Ungefiltert, unbehandelt, unsterilisiert.

Ein neuer, aus österreichischer Sicht etwas seltsam anmutender Trend macht sich derzeit in den USA breit. Sogenanntes „Rohwasser“, also unbehandeltes, ungefiltertes und nicht sterilisiertes Wasser, findet immer mehr Anhänger – und reißenden Absatz. Verkauft wird es in hübschen Kugel-Flaschen zu knapp zehn Litern – etwa in einer Food-Coop in San Franciso. Der Preis für diese Menge: stolze 37 US-Dollar, die Nachfüllung gibt es um 14 US-Dollar. Start Ups wie Live Water aus Oregon und Tourmaline Spring in Maine freuen sich über den Umsatz. Das berichtet die New York Times kürzlich. Angepriesen wir das „Raw Water“ aufgrund seines angeblich blumig-milden Geschmacks, an den kein anderes Wasser herankäme, wird der Geschäftsführer der Food-Coop zitiert.

Der Gründer von Live Water, Mukhande Singh, ist überzeugt, dass man mithilfe von Filtern alles Lebendige aus Wasser herausbekommt. Doch gerade dies sei kontraproduktiv, denn zu viel Behandlung würde „totes“ Wasser erzeugen, wie er von der New York Times zitiert wird.

Menschen zweifeln am Gesundheitswert von Wasser

Doch wie kommt es dazu, dass diese Geschäftsmodelle so gut funktionieren? Im Wesentlichen liegt das daran, dass immer mehr Menschen in den USA dem Leitungswasser misstrauisch gegenüberstehen. Die Beimischung von Fluor, die Bleirohre, durch die es vielerorts geleitet wird, lässt viele am Gesundheitswert von Wasser zweifeln. Hinzu käme, dass viele der Ansicht sind, bei abgefülltem – und demnach behandeltem – Wasser würden wichtige Mineralstoffe zerstört, bevor es in den Verkauf gelangt.

Unsinn, erwidert die Wissenschaft. Wasser werde behandelt, damit sich lebensbedrohliche Krankheiten wie Cholera, Typhus und Hepatitis A nicht verbreiten können. Seit Wasser in den USA gefiltert werde, haben sich diese Krankheiten fast vollständig eliminieren lassen.

In Österreich sind wir in der überaus glücklichen Lage, dass Trinkwasser beinahe vollständig aus geschütztem Grundwasser stammt und deshalb keine aufwändige Aufbereitung notwendig ist. Ungefähr 13 Prozent der Bevölkerung beziehen ihr Trinkwasser aus Hausbrunnen. Wasser aus dem Wasserhahn kann also überall in Österreich bedenkenlos getrunken werden. Über aktuelle Trinkwasserproben informiert das Infoportal Trinkwasser.

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Quelle:

Artikel auf The New York Times

Artikel auf trehugger.com

Foto: pixabay

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