Hochkulturen scheitern in der Regel daran, dass sie ihre Probleme stets mit den Mitteln zu bekämpfen versuchen, die eigentlich Schuld an den Problemen sind. Es gelingt den Menschen, die hektisch…

Hochkulturen scheitern in der Regel daran, dass sie ihre Probleme stets mit den Mitteln zu bekämpfen versuchen, die eigentlich Schuld an den Problemen sind. Es gelingt den Menschen, die hektisch damit beschäftigt sind, sich in dem sie überfordernden System zu bewegen dann jeweils nicht, sich aus dem System heraus zubewegen und ihre Situation „von außen“ zu betrachten. Das nennen Psychologen eine „kognitive Schwelle“.

 

Wir sind es gewohnt, Symptome zu behandeln, statt das Problem an der Wurzel zu packen

 

Das Problem ist, dass das Wirtschafts- und Lebenssystem der „Moderne“ nicht nachhaltig ist. Dies gilt für das gesamte System an sich. Ein Teil dieses System ist die Energieumwandlung. Energie wird nicht erzeugt, da sie nicht erzeugt, sondern nur in eine andere Form umgewandelt werden kann. Dieses erfolgt auf eine Art, die an vielen Stellen im Gesamtsystem Schäden anrichtet. Der eine Schaden ist z. B. bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe der Ausstoß von CO2 und weiterer „Partikel“. Das CO2 sorgt für die Klimaveränderung, die Partikel schaden der Gesundheit. Weitere Schäden sind durch die Monopolosierung des Verfahrens, die Verschwendung von Energie durch die einseitige Nutzung nur einer Energieform (Wärme oder Strom). Durch die Abwärme viel zu großer Kraftwerke werden Flüsse oder die Luft aufgeheizt, was die Lebensbedingungen „unserer Verwandten“, also der Fauna und Flora verändert. Außerdem entstehen soziale Probleme durch die einseitige Wertschöpfung von der Rohstoffgewinnung bis zum Vertrieb der Nutzenergie. Um diese – einseitige – Wertschöpfung zu optimieren werden exzessiv immer neue „Verbraucher“ entwickelt, also ein Markt geschaffen, der einerseits die Menschen permanent zum Kauf weiterer Energieverbraucher animiert und andererseits den Verbrauch selbst mindestens stabil hält, wenn nicht sogar steigert. Dieses stellen Menschen mit Schrecken fest, wenn einmal der „Strom ausfällt“. Sie merken plötzlich, wie sehr sie von dieser Energieform abhängig sind. Andererseits gelingt es ihnen nicht, Strom zu sparen, weil sie immer neue Verbraucher dazu erwerben. Zumindest in den nördlichen Gegenden Europas ist die Wärme der größte Teil der benötigten Energieform (51%). Hier fällt es unangenehm auf, wenn diese besonders in den kalten Jahreszeiten ausfällt. Da fast jedes Haus eine eigene Heizung hat, ist dieses „Problem“ kaum im Bewusstsein bezüglich des „Problems“. Aber auch oder besonders hier findet die Wertschöpfung nicht am Ort statt, hier fließt das Geld (alternativlos?) außer Landes.

Die bisherige Reaktion auf diese Probleme ist eine hektische und chaotische Suche nach Alternativen, jedoch in erster Linie bei dem kleineren Teil der Nutzenergie, beim Strom (21%). Der Anstoß hierzu war die Angst vor der Stromerzeugung aus Kernkraft (rund 20% der 21% in Deutschland). Dabei war dieser Strom zumindest in Deutschland stets überflüssig, was alle Menschen feststellen konnten, als die Kernkraftwerke in 2011 zeitweilig abgeschaltet waren.

Der Erfolg ist – bisher – eine Schwemme von kleinen und kleinsten Strommengen, weil tausende und abertausende Anlagen unterschiedlichster Art plötzlich „sauberen“ Strom zu völlig unterschiedlichen Zeiten, zumindest keineswegs „bedarfsgerecht“ bereitstellen. Parallel dazu kämpfen natürlich die Monopolisten um ihren Markt und versuchen ihre Großanlagen zu behalten und – gezwungenermaßen – durch „saubere“ Großanlagen zu ergänzen und zu ersetzen. Angeblich brauchen sie daher auch neue, gewaltige „Stromautobahnen“, Höchstspannungsleitungen.

