Ein Forschungsteam der Hochschule Koblenz aus dem Bereich Energietechnik hat ein europäisches Patent für ein Verfahren erhalten, das die Effizienz von Kompressoren und Druckluftspeicherkraftwerken deutlich steigern soll. Die Technologie könnte Druckluftspeicher zu einer ernstzunehmenden Alternative zu batteriegestützten Stromspeichern machen und das mit Standardkomponenten, ohne seltene Rohstoffe.
Effizient wie ein Pumpspeicherkraftwerk
Das Team um Prof. Dr. Marc Nadler und Prof. Dr. Willi Nieratschker hat ein Verfahren entwickelt, das die Kompression und Expansion von Gasen wesentlich effizienter gestaltet. Druckluftspeicherkraftwerke gelten grundsätzlich als robuste und ressourcenschonende Speicherlösung, hatten bisher aber Effizienznachteile gegenüber Pumpspeichern.
Mit dem neuen Ansatz könnte sich das ändern:
- Höhere Wirkungsgrade
- Nutzung bewährter Standardkomponenten
- Keine seltenen Erden oder Lithium notwendig
- Gute Skalierbarkeit
Damit eröffnet sich ein Speicherpfad, der unabhängig von globalen Rohstoffmärkten funktioniert.
Nachweis im Testbetrieb erbracht
Zwei eigens entwickelte Prüfstände ermöglichten es dem Team, die technische Machbarkeit zu demonstrieren und das Verfahren weiter zu optimieren. Die Forschenden berichten von deutlichen Wirkungsgradsteigerungen gegenüber dem bisherigen Stand der Technik.
Für das Team war der praktische Nachweis ein entscheidender Schritt. Die Präsentation auf der International Compressor Conference in London zeigte zudem, dass die Koblenzer Forschungsgruppe international zu den führenden Teams im Bereich der isothermen Kompression zählt.
Mehr als nur Druckluftspeicher: Auch Wasserstoff lässt sich effizienter verdichten
Ein spannender Aspekt der patentierten Technologie: Sie eignet sich nicht nur für Druckluftspeicher, sondern auch für andere technische Gase wie z.B. Wasserstoff. Die Möglichkeit, Gase energieeffizient und sicher auf hohe Drücke zu bringen, eröffnet zusätzliche Anwendungsfelder in Industrie und Energiewirtschaft.
Nächste Schritte: Partner gesucht
Um das Verfahren weiterzuentwickeln, plant das Team zusätzliche Tests mit erweiterten Druckbereichen. Parallel sucht die Hochschule Koblenz nach industriellen und institutionellen Partnern, um die Technologie in Richtung Marktreife zu bringen.
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Bild: Hochschule Koblenz, Martin Lisek