Immer wieder wird behauptet, dass der Anbau von Energiepflanzen zu einer Verknappung von Nahrungsmitteln und letztlich zu mehr Hunger in der Welt führt.

Fehlende oder gezielt gestreute Falschinformation über die wirklichen Potenziale der Landwirtschaft und den Anbau nachwachsender Rohstoffe behindern leider immer wieder die wichtigen Schritte zu einer nachhaltigen Zukunft. Dabei wird eine ohnehin fatale Fehlentwicklung ins Feld geführt, die in Wirklichkeit selbst Ursache für den Hunger ist.

Fakt 1: Es werden global zu viel Lebensmittel erzeugt

Die globale Landwirtschaft erzeugt in jedem Jahr doppelt so viel Lebensmittel, wie gebraucht würden um alle Menschen auf der Erde zu ernähren. Das weist regelmäßig der Report des UN-Kommissars für das Recht auf Ernährung aus. Trotzdem hungern 20 Prozent der Erdbewohner. Das Problem liegt in dem System der industriellen Landwirtschaft und der  Lebensmittelindustrie. Die Hälfte der erzeugten Lebensmittel erreicht nicht einmal den Verbraucher und von diesem wird auch noch ein weiterer Teil nicht verzehrt, sondern auf den Müll geworfen. Insgesamt kann die Produktion der Lebensmittel in den Industriestaaten auf weniger als 40 Prozent heruntergefahren werden. Eie vorwiegend regionale Versorgung würde auch endlich dafür sorgen, dass die unsinnigen Transporte von Lebensmitteln quer durch die Welt aufhören. Krabben sollten an der Nordsee, vor Ort gepult werden und nicht in Marokko.

Fakt 2: Afrika, Lateinamerika und Asien können sich selbst versorgen

Wenn die Industriestaaten einen Teil ihrer Überschüsse nicht mehr hoch subventioniert in die dritte Welt liefern, kann dort wieder die lokale Landwirtschaft gedeihen und ohne weiteres, sogar ökologisch, wie seit Jahren in Ägypten, die gesamte Bevölkerung ernähren. In diesem Zuge können, ja müssen auch die gigantischen Ackerflächen, die von westlichen und chinesischen Investoren gepachtet oder gekauft wurden zurückgegeben werden. Auf fruchtbaren Großplantagen in Äthiopien müssen keine Rosen für den Westen, sondern sollten Nahrungsmittel für die einheimische Bevölkerung wachsen. Eine völlig fehlgeleitete Entwicklungspolitik sorgt nur für die Wirtschaft der Geberländer und hat in fünfzig Jahren noch keine Besserung der Lage der „Entwicklungsländer“ gebracht, nur deren Abhängigkeit erhöht und ihnen ihre Rohstoffe entzogen.

Fakt 3: Die Hälfte der nutzbaren Ackerflächen liegt global brach

Infolge einer intensiven Landwirtschaft, mit einem unsinnigen Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden sind degradierte Flächen und Wüsten in gigantischen Ausmaßen entstanden. Weltweit wird nur noch die Hälfte der verfügbaren Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln genutzt, auf denen, wie dargestellt trotzdem zu viele Nahrungsmittel erzeugt werden. Allein die Nutzung der degradierten Flächen würde ausreichen, um die Welt mit über 50% der erforderlichen Energie zu beliefern. In einem Mix mit anderen regenerativen Energien ist eine vollständige Energieversorgung global bis 2050 zu erreichen. Gleichzeitig haben Institute wie das für Nutzpflanzenkunde an der Universität Kassel/Witzenhausen nachgewiesen, dass degradierte Böden regeneriert werden können, wenn sie ökologisch bewirtschaftet werden. Der ökologische Energiepflanzenanbau nach Professor Konrad Scheffer sorgt ohnehin automatisch für die Bildung einer neuen und gegen Erosion geschützten Humusschicht. Nach der Regeneration könnten diese sodann mit Pflanzen zur Nahrungsmittelerzeugung bebaut werden, während an anderer Stelle die Regeneration erneut begonnen wird. Folglich hilft der – allerdings zwingend ökologische – Anbau von Energiepflanzen nach diesem Konzept den Hunger zu bekämpfen.

Fazit: Fossile Energierohstoffe und Atomkraft sind und waren überflüssig

Alle Studien der UN, der EU und der nationalen Institute belegen in jedem Jahr, dass es durchaus möglich ist, die Welt mit allem zu versorgen, was sie benötigt, ohne endliche und nachhaltig schädliche Rohstoffquellen anzuzapfen, selbst wenn der technologische Fortschritt auch auf China und Afrika übergreift. Die Landwirtschaft kann global ökologisch betrieben werden, ohne Einsatz chemischer Hilfsmittel und damit die Weltbevölkerung gesund und vollständig ernähren.

Auf den restlichen Flächen können nachwachsende Rohstoffe für die Energiegewinnung, Kleidung und weitere Nutzungen angebaut werden, ohne, dass die Umwelt geschädigt wird. Dabei müssen die hoch Zivilisierten Staaten nicht einmal auf gewohnte Annehmlichkeiten verzichten, sondern werden im Gegenteil von vielen das gesunde Leben störenden Faktoren befreit. Auch sie werden in diesem Zuge einer neuen landwirtschaftlichen Revolution zu gesunden Lebensmitteln kommen und in einer stressfreieren, saubereren Umwelt leben können. Allein die Panik vor einer Veränderung des Gewohnten durch fehlende Information darüber, was erreicht werden kann, behindert gegenwärtig die wichtigen Schritte in die nachhaltige Zukunft.

Quellen:           Nachwachsende Rohstoffe – Presseclub München 23.02.2010 (C.A.R.M.E.N.)

