Braune Wiesen sieht die Tourismuswirtschaft in den Wintersportorten nicht gerne, wenn eigentlich Skifahrer und Snowboarder über weiße Pisten fahren sollten. Dann muss der Schneekanonier mit seinen Schneekanonen her. Schneekanonen pressen…

Braune Wiesen sieht die Tourismuswirtschaft in den Wintersportorten nicht gerne, wenn eigentlich Skifahrer und Snowboarder über weiße Pisten fahren sollten. Dann muss der Schneekanonier mit seinen Schneekanonen her.

Schneekanonen pressen Wasser aus Düsen unter hohem Druck in die Luft.Ein Gebläse wirbelt das Wasser in kleine Tropfen. Ist die Luft kalt genug, gefrieren die Tropfen und fallen als Schnee auf die Pisten. Praktisch für die Ferienorte und für die Skifahrer, denn so sind auch die Talabfahrten gesichert.

Kunstschnee ist nicht wie Naturschnee

Jeder merkt auf Ski oder Snowboard den Unterschied zwischen Kunstschnee oder einem natürlich beschneiten Hang. Kunstschnee ist härter, weniger grifig und fühlt sich wie alter Firnschnee an. Das liegt an der unterschiedlichen Form und Größe des Kunstschnees im Vergleich zu natürlichem Schnee.

Effizienter Pistenbelag

Kunstschnee unterscheidet sich in seiner Struktur wesentlich von Neuschnee. Kunstschneekristalle sind kugelförmig und 30-350 Mikrometer groß. Die Kristalle natürlichen Schnees sind dagegen hexagonal strukturiert in einer Größe von 50-100 Mikrometer. Kunstschneeflocken weisen allesamt die exakt gleiche Form und Größe auf, damit können sie sich dichter aneinanderlagern als die sechseckigen sternförmigen Neuschneekristalle.

Ressourcenverbrauch

Den Ansprüchen der Wintersportler auf möglichst weiße Pisten stehen ökologische Folgen gegenüber. Durch die höhere Dichte schmilzt Kunstschnee später als natürlicher Schnee. Dadurch haben die Pflanzen unter der künstlichen Schneedecke weniger Zeit, um sich zu erholen und zu wachsen. Schneekanonen verbrauchen zudem große Mengen Wasser und Strom um Schnee zu produzieren.

Mehr Gift oder mehr Energie?

Eine neues Verfahren für Schneekanonen könnte zumindest die Beimischung von Chemikalien oder Bakterien zum Kunstschnee beenden: Die „Vakuum Ice Machine“ erlaubt auch bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt die Produktion von Kunstschnee ohne den Einsatz von Chemie. Allerdings verbraucht dieses Modell noch mehr Energie als die derzeit gängigen Schneekanonen

1 Kommentar

  1. Umweltkosten des Wintertourismus zum Thema machen.

    Der Wintertourismus bringt der österreichischen Wirtschaft eine Wertschöpfung von 4,55 Mrd. €. Dieser Wertschöpfung steht keinerlei Berücksichtigung der Umweltkosten die mit dem Wintertourismus verbunden sind gegenüber. Der Stromverbrauch von Beschneiungsanlagen ist nur einer der negativen Folgen des Wintertourismus. Die gesamte Pistenfläche beträgt in Österreich ca. 22.000 ha. 59% davon werden künstlich beschneit. Lt. Experten des Alpenvereins ist bei der Beschneiung mit einem Stromverbrauch von ca. 10.000 kWh pro ha und Jahr zu rechnen. Dies ergibt einen Jahresstromverbrauch von ca. 130.000 MWh und entspricht dem Jahresstromverbrauch von ca. 37.000 Haushalten. Eine beachtliche Menge Strom – und damit CO2-Emissionen. Der erste Schritt der sofort zu setzen ist, wäre die Koppelung der Genehmigung von Beschneiungsanlagen an die verpflichtende Nutzung von Ökostrom – zumindest könnte man dadurch die CO2-Emissionen berücksichtigen.

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