Coolar © Coolar GbR 2015
Coolar © Coolar GbR 2015
Manchmal genügt heißes Wasser, um etwas kalt zu machen: Das Berliner Start-Up Coolar baut einen Kühlschrank, der auf Strom und Kältemittel verzichtet.

Jeder Haushalt hat einen Kühlschrank und einen Fernseher, das ist eine gängige Idee in vielen Köpfen. Während das bei Kühlschränken stimmt, gehen beim Fernseher die Meinungen auseinander: Laut Statistik Austria hatten 2013 7% aller Haushalte keinen Fernseher zu Hause, Tendenz steigend, 2008 hatten 4% keinen Fernseher. Laut ORF MediaResearch ist Österreich mit Fernsehern vollversorgt: 98% aller Haushalte hätten einen Fernseher. Beide Geräte haben eines gemeinsam: sie zählen zu den größten privaten Stromverbrauchern.

Was tun, wenn kein Strom da ist und trotzdem gekühlt werden muss? Gerade im medizinischen Bereich in der Entwicklungshilfe ist die gleichmäßige und verlässliche Kühlung von Medikamenten oder Impfungen Pflicht, aber oft schwierig zu gewährleisten. Seit 2012 arbeitet ein Team um Gründerin Julia Römer im Berliner Start-Up Coolar an einer Lösung dieses Problems. Heuer wurde das Halbfinale des StartGreen-Awards 2015 erreicht, lange nicht der einzige Preis, an dem das Start-Up dieses Jahr teilgenommen hat. Die Idee kompakt: einen Kühlschrank bauen, der ohne Strom auskommt und verlässlich die gleichen Ergebnisse liefert wie ein gewöhnlicher. Das Ergebnis kann mehr als das: es ist netzunabhängig, robust, ökonomisch, grün, frei von Gefahrenstoffen und sozial.

Die Lösung funktioniert über ein Heißwasser-System und Verdunstungskälte: Warmwasser kann in ausreichender Temperatur per Solarthermie fast CO2-neutral gewonnen und gespeichert werden, das Gerät braucht keine Batterien oder beweglichen Teile und Motoren, es erzeugt keine laufenden Kosten und kann problemlos entsorgt werden; Alles Eigenschaften, die überall dort wichtig sind, wo keine verlässliche Stromquelle zur Verfügung steht, und überall ein Gewinn wäre, wo Energieeffizienz und Stromsparen ein Thema ist: also eh überall.

Die EntwicklerInnen der Firma Coolar glauben, dass mit ihrem System einiges einsparen können: bis zu 60 Prozent des CO2-Ausstoßes eines herkömmlichen Kühlschranks und 75 Prozent der Betriebskosten. Und da man auf bewegliche Teile verzichtet, ist auch der Verschleiß gering und das Gerät extrem langlebig. 

Das Gerät soll schon Ende des Jahres auf den Markt kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*