In Deutschland erleben Windkraftanlagen im ersten Quartal dieses Jahres einen starken Einbruch.

Verglichen mit dem jeweils ersten Quartal der letzten drei Jahre, ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres die Zahl der neuen Windkraftanlagen um beinahe 90 Prozent zurückgegangen, das meldete die Deutsche Fachagentur für Windenergie an Land ( FA Wind) Ende April. Von Jahresbeginn bis März gingen nur 41 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 134 Megawatt ans Netz. Ein überraschender Einbruch ist das laut FA Wind aber nicht, denn der Ausbau von Windanlagen ist schon seit einem Jahr stark rückläufig. Bereits im zweiten Quartal 2018 lag der Ausbau um rund ein Drittel unter dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2017 und im letzten Quartal des Vorjahres war die Ausbaurate auch bereits um rund drei Viertel geringer als im Vergleichszeitraum.

Dass der Ausbau in solch hohem Maße zurückgegangen ist, dürfte an der Zuschlagssituation im Ausschreibungsjahr 2017 liegen. In diesem Jahr gingen nämlich über 90 Prozent der Förderungszusagen an Windprojekte, die noch keinen immissionsschutzrechliche Genehmigung erhalten hatten. Insgesamt wurden 2017 Förderzusagen für Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2.688 MW erteilt, von diesen bekamen bisher aber nur 167 MW eine Immissionschutzgenehmigung erteilt. Von der Erteilung der Genehmigung bis zur Inbetriebnahme der Anlage dauert es im Durchschnitt rund ein Jahr.

Ein weiterer Grund für den Ausbaurückgang ist vermutlich, dass zahlreiche Klagen gegen erteilte Genehmigungen eingereicht wurden, was den Bau von diesen Windanlagen verzögert oder gar unmöglich macht. In ihrem Bericht zur aktuellen Situation beim Windkraftausbau, schreibt die FA Wind, dass in Deutschland, Ende 2018, Projekte mit einer Leistung von rund 750 MW von Klagen betroffen waren. Da aber nicht alle Quellen in diesem Bereich öffentlich einsehbar sind, könnte die Dunkelziffer höher liegen. Derzeit versucht man mittels Branchenumfrage zu ermittelt, wie hoch die Ziffer tatsächlich liegt.

Abschließend gibt es auch eine kleine Verbesserung zu berichten. Geht es um die Erteilung von immissionschutzrechtlichen Genehmigungen, ist im ersten Quartal 2019 eine leichte Verbesserung zu vermelden. Von Jänner bis März wurden 111 neue Turbinen mit einer Gesamtleistung von 413 MW genehmigt, was, verglichen mit dem selben Zeitraum in den Jahren 2017 und 2018, einen Anstieg, um rund ein Drittel bedeutet.


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