Sun with visible sunspots © Adam Scott/Flickr | CC-BY
Sun with visible sunspots © Adam Scott/Flickr | CC-BY
Eine Studie sagt ab 2030 ein neues Maunder-Minimum voraus: eine Phase mit sehr geringer Sonnenaktivität. Das könnte eine kleine Eiszeit zur Folge haben.

Prof. Valentina Zharkova hat ein neues Modell für die Vorhersage des Sonnenzyklus entwickelt, das in bisher unbekannter Genauigkeit die Irregularitäten innerhalb des elfjährigen Herzschlags der Sonne vorhersagen kann. Die Ergebnisse der Forschung wurden Anfang Juli in der Royal Astronomical Society präsentiert.

Um diese Exaktheit in der Vorhersage zu erreichen, nutzt das Modell Dynamoeffekte in zwei Schichten der Sonne: eine Schicht nahe der Oberfläche, und eine zweite tief in der Konvektionszone. Vorhersagen, die auf diesem Modell beruhen, sagen für die 2030er voraus, dass sich die Sonnenaktivität um 60% reduzieren wird. Ein Fall, der zuletzt aufgetreten ist während der kleinen Eiszeit: Das sogenannte Maunder-Minimum währte von 1645 bis 1715. Während die kleine Eiszeit viel länger andauerte, kam es auch während dieser zu erheblichen Temperaturschwankungen. Eine besondere Kälteperiode von 1675 bis 1715 fällt direkt mit dem Maunder-Minimum zusammen.

Funktion des Modells

Das Forscherteam entdeckte, dass magnetische Wellenkomponenten immer in Paaren auftreten, die ihren Ursprung in verschiedenen Schichten der Sonne haben. Beide haben etwa eine Frequenz von 11 Jahren, sind aber zeitlich voneinander abgesetzt. Über einen Sonnenzyklus hinweg fluktuieren die Wellen zwischen der nördlichen und südlichen Sonnenhemisphäre. Kombiniert man beide Wellen und vergleicht die so erhaltenen Daten mit den Messungen der letzten drei Sonnenzyklen von 1976 bis 2008, erhält man eine 97% Wahrscheinlichkeit in der Vorhersage kommender Sonnenzyklen, sagt Prof. Zharkova. Damit war es auch möglich, die Zahl der Sonnenflecken korrekt zu prognostizieren. Während des Zyklus 26, der die Dekade zwischen 2030 und 2040 überbrückt, laufen beide Wellen exakt gegengleich, was die angesprochene signifikante Reduktion der Sonnenaktivität zur Folge hat.

“Effectively, when the waves are approximately in phase, they can show strong interaction, or resonance, and we have strong solar activity. When they are out of phase, we have solar minimums. When there is full phase separation, we have the conditions last seen during the Maunder minimum, 370 years ago.”, kommentiert Prof. Zharkova.

Kann es sein, dass uns die Sonne im Kampf gegen die Klimaerwärmung zu Hilfe eilt?

Die Chance auf eine Mini-Eiszeit, wie der Focus schreibt, bleibt aber offen. Es ist laut Stand der Forschung nicht eindeutig geklärt, wie stark die Temperatur auf der Erde von der veränderten Sonneneinstrahlung abhängt. Eine Forschung des Postsdamer Instituts für Klimafolgenforschung sieht eine Veränderung der Sonnenaktivität nur mit einer geringen Veränderung der Strahlungsleistung gekoppelt. Zwar wird diese geringer, die globalen Temperaturänderungen werden allerdings nur auf 0,3°C geschätzt. Ein stärkerer regionaler Einfluss ist nicht ausgeschlossen.

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