Aber wo kann man es finden?

Seit ich denken kann war ich fasziniert von altem Wissen. Vor allem kamen mir viele Dinge, die wir in der heutigen Zivilisation als ganz normal ansehen, irgendwie komisch vor. Ich habe mich immer gefragt, wie die Menschen das früher gemacht haben. Und mit „früher“ kann sowohl vor 100 als auch vor 1000 Jahren heißen.

Vieles, wofür wir heute jede Menge Hilfsmittel brauchen, um es kompliziert zu berechnen, haben die Menschen auch früher schon – entweder intuitiv oder mit anders hergeleiteten Informationen – gewusst. Egal ob es sich um Krankheiten, ums Bauen & Handwerken, Nahrungsmittel, Zwischenmenschliches oder sonstige Aspekte des Lebens handelte. Ich nutze all die tollen Hilfsmittel der modernen Zeit (vom Auto über den Laptop bis hin zum WC) zwar im Alltag ständig, aber meine Neugierde hat mich über die Jahre nicht losgelassen, wie es auch anders gehen kann.

Was ist altes Wissen?

Vor mehr als 5 Jahren bin ich dann über diverse Themen dem alten Wissen immer näher gekommen. Auch Permakultur – die ja eigentlich erst vor ca. 40 Jahren „entwickelt“ wurde, zähle ich zu altem Wissen, da es eine tiefe Verbindung mit der Umgebung hat, viel auf Beobachtung beruht, und das nutzt, was da ist. Für mich ist altes Wissen all jenes Wissen, jene Erfahrung und Fertigkeit, die komplexe Zusammenhänge betrachtet, und eine ganzheitliche Sicht auf die Thematik nutzt, um sich einer Herausforderung zu stellen.

Wolle spinnen mit Spinnrad - Photocredit: pixabay.com/music4life
Wolle spinnen mit Spinnrad – Photocredit: pixabay.com/music4life

Wissen der Naturvölker

Einen großen Anteil des alten Wissens findet man in den Geschichten der Naturvölker, die durch einige wenige Menschen über die Jahrhunderte und Jahrtausende mit vielen Bemühungen am Leben gehalten wurden. Mein Weg zu diesem Wissen begann, als ich über das Buch „Großvater“ von Tom Brown Jr. stolperte.

Durch weitere Recherche fand ich heraus, dass es – inspiriert und begründet auf dem Wissen von Tom Brown Jr. und seinem ersten Schüler Jon Young – auch in Österreich und Deutschland seit einigen Jahren Wildnis-Schulen gibt, die sich dem Erhalten und Wiederentdecken von altem Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten widmen. Wie bereits letzte Woche erwähnt, wird dieses Wissen unter anderem durch die Wildnispädagogik im deutschsprachigen Raum vermittelt.

Forscher für altes Wissen

Auch in der heutigen Zeit gibt es viele Menschen, die sich dem Erhalt, der Weiterverbreitung und auch der Erforschung des alten Wissens widmen. Im deutschsprachigen Raum zählen zu den bekanntesten wohl unter vielen anderen Wolf Dieter Storl, Susanne Fischer-Rizzi, Ursula Seghezzi, Peter Wohlleben und Michael Machatschek.

Weitere empfehlenswerte Quellen sind John Seymour – der Vater der modernen Selbstversorgung, Tom Brown Jr., Rupert Ross, Tamarack Song und noch viele viele mehr.

Fazit

Jeder und jede einzelne von uns kann sich auf die Entdeckungsreise zum alten Wissen aufmachen. Auch mit dem Verein Wilde Wurzeln möchte ich mit meinen Mitbegleiterinnen diesem Forschungsbereich des alten Wissens näher kommen. Es gibt so vieles zu erkunden und erleben – die Natur bietet hier unendlich scheinende Möglichkeiten. Vor allem wenn man die modernen Erkenntnisse mit dem alten Wissen verknüpft und dadurch Neues entstehen kann. Und die Neugierde und Begeisterung ist der beste Nährboden für jede weitere Entwicklung.

 

Weiterführende Quellen

https://www.trackerschool.com/
https://umainstitut.net/
https://www.storl.de/

 

Bildquellen

Beitragsbild: pixabay.com / cocoparisienne
Bild im Text: pixabay.com / music4life

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