Jährlich kommen 1,8 Millionen sogenannte Portionskaffeemaschinen mit Kapseln oder Pads in Deutsche Haushalte, wo sie röchelnd ihren Dienst zum Brühen und Aufschäumen antreten; die alten Filtermaschinen haben ausgedient. Und der…

Jährlich kommen 1,8 Millionen sogenannte Portionskaffeemaschinen mit Kapseln oder Pads in Deutsche Haushalte, wo sie röchelnd ihren Dienst zum Brühen und Aufschäumen antreten; die alten Filtermaschinen haben ausgedient. Und der Trend setzt sich weiter fort. Höchste Zeit, die Automaten auf ökologische Aspekte zu testen. Dies dachten sich jüngst gleich mehrere Testinstitute, so die Stiftung Warentest, die Tester von Öko Test und das Öko-Institut Freiburg.

Kapseln oder Pads?

Bei der Entscheidung für Kapselmaschinen sollte man bedenken, dass man sich auf einen Hersteller festlegt. Dieser hat zwar ein breites Angebot, jedoch ist man auch an seine Preisänderungen gebunden und kann nicht einfach mal einen anderen Kaffee ausprobieren. Das Padsystem ist da schon flexibler. Hier kann man zum Kaffee aus dem Bio-Laden oder zur günstigeren Variante aus dem Discounter greifen.

Nach Tests von Stiftung Warentest und Öko Test sind Portionskaffeemaschinen zwar günstiger in der Anschaffung, jedoch gab es Abzüge in puncto Kaffeequalität und Sicherheit. Der günstigere Anschaffungspreis täuscht, denn langfristig sind die Portionskaffeeautomaten teurer. Eine Tasse Kaffee aus einer Kapselmaschine ist mit 30 Cent schon mal um das Fünffache teurer als der alte Filterkaffee.

Kaffeepads sind ökologischer als Kapseln

Pad-Kaffemaschinen sind nicht nur vielseitiger als Kapselautomaten, sie sind vor allem umweltfreundlicher. Die Pads kann man sogar auf dem Kompost entsorgen. Die Frage von Öko Test  lautete: „Was bleibt zurück, wenn ich Papier und Kartonumverpackung ins Altpapier werfe und in den Kompostmüll gebe, was kompostierbar ist?“ Der klassische Filterkaffe kommt auf 27 Gramm. Hier fällt nur die Vakuumsverpackung an. Ein Kaffeepad verursacht doppelt so viel Müll allein durch die Umverpackung und am meisten Plastikabfall fällt beim Kapselsystem an.

Stromsparende Kaffeemaschinen

Kaffeemaschinen können reine Stromfresser sein. So können sie in einem Zweipersonenhaushalt bis zu 4 Prozent des gesamten Stromverbrauchs ausmachen. Hat ein Automat keine automatische Abschaltfunktion, fließen Dreiviertel der Energie ins Warmhalten und den Stand-by-Betrieb. Bei insgesamt 170 kWh im Jahr macht das unterm Strich 40 Euro auf der Stromrechnung aus.

Ein energieeffizientes Gerät mit Abschaltautomatik, niedrigem Stand-by-Verbrauch und guter Isolation des Boilers kann Verbrauch und Kosten um 50 Prozent reduzieren und ist dabei noch freundlicher zur Umwelt.

Das Öko-Institut Freiburg hat auf seiner Informationsplattform für nachhaltige Produkte Eco Top Ten 27 energiesparende Kaffeevollautomaten und Kapselautomaten zusammengestellt. Das Ranking richtet sich nach dem jeweiligen Stromverbrauch. So werden als erstes ganz oben auf der Liste die effizientesten Geräte vorgestellt und mit einem ineffizienten Gerät verglichen. Im Vergleich von Stromverbrauch, Anschaffungskosten und jährlichen Gesamtkosten wird das Einsparpotential aufgedeckt.

Was muss eine stromsparende Kaffeemaschine können?
Neben einer durch Tests bestätigten hohen Qualität des Produktes, einem angemessenen und bezahlbaren Preis spielen bei Eco Top Ten besonders ökologische Kriterien eine Rolle. Bisher fallen Kaffeemaschinen nicht unter die EU-Energieeffizienz-Kennzeichnungsrichtlinie und werden nicht mit Energieeffizienzklassen ausgezeichnet.

So orientierte sich das Öko-Institut an den Kriterien des Umweltzeichens Blauer Engel: Der Energieverbrauch im Bereit-Zustand (bis der Kaffee fertig ist) bis zur automatischen Abschaltung darf bei Vollautomaten nicht mehr als 35 Wh und bei Kaplselautomaten nicht mehr als 30 Wh betragen. Die Leistungsaufnahme im Stand-by-Betrieb darf nicht mehr als 1 Watt übersteigen. Vollautomaten dürfen nach Gebrauch höchstens eine Stunde im Betriebsmodus bleiben, Portionsmaschinen müssen nach 30 Minuten schon in den Standby-Modus schalten.

Weitere Informationen und Testergebnisse gibt es unter:

Öko Test: Portionskaffeemaschinen – Es steht Pad, Dezember 2010.

Stiftung Warentest: Portionskafeemaschinen – Pad gegen Kapsel, 18.12.2009

Eco Top Ten: Kaffeemaschinen, 18.11.2011

Bildnachweis: © Rolf Wenkel / Pixelio.de

6 Kommentare

  1. Ich kann mir unmöglich vorstellen, dass eine Kapselkaffeemaschine in irgendeinem Aspekt – Energieverbrauch, Verpackung usw. – umweltfreundlicher ist, als eine Filterkaffemaschine. In Wahrheit doch nur ein Marketingschmäh, um mit der Maschine auch den Kaffee zu verkaufen. Als würde ein BMW nur mit BMW-Diesel von der BMW-Tankstelle fahren …

  2. Stellt sich die Frage: Wie kocht man wirklich umweltfreundlich Kaffee? Letztlich macht die Maschine ja nichts anderes als heißes Wasser ganz langsam durch einen Kaffeefilter rinnen zu lassen. So viel sollte einem durchschnittlich begabten Menschen auch ohne Elektronik gelingen. Teetrinker schaffen es ja auch.

  3. Soweit ich das verstanden habe, ist der Gag folgender: Bei Espressomaschinen wird mäßig heißes Wasser (ca. 85 Grad) unter hohem Druck durch das Kaffeemehl gepresst. Das macht den Kaffe bekömmlicher und wohlschmeckender, weil nur die Aromen, nicht aber die Bitterstoffe herausgelöst werden. Herkömmliche Filterkaffee-Maschinen heizen das Wasser auf 100 Grad auf, was wesentlich energieintensiver ist. Frau Melitta Benz mag zwar um 1900 eine gute Ideee gehabt haben, als sie mit den Löschblättern ihres Sohnes herumexperimentierte, aber das muss ja nicht für die Ewigkeit sein. Obwohl es immer noch genügend verrückte Deutsche gibt, die ihren Filterkaffee mit in den Urlaub nach Mallorca oder Italien nehmen…

  4. Sie haben absolut recht damit, dass solche Maschinen Stromfresser sein können. Deswegen haben wir in unserem Gastronomie-Betrieb nun auf stromsparende Kaffeemaschinen umgestellt. Wir bemerken eine deutliche Kostenersparnis.

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