Balkon-Bienen oder der Bienenstock im Garten – die Hobby-Imkerei liegt im Trend. Weltweit ist die Zahl der Bienenvölker im Rahmen der Imkerei in den letzten Jahren wieder gestiegen. Mit einer…

Balkon-Bienen oder der Bienenstock im Garten – die Hobby-Imkerei liegt im Trend. Weltweit ist die Zahl der Bienenvölker im Rahmen der Imkerei in den letzten Jahren wieder gestiegen. Mit einer Wirtschaftsleistung von rund 2 Milliarden Euro im Jahr belegt die Honigbiene in Deutschland beispielsweise Platz 3 der wichtigsten Nutztiere, gleich hinter Schweinen und Rindern. Doch schwindende Lebensräume, der Einsatz von Pestiziden und die Ausbreitung von Krankheiten und Parasiten bedrohen die Biene zunehmend, vor allem die Wildbienen. Forscher, wie z. B. die Wissenschaftler der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim, suchen nach Möglichkeiten, das Überleben der Bienen in den heutigen Kulturlandschaften zu sichern.

Wildbienen zunehmend bedroht

 

Wildbienen und andere Insekten sorgen dafür, dass unsere Kulturpflanzen, wie Äpfel, Birnen oder Erdbeeren, bestäubt werden. In Deutschland ist jedoch über die Hälfte der Wildbienen-Arten vom Aussterben bedroht. Immer weniger Blütenpflanzen oder mangelnde Nistplätze machen ihnen das Leben schwer. Nicht nur die Monokulturen der industriellen Landwirtschaft, sondern auch ein Rückgang der Artenvielfalt in unseren Gärten tragen dazu bei. Nun zeigt auch noch eine neue Studie, dass typische Krankheiten, wie das Krüppelflügelvirus oder der parasitäre Pilz Nosema ceranae, von Honigbienen direkt auf Wildbienen übertragbar sind und so eine weitere Ursache für das Zunehmende Bienensterben vorliegt. Bisher ging man davon aus, es seien nur die Honigbienen von diesen Krankheiten bedroht.

(Publikation: „Disease associations between honeybees and bumblebees as a threat to wild pollinators.“
Autoren: Matthias Fürst, Dino McMahon, Juliet Osborne, Robert Paxton und Mark Brown
Nature, 19.02.2014; DOI: 10.1038/nature12977).

Bienen-Rettungsversuche

 

Die Forscher der Universität Hohenheim versuchen, das Überleben der Bienen zu sichern und gleichzeitig die Interessen der Landwirtschaft zu berücksichtigen. So entstand beispielsweise das Verbundprojekt FIT BEE http://fitbee.net. Im Rahmen des Projektes werden Bienen-Krankheiten, Umwelteinflüsse oder die Auswirkung von Pflanzenschutzmitteln erforscht. So konnte beispielsweise der Sexual-Duftstoff der für die Bienen tödlichen Varroa-Milbe identifiziert werden. Zur Bekämpfung der Milde werden damit nun die männlichen Exemplare verwirrt und an der Fortpflanzung gehindert. Auf diese Weise kann auf giftige Schädlingsbekämpfungsmittel verzichtet werden. Eine anderes Beispiels für Bienen- und Pflanzenschutz ist eine neue Spritztechnik, bei der die Blüten frei von Pestiziden bleiben und nur der Grünteil der Pflanze, der letztendlich auch nur befallen werden kann, behandelt wird.

Zum Schutz der Bienen besteht dringender Handlungsbedarf. Von Seiten der Politik ist zu wünschen, dass Maßnahmen ergriffen werden, die pollen- und nektarspendende Landschaftselemente wieder herstellen, den Pestizideinsatz verringern, die Versiegelung wichtiger Lebensräume verhindert etc.

Wer selbst den Bienen etwas Gutes tun will, kann bienenfreundliche Blumen im Garten und auf dem Balkon pflanzen oder Nisthilfen errichten. Tipps und Informationen dazu erhält man in der BUND-Broschüre „Wie helfe ich den Wildbienen“ unter: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/aktion_wildbienen/130405_Aktion_Wildbienen_Broschuere_Wildbienen_helfen.pdf

Quellen:

http://pressemitteilungen.pr.uni-halle.de/index.php?modus=pmanzeige&pm_id=2218

http://www.bund.net/themen_und_projekte/aktion_wildbienen/

http://www.bund.net/themen_und_projekte/aktion_wildbienen/bedrohung_schutz/

http://www.bund.net/themen_und_projekte/aktion_wildbienen/was_kann_ich_tun/

https://www.uni-hohenheim.de/news/trend-hobby-imker-bienen-werden-zum-neuen-lifestyle-accessoire-3

Bildnachweis: © Daniel Liel

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