Die globale Solarindustrie hat 2025 einen neuen Meilenstein erreicht: Die zehn größten Modulhersteller der Welt lieferten gemeinsam mehr als 500 Gigawatt an Photovoltaikmodulen aus. Das geht aus einer aktuellen Analyse von PV Tech hervor, die zeigt, wie stark die Branche wächst und wie sehr sie sich gleichzeitig im Umbruch befindet.
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Ein Rekordjahr – und ein Markt unter Druck
Angeführt wird die Liste erneut von JinkoSolar, gefolgt von LONGi, Trina Solar und JA Solar. Diese vier Unternehmen dominieren seit Jahren den globalen Markt und haben 2025 ihre Position weiter ausgebaut. Doch hinter den beeindruckenden Zahlen verbirgt sich ein Markt, der zunehmend von Überkapazitäten, Preisverfall und einem immer härteren internationalen Wettbewerb geprägt ist.
2025 war das Jahr, in dem die Produktionskapazitäten der chinesischen Hersteller endgültig jene Mengen erreichten, die der Weltmarkt kaum noch aufnehmen kann. Die Folge: Modulpreise fielen auf historische Tiefststände, teilweise unter 0,10 €/Watt. Für viele Hersteller außerhalb Chinas wurde es damit nahezu unmöglich, wirtschaftlich mitzuhalten.
TOPCon setzt sich durch – Heterojunction bleibt Nische
Technologisch war 2025 das Jahr, in dem sich n‑Type‑TOPCon endgültig als neuer Industriestandard etablierte. Fast alle großen Hersteller haben ihre Produktionslinien umgestellt oder erweitert. TOPCon‑Module bieten höhere Wirkungsgrade und bessere Temperaturstabilität und sind inzwischen kaum teurer als ältere p‑Type‑PERC‑Module.
Heterojunction‑Technologie (HJT) bleibt dagegen trotz hoher Effizienzwerte eine Nische. Die Produktionskosten sind weiterhin höher, und nur wenige Hersteller können die Technologie im großen Maßstab wirtschaftlich fertigen.
Globaler Wettbewerb verschärft sich
Der enorme Produktionsdruck in China führt dazu, dass immer mehr Hersteller ihre Fertigung internationalisieren, um Zölle und Handelsbarrieren zu umgehen. Besonders Südostasien, Indien und die USA werden zu wichtigen Standorten für neue Fabriken. Gleichzeitig versuchen europäische Initiativen wie die European Solar PV Industry Alliance, eine eigene Fertigung wiederzubeleben. Bislang jedoch mit begrenztem Erfolg.
Die Analyse von PV Tech zeigt deutlich: Die Top‑10‑Hersteller sind heute so groß und effizient, dass sie den Markt fast vollständig dominieren. Kleinere Produzenten geraten zunehmend ins Hintertreffen oder ziehen sich ganz zurück.
Was bedeutet das für die Energiewende?
Trotz aller Herausforderungen ist der Trend eindeutig positiv: Noch nie wurden weltweit so viele Solarmodule installiert wie 2025. Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass Photovoltaik bereits 2027 die größte Stromerzeugungskapazität weltweit stellen wird – vor Kohle, Gas und Wasserkraft.
Der Preisverfall macht Solarenergie für Haushalte, Unternehmen und Energieversorger attraktiver denn je. Gleichzeitig steigt der Druck, nachhaltigere Lieferketten aufzubauen und die Abhängigkeit von einzelnen Produktionsregionen zu reduzieren.
Rekordjahr für die Solarindustrie
2025 war ein Rekordjahr für die Solarindustrie, aber auch ein Jahr, das die strukturellen Probleme der Branche schonungslos offengelegt hat. Die Top‑10‑Hersteller liefern mehr als 500 GW und prägen den Markt wie nie zuvor. Doch der globale Wettbewerb, technologische Umbrüche und geopolitische Spannungen werden darüber entscheiden, wie sich die Branche in den kommenden Jahren weiterentwickelt.
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