Wien gibt beim Klimaschutz weiter Gas – beziehungsweise Strom! In den kommenden Jahren wird die öffentliche Ladeinfrastruktur deutlich ausgebaut. Was das für E-Auto-Besitzer bedeutet, wie sich die Wege zum nächsten Ladepunkt verkürzen und warum das ein Meilenstein für die Wiener Energiewende ist, erfährst du hier.
Wer in Wien mit dem Elektroauto unterwegs ist, kennt das gute Gefühl, fast an jeder Straßenecke Energie tanken zu können. Aktuell gibt es in der Stadt rund 4.030 öffentlich zugängliche Ladepunkte, etwa die Hälfte davon wird von Wien Energie betrieben. Doch da die Zahl der E-Autos auf Wiens Straßen steil nach oben geht – 2025 gab es einen neuen Rekord bei den Neuzulassungen –, wächst auch der Bedarf an Infrastruktur.
Fast eine Verdoppelung des Angebots
Zusammen mit der Stadt Wien setzt Wien Energie nun den nächsten großen Schritt: Bis zu 1.000 weitere öffentliche Ladestellen werden in den kommenden Jahren errichtet. Das ist fast eine Verdoppelung des bisherigen Angebots von Wien Energie.
Das Ziel ist klar: Laden soll so einfach und komfortabel wie möglich werden. Schon jetzt findet man im Schnitt alle 400 Meter eine Ladestelle. Durch das neue Ausbauprogramm schrumpft diese Distanz auf beeindruckende 250 Meter. Damit wird das E-Auto auch für jene Wiener*innen immer attraktiver, die keinen eigenen Garagenplatz mit Wallbox besitzen.
Bedarfsgerecht und smart: Wo entstehen die neuen Ladestellen?
Der Ausbau erfolgt nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern dort, wo die Menschen die Ladestellen wirklich brauchen.
- Nachverdichtung: Bestehende Hotspots, die stark frequentiert sind, erhalten zusätzliche Kapazitäten.
- Erschließung: Neue Grätzl werden an das Netz angebunden.
- Synergien: Um Baustellen-Lärm und Kosten zu sparen, wird der Ausbau oft direkt mit laufenden Straßenbauprojekten kombiniert.
- WienMobil: Auch für das beliebte WienMobil-Carsharing sind eigene Ladepunkte fest eingeplant.
Mehr Tempo: Von Normalladung bis High-Tech
Je nachdem, wie viel Zeit man mitbringt, bietet Wien Energie verschiedene Lösungen an. Während man beim gemütlichen Stadtbummel oder während der Arbeit die Normalladestelle (11 kW) nutzt (ca. 5,5 Stunden für 300 km), geht es an den Schnellladestationen deutlich fixer:
- Schnelllader (150 kW): In ca. 30 Minuten ist der Akku bereit für die nächsten 300 km.
- Ultra-Schnelllader (400 kW): Hier reicht oft schon eine kurze Kaffeepause von 15 Minuten aus.
100 Prozent Ökostrom für Wiens Verkehr
Besonders wichtig für die Klimabilanz: An den öffentlichen Säulen fließt zu 100 Prozent Ökostrom. Um den steigenden Bedarf zu decken, investiert Wien Energie massiv in die Erzeugung, beispielsweise durch den jüngsten Kauf von ImWind. Ziel ist es, bis zum Jahr 2040 den gesamten Wiener Verkehrssektor mit erneuerbarer Energie zu versorgen.
Aktuell sind bereits über 46.000 E-PKW in Wien unterwegs. Mit der neuen Ausbau-Offensive sorgt die Stadt dafür, dass die Infrastruktur nicht nur mitwächst, sondern zum Motor für eine klimafreundliche Zukunft wird.
Mehr zu Mobilität
In dieser Kategorie sammeln sich Innovationen rund um den Einsatz von Solarenergie, Windkraft und Elektromobilität sowie Beiträge zur Förderung der Sicherheit im Straßenverkehr. Mit folgenden Links gelangst du der Reihe nach zu mehr Artikel in diesem Themenbereich für Einsteiger bis zu Profis.
- Leise, sauber, elektrisch: Wiens neues Kanalreinigungsfahrzeug spart CO₂ und Wasser
- Rasanter PV-Ausbau für Wien
- 32 neue 400 kW Schnellladepunkte für Wien
Bild: Wien Energie/ Max Kropitz