Der zwanzigminütige Cartoon „The Story of Stuff“ (Die Geschichte vom Zeugs) wurde 2007 online gestellt. Mit mehr als 15 Millionen Clicks bisher ist er einer der am meist gesehenen Umweltfilme…

Der zwanzigminütige Cartoon „The Story of Stuff“ (Die Geschichte vom Zeugs) wurde 2007 online gestellt. Mit mehr als 15 Millionen Clicks bisher ist er einer der am meist gesehenen Umweltfilme im Internet überhaupt. Sein Rezept: Klare Aussagen und eine charismatische, authentische Moderatorin.

Ein System in der Krise

Die Amerikanerin Annie Leonard, Expertin für Nachhaltigkeit und Umweltgesundheit, reiste zehn Jahre lang um die Welt um herauszufinden, woher die Dinge, die wir konsumieren, kommen und was am Ende aus ihnen wird. Aus ihren Erkenntnissen erarbeitete sie gemeinsam mit den Free Range Studios einen Film, der 2007 im Internet erschien – The Story of Stuff.

Annie erzählt die Geschichte der Konsumgüter. Im Hintergrund entstehen die entsprechenden Bilder wie auf einem Whiteboard. Von der Rohstoffgewinnung über die Produktion, den Transport, den Vertrieb bis hin zur Entsorgung wird schnell klar: Das System steckt in der Krise. Denn es ist linear, und in einer Welt mit begrenzten Ressourcen ist es logisch, dass solch ein System nicht bestehen kann. Dazu gibt es klare Fakten, wie etwa: In den letzten drei Jahrzehnten wurde ein Drittel der weltweiten Rohstoffvorkommen verbraucht.

Billiglöhne und Schadstoffe

The Story of Stuff versucht Antworten zu finden. Wie kann es zum Beispiel sein, dass man für ein Radio nur 4,99 USD zahlt? In jedem Produktionsprozess sind Arbeiter beteiligt. Der Transport verursacht Kosten und auch der Verkäufer muss entlohnt werden. Wer bezahlt für das Radio, wenn nicht der Käufer?

Und was passiert mit den Giftstoffen, die in den Produkten stecken? Annie hat selbst ihr Blut auf Schadstoffe untersuchen lassen und war vom Ergebnis schockiert. Sie berichtet: Das Lebensmittel mit der höchsten Schadstoffbelastung überhaupt ist – Muttermilch.

Zeit für Veränderung

Doch geht es in The Story of Stuff nicht um bloße Schwarzmalerei. Der Film möchte den Status Quo aufzeigen um am Ende zum Handeln zu animieren. Denn Annie ist optimistisch, dass ein Umschwung stattfinden kann. Wie man wirkliche Veränderungen im großen Stil hinbekommt, zeigt sie in der Fortsetzung „The Story of Change“. Es sind noch sechs weitere Filme entstanden, die beispielsweise zeigen, wie Technische Geräte aus Absicht so produziert werden, dass sie nicht lange halten, was in unseren Kosmetikprodukten steckt, was mit unseren Steuergeldern passiert oder wie die Bürger Unternehmen entmachten und die Demokratie zurückgewinnen könnten.

Das Story of Stuff-Projekt

Wegen der großen Nachfrage wurde 2008 das Projekt „The Story of Stuff“ gegründet. Es stellt Unterrichtsmaterial und Programme zur Umwelterziehung zur Verfügung und finanziert sich aus Spendengeldern und Medienverkäufen.

Denn es sind so viele Informationen zusammen gekommen, dass sie nicht alle in einen kurzen Cartoon passen. Gesammelt sind sie im Story of Stuff-Buch. In ihm erzählt Annie von ihren Reisen, beispielsweise nach Bangladesh oder Südafrika, wo sie Fabrikarbeiter getroffen und Menschen, die unseren Elektroschrott verwerten, getroffen hat.

Es werden aber auch Geschichten erzählt von positiven Beispielen, von Lösungen und Möglichkeiten einer sicheren, nachhaltigen und fairen Wirtschaft. The Story of Stuff schockiert und macht Mut zugleich.

Die Filme kann man sich auf der Website des Projekts anschauen (engl.): http://www.storyofstuff.org/

Auf Deutsche gibt es The Story of Stuff auf der deutschen Website zum Buch: http://thestoryofstuff.de/

oder auf youtube:

Bildquelle: www.thestoryofstuff.org

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