Fotocredit: Pixabay/Schäferle
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Oftmals ist alles etwas viel, wer kennt es nicht? Wenn dann auf der Welt auch nicht alles rund läuft, ist es gar nicht so einfach den Boden unter den Füßen zu bewahren.

In den vergangenen beiden Jahren hat es sich besonders oft so angefühlt, als wäre das Leben ein Balanceakt. Manchmal waren wir uns gar nicht sicher, ob wir nicht aus der Balance fallen, ob wir je wieder festen Boden unter unseren Füßen finden. In einer neuen Situation das Gleichgewicht zu behalten, ist oft eine viel größere Herausforderung, als wir meinen mögen. 

HALT FINDEN IN KRISENZEITEN 

In der Anthropologie bezeichnen wir eine Phase, in der wir nicht genau wissen, ob wir „drinnen“ oder „draußen“ stehen als „liminal“. Es ist ein Zwischenstadium, eine Art Schwebezustand. In dieses Stadium kommen wir beispielsweise beim Übergang von der Jugend ins Erwachsenenalter oder auch beim Übergang ins Elternwerden. In diesen Phasen haben wir Menschen gelernt und mit Ritualen zu behelfen, um den Übergang zu erleichtern und ihn auch ein Stück weit zu feiern. Keine Angst davor haben zu müssen. Hierzu gehören auch Routinen, die uns Sicherheit vermitteln, weil wir uns darauf verlassen können, dass sie sich nicht ändern. Eine Morgen- oder Abendroutine kann sehr hilfreich sein und als Ankerpunkt im Lebensalltag dienen. 

Fotocredit: Pixabay/wal_172619
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Wir müssen auch sehen, dass Lebensphasen, die unseren Alltag völlig auf den Kopf stellen, nicht immer nur negativ sind. Oftmals merken wir das nur nicht gleich, weil wie heißt es so schön, früher war ja alles besser. Doch war wirklich alles besser oder haben wir es uns nur zur Gewohnheit gemacht so zu leben und ausgeblendet, dass es auch anders geht. Home-Office ist eines der besten Beispiele hier, denn viele Menschen litten in ihrer Arbeit unter Dauerstress, hatten kaum Kapazität auch mal Zeit in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Hier war die Unsicherheit fast eine Art Pausetaste, die die Möglichkeit zu einer neuen Entscheidung bot. 

Balsam für die Seele ist, wenn wir uns bewusst werden, dass wir nicht alleine sind. Wichtig ist in einer unsicheren Zeit, dass wir miteinander sprechen und sehen, dass es auch anderen in unserem Umfeld ähnlich oder gleich geht. Es hilft wirklich, wenn wir uns anderen gegenüber auch mal verletzlich zeigen können, weil wir alle im gleichen Boot sitzen. 

Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, ist in schwierigen Zeiten ein wichtiger Faktor positiv in die Zukunft zu blicken. Ja, ich weiß, das ist gar nicht so einfach und klingt auf dem Papier auch viel leichter. Doch vielleicht hilft es dir, den positiven Blick zu bekommen, wenn du dich hinsetzt und überlegst, was du schon immer mal gerne erleben wolltest. Das muss gar nicht die Weltreise sein, auch viele kleine Abenteuer sind eine wunderbare Option. Überleg dir, was macht dich glücklich und dann auch noch mit wem.

Fotocredit: Pixabay/silviarita
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Vielleicht ist es ein schöner Koch-Abend mit Freunden, der dich erfüllt oder das Wandern in der Natur? Schreib dir eine Liste, was du – egal in welchem Zeitraum in der Zukunft – erleben möchtest und dir vornimmst. So hast du immer ein schönes Ziel vor Augen und es ist viel einfacher mit diesen positiven Vorschauen in die Zukunft zu blicken.