Die Anlage liefert jetzt Strom fürs schottische Netz.

Rund 25 Kilometer vor der Küste von Peterhead in Aberdeenshire, hat die erste schwimmende Windfarm der Welt ihren Betrieb aufgenommen. Das Projekt, das von Statoil in Kooperation mit Masdar betrieben wird, hat eine Kapazität von 30 MW und kann rund 20.000 Haushalte mit Energie versorgen. Im Unterschied zu anderen Offshore-Windparks, sind die Turbinentürme nicht mit einem Fundament im Meeresboden verankert, sondern sind auf einer riesigen schwimmenden Boje verankert.

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Konstruktion kam den beiden Ingenieuren Dag Christensen und Knut Solberg des norwegischen Statiol-Konzerns bei einem Segelausflug vor der norwegischen Küste. Bojen die Schifffahrtszeichen tragen und an ihrem Platz halten, müssten doch eigentlich auch viel größere und schwerere Gegenstände tragen können. Könnte man Bojen so konstruieren, dass sie sogar Windturbinen tragen, könnte man diese dort einsetzten wo es anders kaum oder gar nicht möglich ist Offshore Windparks zu errichten.

Natürlich verwirklicht man so ein Projekt nicht über Nacht, doch 16 Jahre nach dem Solberg und Christensen die Idee hatten, ist Hywind nun vor der schottischen Küste Wirklichkeit. Bis zu einer Wassertiefe von 800 Metern kann das schwimmende Verankerungssystem eingesetzt werden, herkömmliche feste Strukturen können bis zu einer maximalen Tiefe von 30-40 Metern verwendet werden. Der erste Park in Schottland entstand in einem Gebiet, wo die Meerestiefe etwa 100 Meter beträgt. Insgesamt ist ein solches schwimmendes Windrad 254 Meter hoch, rund 1/3 davon liegt unter der Wasseroberfläche. Jede einzelne Turbine wird von drei riesigen Ankern gehalten, diese saugen sich am Meeresboden an. Ein Anker ist 16 Meter lang und wiegt rund 111 Tonnen.

Die einzelnen Teile der Konstruktion wurden in verschiedenen Ländern produziert, von wo aus sie nach Norwegen transportiert wurden. In Norwegen hat man die schwimmenden Turbinen zusammengebaut und mit riesigen Schleppern vor die schottische Küste gebracht. Technisch gesehen ist das Schwimmverhalten der Windräder die größte Meisterleistung an dem Projekt, denn diese bewegen sich kontinuierlich und kontrolliert in der Form einer Acht, stehen dabei aber stabil aufrecht.

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Bild: Ørjan Richardsen / Woldcam; Statoil

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