Aktuell werden alle 25 Wiener Kältezentralen, mit einer Gesamtleistung von 240 Megawatt, auf die neue Saison vorbereitet. Am Standort Schottenring stehen heuer erstmals zwei neue Kältemaschinen bereit, die die Leistung der Zentrale auf 20 Megawatt erhöhen.

Mit den ersten warmen Tagen beginnt für Wien Energie die neue Fernkälte‑Saison. In allen 25 Kältezentralen laufen derzeit die jährlichen Wartungs- und Vorbereitungsarbeiten. Besonders am Standort Schottenring gibt es heuer eine wichtige Neuerung: Zwei neue Kältemaschinen erhöhen die Leistung der unterirdischen Zentrale deutlich und rechtzeitig für den steigenden Kühlbedarf im Frühling und Sommer.

Neue Maschinen bringen mehr Kapazität

Bereits im Vorjahr wurden am Schottenring zwei ältere Maschinen spektakulär ausgetauscht. Die bis zu 7,5 Meter langen Geräte wurden mithilfe eines mobilen Krans durch eine Öffnung in der Straße aus der unterirdischen Anlage gehoben. Anschließend wurden die neuen Maschinen – eine davon mit 23 Tonnen Gewicht – in nächtlicher Millimeterarbeit wieder eingebracht.

Nach der Installation von Elektrotechnik, Rohrleitungen und Anschlüssen sind die neuen Anlagen nun betriebsbereit. Die Fernkälteleistung am Schottenring steigt damit auf 20 Megawatt. Sobald die Temperaturen steigen, kommen die Maschinen erstmals regulär zum Einsatz.

Natürliche Kühlung durch den Donaukanal

Ein Teil der Kälte wird am Schottenring auch ohne Maschinen erzeugt. Das kalte Wasser des Donaukanals dient in den Wintermonaten als natürliche Kühlquelle. Über Einlaufbauwerke wird Wasser entnommen, über Wärmetauscher zur Kühlung genutzt und anschließend leicht erwärmt wieder zurückgeführt.
Da das Flusswasser nicht direkt ins Fernkältenetz gelangt, bleibt der Kreislauf sauber getrennt.

Kühlbedarf das ganze Jahr über

Auch wenn die höchsten Lasten im Sommer auftreten, wird Fernkälte in Wien ganzjährig benötigt. Beispiele sind:

  • Theater wie das Ronacher, wo vor einer Vorstellung hunderte Menschen den Raum aufheizen
  • Krankenhäuser
  • Großküchen
  • Rechenzentren

Diese Einrichtungen benötigen auch in der Heizsaison zuverlässige Kühlung.

Fernkälte in Zahlen

  • Netzlänge: 30 km
  • Versorgte Gebäude: 220
  • Kältezentralen: 8 mit Netzanschluss, 17 dezentrale Lösungen
  • Leistung 2025: 240 MW
  • Ziel 2030: 370 MW

Die jährlichen Wartungsarbeiten und der Ausbau am Schottenring zeigen, wie Wien Energie die Fernkälte Schritt für Schritt weiterentwickelt – als effiziente, klimafreundliche Alternative zu Einzelklimaanlagen und als wichtige Infrastruktur für eine wachsende Stadt.


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Bild: Wien Energie / Patricia Weisskirchner