Indoor Kompostierung bietet alljährlichen Dünger in den eigenen vier Wänden., Fotocredit: humusbiobox.de
Indoor Kompostierung bietet alljährlichen Dünger in den eigenen vier Wänden., Fotocredit: humusbiobox.de
Wurmhumus für Pflanzen und Gemüsebeet.

Die Indoor-Kompostierung ermöglicht die Gewinnung von hochwertigem Dünger in Form von Wurmhumus durch die geruchsfreie und hygienische Verwertung von organischen Küchenabfällen. Wer keinen Garten hat oder wessen Garten nicht genügend Platz für einen Komposthaufen bietet, kann die Kompostierung mit geeigneten Holzkisten, wie etwa mit der Humus-Biobox oder der Wurmkiste, ganz einfach in die Wohnung verlegen.

Die Indoor-Kompostierung hat gleich mehrere Vorteile: Man erhält das ganze Jahr über wertvollen Dünger, man leistet einen Beitrag zur ökologischen Abfallverwertung, indem man Küchenreste als wertvolle Rohstoffe sinnvoll einsetzt, und man trägt zu einem Bewusstsein für weniger Biomüll und mehr Bodenqualität bei.

Indoor-Kompostierung ist geruchlos und hygienisch

Die erste Frage, die sich einem beim Thema Indoor-Kompostierung stellt, ist sicherlich, ob nicht bald die ganze Wohnung übel nach Biotonne stinken wird. Doch der größte Unterschied zur luftdichten Biotonne ist das unbehandelte, offenporige Holz der Indoor-Kompostkisten. So gelangt Sauerstoff ins Innere der Kisten, und anstatt anaerober Zersetzungsprozesse durch Fäulnisbakterien und Schimmel setzt die eigentliche Kompostierung ein, die ein geruchsneutraler Verrottungsvorgang durch sauerstoffabhängige Organismen ist. Der Geruch, der einem beim Öffnen der Kiste entgegenkommt, ist eher ein leichter Duft nach Waldboden.

Wurmhumus für drinnen und draußen

Humusbiobox2

Topfpflanzen, Blumen auf dem Balkon oder im Garten und das Gemüsebeet profitieren von der Indoor-Kompostierung. Wurmhumus ist einer der hochwertigsten natürlichen Dünger. Die Hauptnährstoffe liegen in höheren Konzentrationen vor als im gewöhnlichen Kompost. Zudem verfügt er über einen hohen Anteil an Ton-Humus-Komplexen, Enzymen und Aminosäuren. In einem Versuch zeigte sich ein um 30 Prozent höherer Ertrag von Tomaten bei einer 1:1-Mischung mit Erde gegenüber der Kontrollgruppe mit gewöhnlicher Erde.

Würmer als Haustiere für die Indoor-Kompostierung

Die wichtigsten Helfer bei der Indoor-Kompostierung sind wohl die Kompostwürmer. Eisenia foetida lautet der lateinische Fachbegriff der emsigen Tierchen. Sie sorgen für die rasche Umwandlung von Apfelschalen, Kaffeesatz und Eierschalen. Wie die Regenwürmer gehören sie zur Familie der Ringelwürmer. Am wohlsten fühlen sie sich bei Zimmertemperatur. Ansonsten sind sie eher anspruchslos und verrichten ihr Werk im Stillen. Regenwürmer eignen sich übrigens nicht für den Kompost. Daher sollte man keine sammeln und mit in die Kiste geben.

Die Kompostwürmer haben bei ihrer Arbeit Unterstützung von, für uns unsichtbaren, Bodenorganismen. Erst sie sorgen für die nötigen Lebens- und Nahrungsbedingungen der Würmer. Die Bodenbakterien leisten bis zu 90 Prozent der Abbauleistung und dienen ihrerseits den Würmern als Nahrung. Was die Würmer am Ende ausscheiden, ist der Dünger, der die Pflanzenerde so fruchtbar macht. Da sich die Würmer stetig vermehren, muss man sie bei richtiger Pflege nicht ständig nachkaufen.

Kisten für die Indoor-Kompostierung erhält man z.B. unter humusbiobox.de oder wurmkiste.at. Sollte man in die Situation kommen, doch einmal Würmer nachkaufen zu müssen, erhält man diese z.B. unter vermigrand.eu oder wurmpower.at. Weitere Informationen und ein Forum zum Austausch gibt es etwa unter wurmpalast.de.

Quellen: humusbiobox.de und wurmkiste.at
Fotos: © Georg Heinrichs/humusbiobox.de

ProfilMartina Liel ist Germanistin (M.A.) und arbeitet seit 2009 als freie Texterin und Autorin mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Healthcare. Seit 2013 bloggt sie über ein Leben mit Endometriose, einer chronischen Erkrankung, bei der ein nachhaltiger und gesunder Lebensstil eine wesentliche Rolle spielt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*