Seedbombs
Seedbombs
Samenbomben für Garten und Stadtbegrünung

Mit Seedbombs ist das Gärtnern kinderleicht und macht einen riesigen Spaß. Die Samenbomben bestehen aus einem Gemisch aus Erde, Tonpulver, verschiedenen Samen und Wasser. Ursprünglich aus dem Guerilla Gardening entsprungen gibt es sie mittlerweile in vielen Bioläden, Baumärkten und Blumenläden. Man kann sie auch online bestellen, fertig oder als „Seedbomb-Bausatz“. Ganz einfach sind sie auch im Handumdrehen selbst gemacht.

Seedbombs – einfach in den Garten werfen

Egal ob Blumen, Kräuter oder Sträucher, Seedbombs wirft man einfach in den Garten und schon blüht und gedeiht es im Sommer um einen herum. So macht auch Kindern das Gärtnern Spaß. Die Seedbombs muss man nicht eingraben. Die Erd-Ton-Kugeln schützen die Samen vor Wind und Fressfeinden. Mit dem Regen bzw. Gießen quellen sie auf und die Samen beginnen auszukeimen.

Seedbombs gab es schon in den 1970ern. Damals begannen die ersten grünen Aktivisten des Guerilla Gardenings, die Pflanzkugeln durch die Gegend zu werfen – als Protest gegen zunehmende Verstädterung und für mehr Artenvielfalt. Heute noch werden die Samenbomben noch ab und an bei Nacht- und Nebelaktionen auf verlassene Grundstücke, Parkstreifen oder Verkehrsinseln gelegt, um diesen Orten mehr Leben einzuhauchen.

Achtung: Seedbombs darf man nicht überall verteilen

Auch wenn sich durch die Fragen der Nachhaltigkeit in den letzten Jahren die Haltung öffentlicher Behörden und der Gemeinden zum Guerilla Gardening verändert hat, so ist es an dieser Stelle wichtig anzumerken, dass das Abwerfen der Seedbombs auf öffentlichen Flächen bzw. in Nachbars Garten als Sachbeschädigung und somit als Straftat angesehen werden kann – es sei denn, man hat die Erlaubnis dazu erhalten. Im eigenen Garten kann man natürlich so viele Seebombs verteilen, wie man lustig ist.

In einigen Städten und Gemeinden ist es möglich, Patenschaften für kleinere Grünflächen zu übernehmen und die Seedbombs dort auszusetzen. In manchen Stadtteilen ist das Begründen der Flächen sogar gewünscht. Da sollte man beim zuständigen Amt am besten vorher mal nachfragen, wo man Samenbomben legal platzieren darf.

Auf heimische Arten achten

In manchen Städten gibt es geplante Aktionen von Umweltschutzvereinen und Stadtgartenämtern gemeinsam mit Kindergärten und Schulen oder Guerilla Gardening-Workshops, bei denen die Seesbombs sehr gut ankommen. So will man dem zunehmenden Artenschwund entgegenwirken und etwa den gefährdeten Bienen ein bisschen nachhelfen. Was beim Guerlilla Gardening früher oft nicht beachtet wurde, wird bei diesen Aktionen immer berücksichtigt: Die Anpassung an die Stadtökologie und das Verteilen von Samen heimischer Pflanzen, die vor Ort auch die Chance haben, richtig zu gedeihen.

Seedbombs einfach selber machen

Es gibt fertige Seedbombs oder Bausätze in manchen Bioläden, Baumärkten oder online bei Amazon, Dawanda oder beiPflanzen und Saatgut spezialisierten Online-Händler wie z.B. Growland.

Mit ganz einfachen Mitteln kann man Seedboms auch selber machen. Man nehme:

Blumenerde (auf ein Tütchen Samen etwa 4-6 Schaufeln)

Tonpulver (etwa 2-3 Schaufeln)

Kaffeesatz oder Kompost (optional)

Blumensamen

Etwas Wasser, damit das Gemisch bindet und zu einer gut formbaren Masse wird.

Das Ganze vermischt man in einer Schüssel oder in einem Eimer und formt aus der Masse kleine Kugeln, die man dann trocknen lässt.

Nach dem Trocknen sind die Seedbombs bereit zum Abwurf und man darf sich auf eine bunte Blumenpracht freuen.

Quelle: Christin Bohmann : Samenbomben – Wie Guerilla-Gärtner illegal Städte begrünen. DIE WELT online 16.04.2012.
https://www.welt.de/dieweltbewegen/article106186353/Wie-Guerilla-Gaertner-illegal-Staedte-begruenen.html (zuletzt aufgerufen: 20.03.2017).
Bilder: © Martina Liel

Martina Liel ist Germanistin (M.A.) und arbeitet seit 2009 als freie Texterin und Autorin mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Healthcare. Seit 2013 bloggt sie über ein Leben mit Endometriose, einer chronischen Erkrankung, bei der ein nachhaltiger und gesunder Lebensstil eine wesentliche Rolle spielt. Ihr Buch „Nicht ohne meine Wärmflasche – Leben mit Endometriose“ erscheint im März 2017.

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