CO2-Emissionen sind in Großbritannien so stark zurückgegangen, dass sie das Niveau des Jahres 1890 erreichen. Der rasante Rückgang von Kohleenergie ist der Hauptgrund für diese Entwicklung.

Die Geschichte von Großbritannien ist zutiefst mit Kohle verbunden. Kohleabbau datiert bis auf die Zeit der römischen Herrschaft auf der Insel zurück. Große Teile von Wales und des Norden Englands sind geprägt vom Bergbau, Kohlebergbau im speziellen. Aufzeichnungen von schlechter Luftqualität in London gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück; der ”Great Smog” im Jahr 1952, der mindestens 10.000 Menschen das Leben kostete, ist in der Zunahme von Kohleheizungen und Verbrennungsmotoren begründet.

Umso erstaunlicher, dass der Emissionsrückgang seit den frühen 1990er Jahren in Großbritannien schneller als in fast allen anderen großen Volkswirtschaften verläuft. Laut der Statistik des britischen Energieministeriums fielen die totalen CO2-Emissionen 2017 um 2,6%. Im gleichen Zeitraum fiel der Anteil von Kohle als Energiequelle um 19%. Im Jahr davor waren die Emissionen um 5,6% gesunken als die Nutzung von Kohle um 52% regelrecht abgestürzt war.

Großbritannien setzte in 2017 38% weniger CO2 frei als im Jahr 1990, bereits seit 2012 sind die Emissionen jedes Jahr deutlich zurückgegangen. Die Nutzung von Kohle als Energiequelle war von 1990 bis 2014 relativ stabil während die verringerte Nutzung von Gas und Öl für die Emissionsreduktion in diesem Zeitraum verantwortlich war. Allerdings ist die Kohlenutzung zwischen 2014 und 2017 abrupt gefallen und im Vergleich mit 2013 um beinahe 75% zurückgegangen.

Die massive Reduktion von Kohleenergie ist damit in Großbritannien für den größten Teil der CO2-Reduktion im vergangenen Jahrzehnt verantwortlich. Seit 1890 gab es nur drei Mal so wenige CO2-Emissionen in der Geschichte Großbritanniens: 1893 und 1921 streikten die Minenarbeiter, 1926 fand ein Generalstreik statt.

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