Angeblich können nur die großen Konzerne die Mittel aufbringen, um die entscheidenden Projekte zu der Energiewende umzusetzen. Woher kommt aber das Geld, das diese „global player“ weltweit ausgeben? Sind das…

Angeblich können nur die großen Konzerne die Mittel aufbringen, um die entscheidenden Projekte zu der Energiewende umzusetzen. Woher kommt aber das Geld, das diese „global player“ weltweit ausgeben? Sind das noch Einzelpersonen, wie Friedrich Krupp, Bill Gates, oder doch am Ende nur tausende Kleinanleger und natürlich Banken, die das Kapital stellen?

Warum können nur Investoren die öffentliche Hand retten?

Der größte Irrtum der letzten dreißig Jahre war, dass Investoren der öffentlichen Hand Infrastrukturprojekte abgenommen haben und damit die öffentlichen Haushalte entlasten sollten. Angeblich sollten diese wirtschaftlicher kalkulieren, effizienter arbeiten, zum Wohle der Allgemeinheit. Das war schon im Ansatz ein Märchen, eine „Milchmädchenrechnung“.

Investoren verwalten Einlagen vieler Anleger, die ihnen ihr Geld anvertrauen, damit diese damit Renditen erwirtschaften. Diese Renditen müssen höher sein, als die Zinsen, die eine Bank bieten kann und die auf dem Markt anderweitig zu erzielen sind. In der Regel liegen diese prophezeiten Gewinne im zweistelligen Bereich.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Fonds, oder Aktienpakete nicht das gesamte Kapital aufbringen, das zu der Umsetzung des Projekts erforderlich ist, sondern auch nur das für eine Finanzierung mit einer Bank erforderliche Eigenkapital. Auf diese Einlage wird dann natürlich die Rendite gezahlt. Am Ende handelt es sich dabei aber immer um eine Vielzahl von Menschen, die ihr Geld zum Beispiel einem Fond oder einem Konzern, einer Bank anvertrauen, also letztlich um die Menschen, für die das Projekt vielleicht gedacht ist.

Investoren ziehen Gewinne ab und sorgen sich nicht um das Gemeinwohl

Allein schon die Tatsache, dass ein Investor – also diese vielen Anleger, die Gewinne machen wollen – mit einem Projekt, das normalerweise der Staat – also die gleichen Menschen – finanzieren und betreiben sollte, Geld verdienen will, sollte jeden verantwortlichen Politiker aufmerksam werden lassen. Das Autobahnprojekt, das Kraftwerk mit regenerativen Energien, der öffentliche Nahverkehr, das alles sind Projekte, die plötzlich rentabel betrieben werden sollen, ohne dabei an Sicherheit oder Qualität zu verlieren.

Doch, wie alle bisher gemachten Erfahrungen zeigen, wird gerade dort gespart, werden die Wartung, der Service, die Verlässlichkeit und Sicherheit auf ein Minimum reduziert, werden die Kosten dort eingespart, wo es gerade um die Qualität, den öffentlichen Nutzen eines Projektes geht. Am Ende der vertraglichen Laufzeit – Investoren lassen ihr Geld ja nicht hundert Jahre liegen, leben ohnehin nicht ewig – überlässt die jeweilige Betreibergesellschaft dem Staat einen Scherbenhaufen, ein zu Tode gespartes Objekt.

Warum also müssen Hamburger Bürger ein Bahnprojekt in London finanzieren und nicht das vor ihrer Tür in Hamburg? Warum kann nicht ein Gemeinwesen, also die Summe der dort ansässigen Bürger, ein öffentliches Projekt finanzieren, betreiben und von den Gewinnen profitieren? Die ominösen Investoren sind nun mal keine Außerirdischen, sondern die gleichen Bürger.

Nichts ist so unsicher, wie eine Investoren- oder Aktiengesellschaft

Die Welt starrt täglich gebannt auf die Aktienkurse an den Börsen. Dort wird täglich Geld verbrannt oder verschoben. Geld, das letztlich allen Menschen gehört. Dort kann es aber passieren, dass plötzlich eine Firma, ein Konzern, ein mit Anlagen finanziertes Projekt gekauft wird, so dass die Aktienmehrheit dann nicht mehr bei den ursprünglichen Vertragspartnern liegt. Weltkonzerne verschwinden von einem Tag auf den anderen, werden von anderen Konzernen „geschluckt“, von fremden Staaten gekauft.

In dem Augenblick, in dem eine Gemeinde, ein Staat ein öffentliches Projekt aus der Hand gibt, befindet sich dieses relativ ungeschützt auf dem freien Markt. Die Bürger, also diejenigen, denen das Projekt – also die Autobahn, das Kraftwerk, die Infrastruktur – eigentlich gehören sollte und die es täglich benötigen, machen sich nicht klar, dass sie lebenswichtige Aufgaben aus der Hand geben, dass ihre Autobahn, ihr Kraftwerk, ihre Eisenbahn plötzlich den Chinesen, einem Saudi Arabischen Scheich gehören kann. Es kann auch genauso gut passieren, dass der große Investor von einem Tag auf den anderen zahlungsunfähig wird.

Die Verträge zwischen den privaten Gesellschaften und dem Staat, der Gemeinde, sind in der Regel geheim, obwohl es sich um Verträge handelt, die alle Bürger angehen und für die ohnehin jeder Bürger haftet.

Börsencrash, Eurokrise, Staatspleite der USA, Billionen Euro verbrannt

In der so genannten freien Welt haben sich die Bürger wissentlich verkauft, ihre Freiheit, ihre Verantwortung und Beteiligung einfach abgegeben. Sie schenken ominösen Geldverwaltern, die natürlich auch klotzig verdienen wollen, ihr ganzes Vermögen lieber, als es den von ihnen gewählten Vertretern ihres Vertrauens, die sie vielleicht auch noch persönlich kennen, anzuvertrauen.

Die Begründung ist genauso absurd. Den skrupellosen Hasardeuren wird eher vertraut, weil sie ja so skrupellos sind. Dass dabei immer wieder unvorstellbare Summen verbrannt werden – in kürzester Zeit fast zwei Billionen Euro an Privatvermögen – dass erhoffte Renten, die Alterssicherung verloren gehen, wird hingenommen, weil am Ende ja der Staat, also wieder alle Bürger einspringen und zumindest das Überleben sichern. In jedem Fall ist jede Form der Eigenverantwortung und der Selbstbestimmung dabei verloren.

Es ist offenbar wirklich höchste Zeit, dass alle Menschen ihr Geld wieder selbst in die Hand nehmen, ihren Einfluss als Kunden und Wähler geltend machen und frei entscheiden, was ihnen und ihrem gewählten Gemeinwesen guttut. Wenn sie dann auch noch darauf bestehen, dass alle Entscheidungen und Vorgänge absolut transparent und öffentlich gemacht werden, werden sie erleben, dass viele der großen Probleme dieser Welt plötzlich ganz klein werden.

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