Weltagrarhandel: Ausweg aus der Hungerkrise? Armin Paasch 22.08.2005

Weltagrarbericht des IAASTD 2009 (International Assessment of Agricultural Kowledge, Science and Technology of Development)

Erneuerbare Energien 2020, Potenzialatlas Deutschland, Agentur für Erneuerbare Energien 2009

1 Kommentar

  1. Stefan Sippell sagt:Ich danke Sebasadtian ffcr seine schlauen und klug foradmuadlieradten Fraadgen, die ffcr mich sehr pre4adzise das Proadblem beechrsiadben, das ich auch mit dieadsem Maniadfest — vieladleicht aber sogar mit Maniadfesadten fcberadhaupt — habe. Kurz gesagt: Ich halte nicht viel von Appeladlen, weil ich ihnen nicht besonadders viel zutraue. „Appeladliadtis“ hat Luhadmann (nicht der Holzadhe4ndadler) das genannt und darin spf6tadtisch eine Krankadheit diaadgnosadtiadziert: „[…] im Prinadzip harmadlos, keiadnesadfalls lebensadgeadfe4hradlich; aber ffcr den, der davon befaladlen ist, zeitadweise doch recht schmerzadhaft. Man sieht das an eigenadtfcmadliadchen Zuckunadgen und an der Hefadtigadkeit und Insisadtenz, mit denen der Kranke agiert und andere anzuadsteadcken versucht.“ Noch einige durch Sebasadtian angeadregte voradle4uadfige Anmeradkunadgen (nicht streng sysadtemadtheoadreadtisch durchadgeadffchrt): Ich denke, dadf die Unteradscheiaddung „slow“/„fast“ ganz grundadse4tzadlich in die Irre ffchrt — oder zuminaddest nichts zur Pre4adziadsieadrung des Proadblems bzw. der Funkadtiadonsadweise „neuer“ Medien beiadtre4gt. Man kann, daradauf wurde ja auch schon oft genug veradwieadsen, langadsam twitadtern oder schnell, und schon den Mf6nadchen im Mitadteladaladter war zuzuadtrauen, eine Handadschrift auch mal schneladler runadter– bzw. rausadzuadhauen anstelle Monate an einem einadziadgen Buchadstaadben heradumadzuadzeichadnen. Geht es nicht vieladmehr um die Frage, die dann alleraddings gar keine neue (sonaddern typisch masadsenadmeaddiale) we4re: Wie le4dft sich „Neues“ oder gar „Releadvanadtes“ sagen — unter den alleraddings neuen Bedinadgunadgen eines andeadren Veradbreiadtungsadmeaddiadums, das die Unsiadcheradheiadten daradfcber weiadter erhf6ht, ob das Neue nicht schon x-fach gesagt wurde oder das veradmeintadlich Releadvante wirkadlich releadvant sei (und ffcr wen)? Wer sollte daradfcber entadscheiadden, wenn die Anschludf– und Irriadtaadtiadonsadmf6gadlichadkeiadten durch das neue Veradbeiadtungsadmeaddium „Netz“ expoadnenadtiadell gestieadgen sind — und also potenadtiadell beiadnahe „jeder“ daradfcber mitadentadscheiaddena0kann? Ich lese das Maniadfest also viel eher als Ausaddruck einer reichadlich difadfuadsen Sehnadsucht nach einer Pre4admoadderne, die es so wohl auch nie gegeadben hat — auch wenn die Maniadfestadauadtoadren wieadder und wieadder betoadnen, „slow“ mit allen „fasadten“ Mitadteln der Zeit sein zu woladlen. Sehnadsucht nach moraadlisch codieradten, also „guten“ Autoadriadte4adten, die Irriadtaadtiadonsadfcberadschfcsse abbauen und damit — von vieadlen bestimmt gewfcnschte — Entadlasadtungsadfunkadtioadnen anbieadten. Eine Art Manuadfacadtum im Netz (aber interadesadsanadteradweise scheint auch dieadser Kataadlog immer dicker zu weradden und mitadhin: unfcberadsichtadliadcher). Dieadser Sehnadsucht Ausaddruck zu veradleiadhen, ist im Genre der sog. „schf6adnen Liteadraadtur“ fcbriadgens schon zu den veradgleichsadweise sloadwen Zeiadten der frfcadhen 1980er Jahre Sten Nadolny gelunadgen: „Die Entaddeadckung der Langadsamadkeit“ heidft das Buch, das mich mit den Mitadteln der Kunst unteradhe4lt, anstelle mich mit den Mitadteln der Moral belehadren zu wollen.Wenn es nur um die Anreadgung gehen sollte, sich bei dem, was man tut, anzuadstrenadgen und um Quaadliadte4t zu bemfcadhen (also zum Beiadspiel auch bei Tweets und in Blogs die Regeln der Rechtadschreiadbung und Gramadmaadtik zu beachadten — ein Hinadweis, der ausaddrfcckadlich nicht gezielt auf die Maniadfestadauadtoadren gemfcnzt ist), dann mudf man nicht so viele Worte machen. Dann genfcgt es mal wieadder, sich an Bieadleadfeladder Phanadtome zu haladten, wie bereits getadwitadtert: „Es mudf gut gemacht sein.“ Dem kf6nnadten bestimmt auch Lfcneadburadger Holzadhe4ndadler Luhadmann zustimadmen. (Danke an @PBBMarx ffcr den iroadniadschen Hinweis.) Und ein kluadger, finadgeradferadtiadger Taschenadspieadler ist mir alleadmal lieadber als ein erhoadbeadner Zeigefinger.Nichts ffcr ungut, vielea0Grfcdfe,Steadfan

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