33 Großstädte weltweit machen Ernst mit klimaresistenter Stadtplanung und wollen ihre Stadtplanung bis 2035 komplett neu auszurichten.

33 Großstädte weltweit haben sich verpflichtet, ihre Stadtplanung grundlegend zu verändern und bis 2035 ein klimaresponsives Stadtplanungsmodell einzuführen. Die Initiative wurde im Rahmen des World Urban Forum in Baku vorgestellt und ist Teil des gemeinsamen Urban Planning Accelerator von C40 Cities und UN‑Habitat. Ziel ist es, Städte widerstandsfähiger gegen Klimarisiken zu machen, Emissionen zu senken und eine inklusivere, lebenswertere urbane Zukunft zu schaffen.

Warum Städte handeln müssen

Städte stehen weltweit unter Druck: Klimarisiken nehmen zu, Wohnraum wird knapper, Ungleichheit wächst, und viele Stadtregionen expandieren schneller als ihre Bevölkerung. Laut C40 wachsen urbane Flächen heute bis zu 50 % schneller als die Einwohnerzahlen – ein Trend, der die Klimaanfälligkeit verstärkt und natürliche Schutzräume schrumpfen lässt.

Gleichzeitig zeigt der IPCC, dass kompakte, gemischt genutzte und verkehrsorientierte Stadtplanung die städtischen Emissionen um bis zu 25 % senken kann.

Was die Städte konkret umsetzen wollen

Die teilnehmenden Städte – darunter Barcelona, Paris, Bogotá, Chicago, Kopenhagen, Tokio und Kapstadt – verpflichten sich zu sechs zentralen Prinzipien, die bis 2035 in Masterpläne und Flächennutzungsstrategien integriert werden sollen.

  1. Kompakt bauen statt zersiedeln

Regeneration und Verdichtung sollen Vorrang vor weiterer Zersiedelung haben. Ziel ist es, den Flächenverbrauch so zu begrenzen, dass er nicht schneller wächst als die Bevölkerung.

  1. Polyzentrische Stadtstrukturen fördern

Städte sollen mehrere lebendige Zentren entwickeln, um Wege zu verkürzen und lokale Versorgung zu stärken.

  1. Verkehr orientiert planen

Neue Entwicklungen sollen bevorzugt in der Nähe von öffentlichen Verkehrsknoten entstehen, um nachhaltige Mobilität zu fördern.

  1. Risikoinformiert bauen

Neubauten in Gebieten mit hohem Klimarisiko, etwa Überschwemmungszonen, sollen eingeschränkt werden.

  1. Natur schützen und wiederherstellen

Natürliche Systeme wie Auen, Wälder und Küstenzonen sollen gesichert und ausgebaut werden, um Städte vor Extremwetter zu schützen.

  1. Inklusive Stadtentwicklung

Städte verpflichten sich, angemessenen und bezahlbaren Wohnraum auszubauen, um die Resilienz besonders verletzlicher Bevölkerungsgruppen zu stärken.

Ein globaler Rahmen für lokale Transformation

Der Urban Planning Accelerator bietet den Städten technische Unterstützung, politische Beratung, Zugang zu globalem Fachwissen und Peer‑Learning. Damit sollen Stadtverwaltungen befähigt werden, Klimaschutz direkt in Flächennutzungspläne, städtebauliche Rahmenbedingungen und Wohnungsbaupolitiken zu integrieren.

Die Initiative baut auf den Jameel C40 Urban Planning Climate Labs auf und wurde erstmals beim C40 World Mayors Summit 2025 in Rio de Janeiro vorgestellt.

Warum klimaresiliente Stadtplanung entscheidend ist

Städte sind für über 70 % der globalen CO₂‑Emissionen verantwortlich und gleichzeitig besonders anfällig für Hitze, Überschwemmungen und extreme Wetterereignisse. Die Initiative zeigt, dass Stadtplanung ein zentraler Hebel für Klimaschutz ist:

  • Sie bestimmt, wie Städte wachsen,
  • wie Menschen sich bewegen,
  • wie viel Energie Gebäude verbrauchen,
  • und wie gut Städte auf Klimarisiken reagieren können.

C40 und UN‑Habitat betonen: Gute Stadtplanung ist Klimaschutz.

Ein globaler Schulterschluss für klimaresiliente Städte

Mit der Verpflichtung von 33 Städten entsteht ein globales Netzwerk, das Stadtentwicklung neu denkt: kompakt, naturbasiert, emissionsarm und sozial gerecht. Die Initiative zeigt, dass Klimaschutz nicht nur durch Technologien entsteht, sondern durch die Art und Weise, wie Städte geplant, gebaut und weiterentwickelt werden.


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Bild: Marie-Sophie Tékian auf Unsplash