert man für sich selbst und seine Nachbarn.

Konkret gefördert wird die Elektromobilität, wir auch die Umstellung von Heizungsanlagen auf Wärmepumpen oder direkte Elektroheizungen. Erstere werden hier auch mit Seewasser betrieben: man hat normale Erdwärmeanlagen an die Notwendigkeiten vor Ort angepasst und nutzt das größte verfügbare Medium optimal aus.

Orkney lebt damit vor, was in den restlichen Weltregionen noch kommen muss, einen Weg zu einer Welt im Energie-Überschuss. Es gibt sogar Überlegungen, mit der Energie Glashäuser zu heizen. Das scheint auf dem ersten Blick sehr abwegig zu sein, treibt aber den Lokalitätsgedanken auf die Spitze: lokal produzierte Energie wird investiert, um lokal gezogenes Gemüse direkt zu vertreiben. Die bestehende Win-Win-Situation wird zur Gänze ausgenutzt.

In einem Video erzählt die Fully Charged Show die Geschichte ausführlicher.

via TreeHugger

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