Völlig überfordert scheinen die städtischen Behörden, wenn es darum geht, den Verkehr in und um die Stadt zu befrieden. Statt Straßen für den Verkehr zu sperren, werden diese stetig verbreitert.…

Völlig überfordert scheinen die städtischen Behörden, wenn es darum geht, den Verkehr in und um die Stadt zu befrieden. Statt Straßen für den Verkehr zu sperren, werden diese stetig verbreitert.

 

Wer Straßen sät wird Verkehr ernten   

 

In der Regel fehlt den Stadtvätern der politische Mut, die Innenstädte einfach für den Individualverkehr zu sperren und Pendler zu nötigen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Dass so eine rigorose Maßnahme nicht unweigerlich zu einem wirtschaftlichen Kollaps führen muss, haben viele Städte lange bewiesen. Der Wiener Stadtteil Florisdorf ist seit über 10 Jahren autofrei, der Freiburger Stadtteil Vauban ebenfalls. Die meisten ostfriesischen Inseln haben nie ein Auto gesehen, Zermatt in der Schweiz ist nicht einmal mit dem Auto zu erreichen.

Nötig ist zu so einem Konzept ein kostengünstiger, vielleicht sogar kostenloser innerstädtischer Nahverkehr und eine funktionierende Anbindung des Umlands. Da Unternehmen, wie die Deutsche Bundesbahn derartige Leistungen nicht mehr erbringen können oder wollen, haben dies erfolgreich kommunale Unternehmen übernommen, zur Not auch im Verbund mit privaten Betreibern.

Neben der Beseitigung der innerstädtischen Schadstoffbelastung der Luft wird durch die Reduzierung der Fahrleistung privater PKW der Bedarf an Treibstoff in großen Mengen reduziert. In der Klima- und damit Energiebilanz der Städte spielt der Treibstoffverbrauch eine oft vernachlässigte Rolle.

Bleibt noch eine oft endlose Karawane an LKW´s, die sich auf die Städte hin und anschließend wieder zurückschieben. Dies, obwohl gerade Städte neben einer perfekten Schienenanbindung auch noch oft über Häfen oder gar Flugplätze verfügen. Vor Erfindung des LKW als scheinbar alleinigem Transportmittel von Waren und Gütern haben gerade Handelsplätze wie Hamburg perfekt funktionierende Transportmöglichkeiten besessen. Auch hier fehlt nur der politische Wille und Mut, den LKW-Verkehr einfach zu stoppen. Länder wie die Schweiz und Österreich haben Transitstrecken schon einfach auf die Schiene verlegt. Gerade in die großen Metropolen muss kein LKW fahren, selbst der tägliche Transport der benötigten Lebensmittel kann über sinnvoll verteilte Anlaufpunkte im versorgenden Umland – wie früher auch möglich – über die Schiene, in Städte wie Hamburg oder Berlin auch über das Wasser erfolgen. Dazu müssen lediglich viele stillgelegte Regionalbahnnetze reaktiviert werden, die Flussschifffahrt auch wieder auf kleinere Kapazitäten verlagert werden. Die Elbe nebst angeschlossenen Kanälen und schiffbaren Nebenflüssen wird seit langem vorwiegend von Sportbooten befahren, Transportschiffe sieht man eher selten.

 

Energienutzung auf allen Ebenen, für Wärme, Strom und Verkehr ist nachhaltig möglich

 

Viele Probleme heutiger Städte können automatisch gelöst werden, wenn die Energiefrage auf allen Ebenen nachhaltig gelöst wird. Eine verkehrsberuhigte, aber trotzdem individuell leicht erreichbare City lädt nicht nur zum Shoppen oder Besuch kultureller Veranstaltungen ein, sondern macht auch die Innenstadt wieder bewohnbar. Städte wie Lüneburg, auch mit der Bahn leicht erreichbar für Hamburger Bürger, wird seit der totalen Verkehrsberuhigung der mittelalterlichen Innenstadt von diesen lieber zum Einkaufen genutzt, als die sterilen Shoppingcenter an der Peripherie. Das Bummeln durch die Einkaufsstrassen und kleinen Gassen der alten Salzstadt ist entspannender und erholsamer als das Drängen durch die schrillen Konsumtempel. Hier konnte sich sogar ein Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäft inmitten der verkehrsfreien Zone gegen die Supermärkte am Stadtrand behaupten, weil es einen kostenlosen Lieferservice, selbst für kleinere Einkäufe bietet. Auch die Lieferung von Zeitungen, Milch oder Brötchen in den Städten kommt wieder in Mode, oft nach englischem Vorbild mit kleinen Elektrokarren. Ein anderer Behelf ist ein „Shoppingbus“, der in Lüneburg an bestimmten Stellen der City steht. Hier kann man unter Aufsicht oder in Schließfächern den Einkauf zwischenlagern. Zu bestimmten Zeiten fährt dann der Bus zu den Großparkplätzen an der Peripherie oder zum Bahnhof, wo man dann den Einkauf einfach in das Auto oder den Zug umlädt.

