Ein Brunnen © Helene Souza / pixelio.de
Ein Brunnen © Helene Souza / pixelio.de
Das Glas Wasser schmeckt in der Früh nicht mehr ganz so wie frisch aus der Leitung. Kann Wasser wirklich schlecht werden?

Wir lagen vor Madagaskar, und hatten die Pest an Bord.
In den Kesseln, da faulte das Wasser,…”

1934, als das Lied (wahrscheinlich) geschaffen wurde, war klar, dass Frischwasser ein Ablaufdatum hatte. Aber eines, dass hauptsächlich ein Problem für Seeleute darstellte, die wochen-, wenn nicht monatelang auf frisches Wasser verzichten mussten und deshalb darauf angewiesen waren, es zu speichern. Süßwasser ist eine Seltenheit: nur 0,3% des gesamten Wassers findet sich in den Flüssen und Seen der Erde. Als Kind bei den Pfadfindern habe ich das Lied kennen gelernt, die Zeile vom faulenden Wasser ist mir als extrem widersprüchliches Bild immer im Sinn geblieben.

Wie schnell wird Wasser schlecht? Ein Glas frisches Trinkwasser ist doch der ideale Durstlöscher. Lässt man es über Nacht stehen, wie auf vielen Nachtkästchen es der Fall ist, schmeckt es noch immer gut?

Nein; oder nicht mehr ganz so gut. Wasser verändert sich laufend, da sich das CO2 der Luft langsam im Wasser löst und den Ph-Wert des Wassers senkt. Damit schmeckt es nicht länger frisch, sondern abgestanden. Aber das alleine ist kein Gesundheitsrisiko, man kann das Wasser bedenkenlos trinken.

Wenn da nicht eine Vielzahl von Keimen wären, die immer im Wasser zu finden sind. Selbst im Frischwasser sind Keime, wenn auch in sehr geringer Zahl. Steht das Wasser länger, vermehren sich diese immer stärker. Ab einer bestimmten Konzentration können diese Gesundheitsprobleme verursachen. Das Glas, in das das Wasser eingefüllt wurde, kann zur Bakterienkonzentration erheblich beitragen: schlecht gespült oder die Hände nicht gut gewaschen; das reicht vollkommen aus – jeder getrunkene Schluck bringt ebenfalls Keime am Trinkrand auf. Das kann zu einem Problem werden, wenn man sein Glas über mehrere Tage verwendet und das Wasser darin über Nacht stehen lässt.

Falls das tatsächlich passiert, ist das Wasser trotzdem nicht für den Ausguss. Einerseits kann man es perfekt als Gießwasser für Pflanzen nutzen, oder man kocht es ab und sterilisiert es wieder.

Als letztes: PET-Flaschen wirklich nur einmal verwenden – und dann nicht in der Hitze oder in der Sonne liegen lassen, besonders im Auto. Werden die Inhalte heiß, lösen sich Weichmacher aus dem Plastik, inklusive des schon lang diskutierten bisphenol-A (BPA), dessen Verwendung in den meisten wiederbefüllbaren Flaschen zumindest eingeschränkt wurde.

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