Tesla Model 3 © Tesla Motors
Tesla Model 3 © Tesla Motors
Elektroautos machen Furore, aber halten die aktuellen Prognosen?

Die große Schlagzeile des Jahres 2016 zum Thema war Teslas Ankündigung des Model 3: ein vollwertiges, kompromissloses Elektroauto um 35.000 Dollar. Inzwischen sind knapp 400.000 Vorbestellungen eingelangt (Stand 21.4.), Elon Musk geht davon aus, dass es 500.000 sein werden, bevor weitere Details zum Auto veröffentlicht werden. Das entspricht der zehnfachen Jahresproduktion von Teslas Model S, dem einzigen Auto, das sie im Moment verkaufen.

Selbst wenn es gelänge, die 500.000 Stück Model 3 in einem Jahr zu produzieren, entspräche das 0,625 Prozent der Gesamtproduktion an Autos im Jahr 2015, insgesamt 80 Millionen Autos, laut Bloomberg New Energy Finance. Trotz allem geht Bloomberg davon aus, dass im Jahr 2040 35% aller verkauften Neuwagen batteriebetriebene Elektroautos wären, ein kleiner Teil wären Plugin-Hybride, deren Höhepunkt um 2030 prognostiziert wird.

Im Rahmen der Bloomberg-Studie wurden aktuelle Preisentwicklungen bewertet: Zum Beispiel sind die Preise für Lithium-Ionen-Batterien seit 2010 um 65% gefallen auf 350$ pro kWh. Die Prognose geht nun dahin, dass 2030 die Kosten auf 120$ fallen werden, teilweise aufgrund neuer Chemie und den Kosteneffekten der zunehmenden Massenproduktion.

Gleichzeitig wurden die Ölpreise an den aktuellen Markt angepasst: man geht schon länger nicht mehr von 100$ oder mehr für ein Fass Rohöl aus, sondern von einer mittelfristigen Erholung auf 50$ und einem Preis von 70$ für 2040.

Spannend ist das Fakt, dass es schon in 10 Jahren billiger sein wird, ein unsubventioniertes Elektroauto zu kaufen und zu erhalten, als ein konventionelles; auch wenn diese in der Lage sind, ihre Effizienz um 3,5% pro Jahr zu steigern. Die Annahme für diese Rechnung ist, dass ein BEV (Battery Electric Vehicle) mit einer 60kWh Batterie etwa 320km Reichweite hat. Die erste Generation dieser Fahrzeuge kommt innerhalb der nächsten 18 Monate auf den Markt, speziell das Tesla Model 3.

Noch haben klassische Autos bei den Gesamtkosten die Nase vorn, ausgenommen dort, wo es Subventionen für Elektromobilität gibt. Deshalb geht Bloomberg davon aus, dass der Anteil an Elektrofahrzeugen in kaum einem Markt über 5 Prozent steigt. Aber das Zeitfenster schließt sich rasch für traditionelle Autohersteller, bei der Entwicklung von Elektroautos vorne mit dabei zu sein.

Im Zuge der Diskussion, fossile Brennstoffe vollständig hinter uns zu lassen: ist das genug? Bloomberg zumindest ist optimistisch (Das Video unbedingt anschauen!).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*