Intelligenz und Phantasie sind wieder gefragt, nicht zum Wohle privater Konzerninteressen, sondern zum Wohl der Bürger und einer nachhaltigen Zukunft. Alle Lösungen liegen oft seit Jahrzehnten auf der Hand, bisher greifen nur zu wenig Verantwortliche zu.

 

Wozu das Auto nutzen, wenn es am Ziel nicht gebraucht wird

 

Wenn der Wagen am Ziel nicht genutzt werden kann, sondern nur für den Hin- und Zurückweg gebraucht wird, warum soll man sich dann in den Stau in die Stadt stellen? In vielen Städten gibt es neben den öffentlichen Verkehrsmitteln am Bahnhof und vielen anderen Plätzen der Stadt Leihfahrräder, die man über das Handy mieten und an anderer Stelle wieder abstellen kann. Gleiches könnte mit Elektro-City-Cars gemacht werden, falls es unbedingt ein Auto sein muss. Muss man unbedingt ein Shoppingcenter besuchen, sind ohnehin alle Läden auf einer Stelle zusammengepfercht, nebst zahlreichen Bistros und  Restaurants. Auch hier muss man nicht mit dem Auto anreisen sondern Stadtbus oder Bahn sollten diese auch gezielt anfahren, jeweils speziell ausgerüstet, für den Transport des manchmal umfänglichen Einkaufs.

Dass dieses Problem in der Fläche genauso anzugehen ist, ist eine Frage für sinnvolles Energiesparen und nachhaltigen Klimaschutzes. In vielen Dörfern macht sich das Fehlen eines Dorfladens, der den täglichen Bedarf decken kann bereits erheblich bemerkbar. Ältere Bürger finden es sehr lästig, mit dem Auto – da ein vernünftiger Busanschluss fehlt – für jeden Einkauf zu einem der Supermärkte im nächst größeren Ort fahren zu müssen. Tausende Kilometer Fahrleistung können gespart werden, wenn in jedem Ort wieder ein kleiner Laden für die Grundversorgung sorgen würde. Über 500 Gemeinden haben dieses Problem genossenschaftlich gelöst und sich selbst einen Dorfladen errichtet.

 

Die Zeit der Autosucht ist bereits vorbei

 

In Wien wollen 50 Prozent der Einwohner, in Freiburg gar 60 Prozent gar kein Auto halten müssen. In den Dörfern, auf dem Lande, wo der Zweitwagen oft schon Standard ist, eigentlich genauso viele Bürger. Die von der Öl- und Autolobby völlig verwirrte Politik macht den irrsinnigen Individualverkehr aber fast zur Pflicht, ja zur Notwendigkeit. Die Spirale, die dadurch ausgelöst wird, vom Energieverbrauch über explodierende Kosten für das ständig überlastete Verkehrsnetz scheint nicht zu stoppen. Einige ruhige Minuten des Nachdenkens, der Vernunft würden den gordischen Knoten lösen. Alle Probleme, die durch den überflüssigen Verkehr der Volkswirtschaft entstehen, von zehntausenden Verletzten und Toten, bis zu den nicht mehr zu finanzierenden Kosten können und müssen sofort gelöst werden. Eine prosperierende Gesellschaft, mit neuen sozialen Kontakten und einer gesunden, lebensfähigen Umwelt ist keine Utopie, sondern Zeichen von Vernunft. Auch die Probleme, derzeitig angebliche Entwicklungsbremsen in der Einführung von Elektroautos, die so wichtige Reichweite der Batterie entfallen, wenn der Wagen eh nur im Ort, in der Stadt gebraucht wird. Wenn die Überlandreise in einem Gemeinschaftsverkehrsmittel bequem und verlässlich genossen werden kann, können tausende Hektar betonierter Flächen wieder in blühende Landschaften verwandelt werden und das Geld in nachhaltigere Projekte fließen. Vielleicht sollten Volkswirtschaftler einfach mal die Kosten, die jeder Bürger für einen mit dem eigenen PKW gefahrenen Kilometer, denen in einem öffentlichen Verkehrsmittel gegenüberstellen. Wenn dabei alle Kosten, auch der Straßenunterhaltung einfließen, werden sich manche Bürger fragen, ob sie sich das noch leisten wollen.

Siehe auch:

http://www.autofreie-stadt.de/

1 Kommentar

  1. Ba cheart go mdaebh an Cle1r ar fe1il ar feadh tamaill i ndiaidh an Che9adaoin ar suedomh idirledn TG4. (Te1 Cle1r na Seachtaine seo). Ned bheidh ann ach giota gairid – 5-6 nf3ime9ad ar a mhe9id, i gcle1r leathuaire a chraoltar mall istoedche.

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