Trotz stetig sinkender CO2-Emissionen ist die Luftqualität in vielen britischen Städten äußerst schlecht.

Auch wenn in Großbritannien die CO2-Emissionen in den letzten Jahren stark zurück gehen und mittlerweile auf das Niveau von 1890 gesunken sind, bedeutet das leider nicht automatisch, dass die Luft in britischen Städten besonders gut ist. Wie aktuelle Untersuchungen in verschiedenen Städten in England, Wales und Nordirland zeigt, ist genau das Gegenteil nämlich der Fall. An beinahe 2.000 verschiedenen Orten weist die Luft gefährlich hohe Verschmutzungswerte auf.

An mehreren Orten, allen voran Kensington, Chelsea, Leeds und Doncaster wurden gefährlich hohe Werte an Stickstoffdioxid (NO2) in der Luft festgestellt. Hauptquelle dieses gefährlichen Gases, das Lunge und Atemwege schädigt, ist der Straßenverkehr. Im Februar waren die Werte in London alarmierend hoch, da es außergewöhnlich warm und windstill war. Ab April wird das Zentrum von London zur Niedrigstemissionszone (ULEZ – Ultra low emission zone), was das Luftverschmutzungsniveau um rund fünfundvierzig Prozent senken soll. Alle Autos, die nicht den strengen neuen Emissionsstandards entsprechen, werden ordentlich zur Kasse gebeten, wenn sie ins Zentrum wollen. Generell sind 12,50 Pfund pro Tag zu entrichten, fährt man an einem Wochentag zwischen sieben Uhr morgens und sechs Uhr abends ins Zentrum ein, kommen weitere 11,50 Pfund Congestion charge, also Staugebühr, hinzu. Bei den Preisen sollte die Entscheidung auf öffentlichen Verkehr umzusteigen leichtfallen.

Doch London ist bei weitem nicht die einzige Stadt auf den britischen Inseln, die von schlechter Luftqualität geplagt ist. Die Regierung hat sich vor ein paar Jahren, das Ziel gesetzt, den Gehalt an NO2 in allen Städten auf 40μg pro Kubikmeter Luft zu senken. Doch in Leeds, Hickelten, Doncaster wurden genau wie in London im Februar Werte von über 90μg/m3 gemessen. In den East und West Midlands wurden in den letzten Wochen besonders hohe Feinstaubwerte gemessen.

Die schlechte Luftqualität in britischen Städten stellt für die Bevölkerung ein großes Gesundheitsrisiko dar, vor allem Kinder und Jugendliche laufen Gefahr lebenslange Schäden davon zu tragen. Bereits seit längen zeigen medizinische Studien Zusammenhänge zwischen schlechter Luftqualität und unterschiedlichen Gesundheitsproblemen, wie Herzkrankheiten, Demenz, Fehlgeburten und Atemwegserkrankungen auf. Umwelt- und Gesundheitsorganisationen im Vereinigten Königreich verlangen deshalb von der Regierung endlich mehr gegen diese Situation zu unternehmen.


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