Die Energiekrise der vergangenen Jahre hat gezeigt, wie verletzlich Strommärkte sind, wenn sie stark von fossilem Gas abhängen. Eine neue Analyse des Thinktanks Ember zeigt nun, wie stark Großbritannien bereits von seinem wachsenden Anteil an Wind‑ und Solarenergie profitiert und wie sehr diese Entwicklung das Land vor extremen Preisschwankungen schützt.
Die Kernaussage der Studie: Je mehr erneuerbare Energie im System ist, desto weniger wirken sich globale Gaspreisschocks auf die Stromkosten aus.

Erneuerbare als Preispuffer
Laut Ember hat der massive Ausbau von Wind‑ und Solarenergie in den vergangenen Jahren die britische Stromversorgung deutlich stabiler gemacht. Besonders Offshore‑Wind spielt dabei eine zentrale Rolle: Jede zusätzliche erzeugte Kilowattstunde aus Windkraft reduziert die Menge an Gas, die zur Stromproduktion benötigt wird.
Das wirkt wie ein Preispuffer. Denn Gaspreise reagieren empfindlich auf geopolitische Krisen – zuletzt verstärkt durch Konflikte im Nahen Osten. Die Analyse zeigt, dass Großbritannien dank seines erneuerbaren Energiemixes weniger Gas importieren musste und dadurch weniger stark von Preisspitzen betroffen war.
Warum Gas den Strompreis treibt
Ein weiterer Punkt der Ember‑Analyse: In Großbritannien setzt Gas häufig den Großhandelspreis für Strom, weil Gaskraftwerke oft die teuersten noch benötigten Anlagen im System sind. Steigt der Gaspreis, steigt daher automatisch auch der Strompreis.
Die Abhängigkeit ist so stark, dass der Großhandelspreis für Strom in den vergangenen Jahren eng an die Gaspreisentwicklung gekoppelt blieb. Erst der zunehmende Anteil erneuerbarer Energie beginnt diese Kopplung zu lösen.
Was Großbritannien bereits erreicht hat
Die Analyse zeigt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch ökonomisch:
- Geringere Gasimporte senken die Abhängigkeit von globalen Märkten.
- Strom aus Wind und Solar war in Phasen hoher Gaspreise deutlich günstiger.
- Die Diversifizierung des Energiemixes erhöht die Versorgungssicherheit.
Ember betont, dass diese Entwicklung ein entscheidender Faktor war, um die extremen Preisschwankungen der letzten Jahre abzufedern.
Ausbau als Schlüssel
Für die kommenden Jahre sieht Ember einen klaren Weg: Mehr erneuerbare Energie bedeutet mehr Stabilität. Die britische Regierung verfolgt das Ziel, bis 2035 ein nahezu vollständig sauberes Stromsystem zu erreichen. Ember hält sogar einen noch schnelleren Fortschritt für möglich, vorausgesetzt, der Ausbau von Wind‑ und Solarenergie bleibt ambitioniert.
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Bild: Scout Moor Wind Farm, Stephen Gidley CC BY 2.0