Periodensystem © Universität Yale 2015
Periodensystem © Universität Yale 2015
Forscher der Universität Yale haben ein Periodensystem zusammen gestellt, die aufzeigt, wie gut die Verfügbarkeit welcher Metalle für die Industrie ist.

Peak Oil ist ständig in Aller Munde. Die Angst (oder Hoffnung) davor, dass Öl zur Neige gehen kann, treibt die großen Konzerne, die Anleger und Umweltorganisationen zu immer neuen Höhen: die einen fracken, was das Zeug hält, und wollen auch die letzten, noch so unzugänglichen Lagerstätten ausbeuten, die anderen möchten das verhindern.

Peak Everything, wie es der Autor Richard Heinberg definiert, ist der Hinweis darauf, dass nicht nur Öl endlich ist, sondern die Welt als solches ein geschlossenes Ökosystem darstellt und damit über begrenzte Ressourcen verfügt – in jeder Hinsicht.

Jetzt haben Forscher der Universität Yale in dem Artikel „Criticality of metals and metalloids“ untersucht, wie es um die Verfügbarkeit von 62 Elementen des Periodensystems bestellt ist. Erschienen ist der Artikel in den Proceedings of the National Academy of Science.

Ein wichtiger Grund für die Arbeit war, dass es in den letzten Jahren immer wieder zu Engpässen in der Verfügbarkeit von Metallen gekommen ist, die für die Elektronikindustrie unverzichtbar sind; besonders die aus der Gruppe der Seltenen Erden. Die Industrie entwickelte in der Folge ein Maß für die Bedeutung einzelner Elemente in der Produktion: Die Criticality. Sie zielt auf einen Prognosezeitraum von 10 bis 20 Jahren und berücksichtigt neben der technischen Komplexität des Abbaus die Auswirkungen auf die Umwelt auch das politische Umfeld sowie die Stabilität der Abbauregion. Das scheint besonders wichtig, wenn zu den Hauptproduzenten die Demokratische Republik Kongo, Bolivien und China gehört.

Das Ergebnis zeigt, dass die Probleme nicht bei den etablierten Metallen der Industriellen Revolution liegen, wie Eisen, Aluminium, Zink oder Kupfer, sondern bei den Elementen, die für das Datenzeitalter von überragender Bedeutung sind, da man in der Produktion von Elektronik nicht auf sie verzichten kann: Die Rohstoffe für Handys, Batterien, Solarzellen und Windräder, wie Gallium oder Selen sind nicht so einfach und problemlos zu erhalten.

Eine wesentliche Konsequenz daraus ist, dass das Recycling von Elektronikschrott immer stärker an Bedeutung gewinnen muss, will man ernsthaften Problemen in der Versorgung mit notwendigen Rohstoffen vermeiden. Urban Mining ist nicht nur ein umweltfreundliches Schlagwort, es ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit zur Risikominimierung.

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