All dies hat mit einer nachhaltigen Entwicklung – allein im Teilbereich der Energienutzung – nichts zu tun. Jeder kämpft und wurstelt – wie gewohnt egoistisch – für sich und erwartet von der Gemeinschaft – dem Staat –  dass der irgendwie dafür sorgt, dass dieses Chaos geordnet wird. Das ist zusätzlich grober Unfug.

Ingenieure – also Jungs, die toll basteln können – hatten bisher die Aufgabe, etwas zu entwickeln, das eine gute Rendite verspricht. Dabei waren Parameter, wie Nachhaltigkeit nicht zu berücksichtigen. Bei der Kernkraft war ein Parameter die Gewinnung von waffenfähigem Plutonium, weshalb die Menschen mit ihren Steuern (in Deutschland über 200 Milliarden Euro) diese Art der Stromerzeugung zusätzlich bezahlten. Als Mittel zur Stromerzeugung war dies grundsätzlich grober Unfug.  Wenn man diesen „Fachleuten“ nun als Vorgabe „Nachhaltigkeit“ gäbe, kann man sicher gute Ergebnisse erwarten. Nur muss das Ziel klar sein. Das ist bisher offensichtlich nicht der Fall.

Überprüft man alle bisher gefundenen Lösungen auf Nachhaltigkeit, wird man an viel zu vielen Stellen auf Fehler stoßen, alternativlos? Die hochtechnischen Solarpaneele werden nicht mehr am Ort gebaut und benötigen Rohstoffe, die nicht am Ort vorkommen. Die neuen Wälder aus stählernen Windrädern verändern nachhaltig die Landschaft und bestehen auch aus Materialien, welche nicht alle am Ort gefunden werden – bis auf die wenigen „Holzwindräder“, die an manchen Orten nun errichtet werden. All dies sind Technologien, die kaum 50 Jahre – besser viel mehr – Bestand haben werden. Diese Geräte müssen regelmäßig erneuert werden. Gut für die Renditen der Hersteller, schlecht für die Betreiber – und Nutzer.

Der letzte Versuch, all diese vielen verschiedenen Stromquellen – und die Verbraucher – zu vernetzen und „abgestimmt zu steuern“ ist im Zeitalter des Internets und der Automatik fast schon verständlich, aber noch gröberer Unfug, als die chaotische Stromproduktion – und der exzessive Verbrauch an sich. Jedes bisher von Menschenhand gewobene Netz, vom Telefonnetz bis zu dem globalen Internet hat sich als derart anfällig und untauglich erwiesen, dass es völlig verrückt erscheint, die inzwischen leider lebenserhaltende Garantie der Stromversorgung diesem anzuvertrauen. Hier regiert schon der gute Glauben vor dem Wissen, genau der kritische Zustand des Bewusstseins, den Psychologen vor dem Kollaps einer Kultur sehen, die kognitive Schwelle, die zum Zusammenbruch führt. Nach jeder Nachricht über neue Entwicklungen einer intelligenten Steuerung der Stromnetze kommt eine weitere Nachricht über neue schwerwiegende Angriffe in dem Netz, das wir aus unerfindlichen Gründen für so sicher halten. Da werden von Schulkindern mal eben Infrastrukturen lahm gelegt, von der Wasserversorgung bis zu Zentrifugen in Nuklearanlagen. Egal, wie so ein Netz gestaltet wird, es ist so verletzlich und untauglich, wie jede Automatisierung bisher.

Jeder Bahnnutzer wird sich erinnern, dass noch vor 50 Jahren doppelt so viele Züge mehr als dreimal so viele Menschen pünktlich und verlässlich transportierten, dass Waren und Rohstoffe in zehnfacher Menge auf der Schiene rechtzeitig ihr Ziel erreichten. Alle redeten von Wetter, nur nicht die Bahn. Heute kann die Bahn nichts davon mehr halten. Der Grund ist die Automatisierung und die Abschaffung der Menschen. Ein Heer von Mitarbeitern wurde eingespart. Der Erfolg ist Chaos.

Die Vernunft mag verhindern, dass wir unsere – systembedingt – lebensnotwendigen Energiebahnen in die Hand von Kindern geben, die aus Spaß mal eben landesweit das Licht ausknipsen.

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