Wie wir alle wissen, sind wir ziemlich abhängig von den Banken. Egal ob bei der Verzinsung für Geldanlagen, Kreditgebühren für ausgeborgtes Geld oder auch einfach Bankspesen für Girokonten – die Bank hat das Sagen.

Immer wieder gibt es aber Menschen, die da nicht mehr mitspielen möchten. So wie Heine Staudinger, der als Schuhproduzent namens „Waldviertler“ ökologisch und sozial korrekte Schuhe herstellt.

Erfolgreiches Unternehmen bietet Arbeitsplätze

Pro Jahr werden 130.000 Paar Waldviertler Schuhe verkauft. Das Unternehmen bietet in der wirtschaftlich nicht gerade aufstrebenden Region Schrems 100 neue Arbeitsplätze. Neben der Schuhproduktion betreibt Heine Staudinger auch die größte Photovoltaikanlage des Waldviertels. Gebaut hat er sie mit dem Geld seiner Kunden. 200 Euro kostet so ein Anteil der der Sonnenenergie und als Gegenleistung gibt es einen Warengutschein in der Höhe von 330 Euro. Eine sehr schöne Win-Win-Situation.

Obwohl sein Unternehmen Gewinn machte, setzte die Bank 1999 seinen Kreditrahmen drastisch herab, woraufhin Staudinger beschloss, bankenunabhängig zu werden und einen Sparverein zu gründen. Das von Freunden, Verwandten und Kunden einbezahlten Geld investiert er in den Ausbau seines Unternehmens und zahlt es verzinst wieder zurück. So kann er sein Unternehmen ganz ohne die Unterstützung von Banken weiter entwickeln.

Finanzmarktaufsicht zeigt Waldviertler an

Bald flatterte eine Anzeige der FMA ins Waldviertler-Haus. 50.000 Euro Strafe drohen, da er „Bankgeschäfte ohne Konzession“ mache. Doch Staudinger will keine Strafe zahlen, sondern „durchsetzen, dass das, was legitim ist, in Österreich auch legal sein muss! Sich selbst zu organisieren muss Bürgerrecht sein.“ sagt er.

Banken machen sich immer unbeliebter

Angesichts der vielen Skandale verlieren die Banken an Reputation. Längst ist das Vertrauen der Menschen in die Banken geschrumpft bzw. völlig verschwunden. Tarek El Sehity, Vermögenspsycholge an der Sigmund-Freud-Privatuniversität meint dazu: „Die Menschen investieren lieber in konkrete Werte anstatt in abstrakte Papiere. Und dass Waldviertler seine Umsätze trotz Wirtschaftskrise verdoppeln konnte, liegt daran, dass der Bio- und Alternativmarkt in der Krise stark gestiegen ist. Menschen wollen über ihr Konsumverhalten auch ein politisches Statement abgeben und kaufen regionale Qualitätsprodukte. Manche gehen sogar einen Schritt weiter und investieren dann auch noch in die Firma, deren Schuhe sie tragen“

Hier das Statement der FMA zum Fall Waldviertler: Informationen zum laufenden Verfahren „GEA“

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Bildrechte: Artikelbild Geldnoten und Handschellen © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft – IESM, pixelio.de

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