Bikes | © Jonas Bengtsson | Flickr
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Das zeigt eine aktuelle Studie aus Toronto.

Baulich getrennte Radwege sind für viele erfahrene Radfahrer nicht nötig: die Benützungspflicht stört mehr, flüssig voran zu kommen, als dass sie ein Plus an Sicherheit bringt. Von der Warte eines Radneulings sieht das ganz anders aus: Radwege brechen den engen Kontakt mit vorbeifahrenden Autos auf und schaffen notwendigen Raum; und damit auch ein besseres Gefühl, wenn man am Rad unterwegs ist.

In einem Blog-Eintrag habe ich eine interessante Studie gefunden: Die Stadt Toronto hat versucht herauszufinden, wie groß der Effekt baulich getrennter Radwege wirklich ist. Die Änderung der Radwege von Markierungen, ähnlich der Mehrzweckstreifen in Wien, auf der Sherbourne Street, hin zu baulich getrennten Wegen bot einen guten Anlass.

214 RadfahrerInnen wurden im Jahr 2014 befragt. Von diesen sind 62% schon vor den Umbauten radgefahren, 45% von diesen haben aber nicht die Sherbourne Street genutzt.

Folgende Punkte stechen hervor:

  1. 38% der Radfahrer auf der Sherbourne Street sind vor 2012 nicht auf dieser Strecke radgefahren.
  2. Die meisten Radfahrer, 55 Prozent, haben vom öffentlichen Verkehr zum Rad gewechselt, 24 Prozent vom Auto.
  3. Die meisten RadfahrerInnen erwähnten die Sicherheit als einen Grund, warum sie gewechselt haben (23,87%).
  4. Zeitersparnis durch das Radfahren wurde fast genauso häufig genannt (22,58%). Das deutet darauf hin, dass Radfahren unter guten Bedingungen für viele die schnellste Art der Fortbewegung in der Stadt ist. Erst dann kommen Punkte wie Gesundheit (16,77%).
  5. Niemanden interessiert, ob viele andere Radfahrer unterwegs sind. (1,29%)
  6. Das Alter beeinflusst die Wahrscheinlichkeit, vom Auto auf das Fahrrad zu wechseln: Bei den Unter–40-Jährigen war ein Wechsel weniger wahrscheinlich.

Insgesamt bedeutet das, dass baulich getrennte Radwege dazu beitragen können, den Öffentlichen Verkehr zu entlasten und den innerstädtischen Autoverkehr zu reduzieren. Gerade im Hinblick auf Stauvermeidung ist das eine wichtige Erkenntnis. Und, im Gegensatz zu meiner Aussage am Beginn, gibt es genug RadfahrerInnen, die bewusst einen längeren Weg in Kauf nehmen, um die Sicherheit des Radwegs nutzen zu können.

Zusammengefasst wird die Studie in einer Tafel.

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