In allen Bereichen hat sich in unserem Leben, dem Leben der Industriestaaten eine derart chaotische Komplexität eingestellt, dass viele Menschen die Hoffnung aufgegeben haben, daran etwas ändern zu können, sie…

In allen Bereichen hat sich in unserem Leben, dem Leben der Industriestaaten eine derart chaotische Komplexität eingestellt, dass viele Menschen die Hoffnung aufgegeben haben, daran etwas ändern zu können, sie reagieren irrational. Ohne Grund.

 

Der tägliche Irrsinn

 

Rebecca Costa nennt in ihrem Buch: „Kollaps oder Evolution“ den Punkt, an dem die Menschen bei dem Versuch den täglichen Wahnsinn zu verstehen, „die kognitive Schwelle“. Sie zeigt wissenschaftlich genau auf, wie vor uns andere Kulturen zielstrebig auf den eigenen Kollaps zusteuerten, ohne wirklich ernsthaft etwas dagegen zu unternehmen. So gingen die Römer, die Maya, die Khmer zugrunde, obwohl sie die Chance gehabt hätten ihre Kultur, ihr Volk zu retten. Sie wurden daran gehindert, weil sie sich vor der Komplexität der Probleme in einen blinden Glauben an einen Fetisch, der sie retten könnte klammerten. Dieser Fetisch ist bei uns heute der Fortschritt, von dem wir todsicher annehmen, dass er, wie in all den Jahrzehnten zuvor einen Weg finden wird alle Probleme die wir haben zu lösen. Das ist der sichere Weg in den Kollaps, den Untergang unserer Kultur.

Der Künstler Tinguely hat in phantastischen Skulpturen die absolut chaotische – und sinnlose – Maschinen darstellten gezeigt, wie wir völlig unnötig ein chaotisches System erschaffen, dem wir uns am Ende völlig hilflos ausliefern und damit unterwerfen. Es scheint uns heute völlig normal, dass die frischen Husumer Krabben zum Pulen nach Marokko geschafft werden und etwa 14 Tage später wieder im Hafen von Husum als fangfrisch auf dem Ladentisch landen. Ein Joghurt durchquert mindestens sieben Mal Deutschland, bevor es im Ladenregal landet, statt direkt am Molkereitor verkauft zu werden.

Allein dieser Irrsinn würde, wenn wir ihn denn unterlassen, mindestens 30% des CO2-Ausstosses beseitigen, von einem Tag auf den anderen.

Wir müssen das Chaos also nicht verstehen, um es zu ordnen, wir müssen es einfach beseitigen. Die Angst, dass dann unser gesamtes System zusammenbricht ist die Angst, die uns gewisse Politiker als willenlose Sprachrohre der Konzerne machen wollen. Diese Politiker sollten wir sofort abwählen.

 

Die Komplexität dient nicht den Menschen

 

Es gibt keinen ersichtlichen, vernünftigen, gar logischen Grund, die Komplexität unseres Lebens aufrecht zu erhalten, außer dem, dass dadurch die Konten gewisser Leute mit gigantischen Summen gefüllt werden. Es handelt sich um einen irrwitzigen Popanz, eben jenen Fetisch, der zuvor auch große Hochkulturen zum Kollaps geführt hat. An genau dieser Schwelle zum Absturz stehen wir heute.

Die industrielle Produktion von Lebensmitteln, die industrialisierte Landwirtschaft haben die Lebensmittel nicht besser oder billiger gemacht. Sie haben die Böden, das Wasser, die Luft und die Menschen vergiftet und kommen uns teurer zu stehen, durch alle Folgekosten und die wahren Kosten der Produktion, als jede ökologisch angebaute Nahrung. Atomstrom ist die teuerste Energie, die der Mensch je erzeugt hat, die Nutzung von Erdöl hat in den letzten einhundert Jahren mehr Schaden angerichtet, als jede Energienutzung zuvor. Gleichwohl haben einige Wenige unvorstellbare Summen verdient. Eine Fortsetzung des Feudalismus in den Zeiten der Aufklärung, die jeden außenstehenden Betrachter Staunen macht.

Die Menschen in diesen so komplex organisierten Systemen sind selbst zu einem Teil des Systems, zu einem der Zahnräder der Maschine geworden. Dadurch haben sie die Übersicht verloren, worum es eigentlich geht, zu welchem Zweck sie überhaupt arbeiten. Ein so einfaches Gefährt, wie ein Automobil ist so komplex geworden, dass der gelbe ADAC-Engel bei jeder Panne sofort den Abschleppwagen ruft. Mit seinen üblichen Hilfsmethoden und einfachen Bordmitteln kann er die Panne in der Regel nicht mehr beheben. Ein VW-Käfer, der wunderbare Citroen 2CV und gar der Trabbi der DDR ließen sich ein Leben lang nutzen und jederzeit mit wenigen Handgriffen und einfachstem Werkzeug reparieren. Das ist vorbei. „Oder nicht?“

 

Der Einzelne verzweifelt am Chaos

 

Viele Menschen haben sehr wohl erkannt, dass dieses System unsinnig und chaotisch ist. Vielerorts wird gegen alle möglichen Auswüchse und neuen, fortschrittlichen (?) Projekte lautstark demonstriert. In der Regel haben die Demonstranten jedoch keine Lösung parat, nur ihre entschiedene Ablehnung. Die Erkenntnis des Widersinns hat an der kognitiven Schwelle ihres Gehirns eine Notreaktion ausgelöst. Es fehlt der Mut, den zündenden Gedanken, die rettende Idee zuzulassen. Das Chaos kann weg.

Überall dort, wo sich Menschen lokal zusammenschließen und für sich entscheiden ihr Leben, ihre Umwelt wieder selbst zu organisieren, kommen sie in Kontakt mit der Umwelt, sie wird zur Mitwelt, der andere Mensch zum Mitmenschen. Plötzlich liegen alle erforderlichen Lösungen auf der Hand. Die Menschen in Afrika können sich von dem, was ihr Boden, ihre Region hergibt allein ernähren, ihre Energie am Ort selbst erzeugen. https://www.energieleben.at/ein-uraltes-konigreich-in-afrika-zeigt-den-weg-zur-nachhaltigen-wirtschaft/

In über 150 Gemeinden, Städten und Regionen in Deutschland erzeugen die Bürger wieder ihre Energie selbst. Wir wissen eigentlich seit über 100 Jahren, dass wir Erdöl nicht brauchen. Jetzt finden wir überall wieder die Wege, es zu ersetzen. Umgesetzt wird dieses Wissen aber offenbar immer nur dort, wo mehrere Menschen sich zusammentun, zu einem gemeinsamen Ziel. Wenn Einzelne derartige Ideen verkünden, werden sie in der Regel nicht zur Kenntnis genommen. In dem niedersächsischen Dorf Jühnde haben die Soziologen und Psychologen, die Ökonomen und Geowissenschaftler des IZNE (Interdisziplinäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung der Universität Göttingen) 5 Jahre gebraucht, um die Menschen an den Punkt zu bringen, dass sie sich alle zusammenschließen, um ihre Energie aus lokalen Ressourcen komplett selbst zu erzeugen. Die Wissenschaftler mussten all die Barrieren, Zäune um die kleinen Paradiesgärten einreißen, die die Menschen zum Selbstschutz errichtet hatten. Sie mussten die Menschen wieder in Kontakt bringen. Sobald dies geschehen war, war eine schlagkräftige Gemeinschaft, eine Genossenschaft entstanden, die nun die Geschicke des Ortes grundsätzlich in die Hand nehmen kann. Das Chaos um sie herum ist beseitigt.

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